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Sechs Künstler in einem Turm: Die Gruppe „Pentimenti“ stellt in Niederkassel aus

Sechs Künstler in einem Turm : Die Gruppe „Pentimenti“ stellt in Niederkassel aus

Das zehnjährige Bestehen feiert die Künstlergruppe „Pentimenti“ in diesem Jahr mit einer Ausstellung in Niederkassel. Auf insgesamt fünf Etagen präsentieren die Kunstschaffenden aus dem Rhein-Sieg-Kreis in der Stadtgalerie „Alter Turm“ ihre Werke.

Malerei, Fotografie, Skulpturen und ein aussagekräftiges Projekt: All das bietet die Ausstellung der Künstlergruppe „Pentimenti“ ab sofort in der Stadtgalerie „Alter Turm“ in Niederkassel-Lülsdorf. Vor zehn Jahren haben sich die Künstler Roswitha Rausch, Monika Wrobel, Frank Hahn, Gerd Rausch und Jochen Wrobel zusammengeschlossen und veranstalten seitdem gemeinsam Ausstellungen. Vor fünf Jahren stieß der Bildhauer Markus Sandner zur Gruppe.

Das zehnjährige Bestehen feiert „Pentimenti“ in diesem Jahr mit der Ausstellung in Niederkassel. Die Vernissage am Donnerstagabend eröffnete Bürgermeister Stephan Vehreschild.

Kunstwerke sind über fünf Etagen zu sehen

Auf insgesamt fünf Etagen präsentieren die Kunstschaffenden aus dem Rhein-Sieg-Kreis in dem Turm ihre Werke. Schon im Eingangsbereich fällt der Blick auf Sandners Figuren aus Sandstein, Granit oder Marmor, die sich auch auf den übrigen Etagen finden. Er zeigt abstrakt anmutende Werke wie die „Raben“, aber auch klar definierte Figuren wie zwei Spiralen.

Eher nachdenklich macht das gemeinsame Projekt der Künstler Monika und Jochen Wrobel. Sie zeigen auf der ersten Etage eine Installation aus Papier, Fotografie und Objektbildern mit dem Titel „Geschlagen und Gebrochen – Gewalt hat viele Formen“. Dazu hatten sie Darstellerin Petra Steyer engagiert, die sich auf den großformatigen Farbfotografien etwa gefesselt zeigt und dem Betrachter die Thematik „Gewalt und Missbrauch“ visuell eindringlich vermittelt.

Ihre Materialbilder stellt Monika Wrobel auf der zweiten Etage aus. In ihren Werken kombiniert sie etwa gesammeltes Eisen, Holz, Schnüre und Textilien auf der Leinwand miteinander und wandelt so die frühere Funktion ihrer Fundstücke ab. Ebenfalls auf der zweiten Etage zeigt Jochen Wrobel großformatige Schwarz-Weiß- Fotografieren, die mit Lichteffekten und Verfremdung durch Bearbeitung überzeugen. Geheimnisvoll sind Bilder wie sein Werk mit dem Titel „Wohin?“, auf dem ein Steg vor bewölktem Himmel auf einen See zuführt.

Auf Sperrholz und Hartfaserplatten präsentiert Frank Hahn auf der dritten Etage seine Malereien. Nur selten gibt es dabei fließende Übergänge zwischen den unterschiedlichen Farbtönen. Hahn gibt Landschaften wieder, die auf den ersten Blick nach Fotografien aussehen. Das liegt an den kraftvollen Farben und gekonnten Schattierungen.

„Malen mit der Kamera“ – so benennt Roswitha Rausch ihre Fotografien, die in der vierten Etage zu sehen sind und die auf den ersten Blick wie gemalt wirken. Unter ihren Werken finden sich dynamische Darstellungen mit kräftigen Farben, aber auch ruhige Bildnisse aus erdigen Tönen.

Auf der fünften und letzten Etage präsentiert Gerd Rausch seine Bilder mit den Themen „antike Mythologie“ und „das Drama in Wort und Musik“. Kräftige, aber auch kühle Farben bringt er dabei ein und setzt seine Protagonisten mit klaren Linien in Szene. Paris, Odysseus und andere antike Personen begegnen dem Besucher auf dieser Etage.

Zu sehen ist die Ausstellung von „Pentimenti“ noch bis Sonntag, 15. Oktober. Der Eintritt ist frei. Geöffnet ist die Stadtgalerie „Alter Turm“, Auf dem Pemel 22, mittwochs von 15 bis 19 Uhr, samstags von 14 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11 bis 18 Uhr.