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Unterstützung für Senioren: Fahrdienst aus Niederkassel zum Impfen geplant

Unterstützung für Senioren : Fahrdienst aus Niederkassel zum Impfen geplant

Der Seniorenbeirat soll helfen, Lösungen zu finden, um alte Menschen ins Impfzentrum nach Sankt Augustin zu bringen. DRK will ungenutzte Fahrzeuge des Hospizvereins nutzen.

Vielerorts werden für Senioren Fahrdienste zum Impfzentrum in Sankt Augustin eingerichtet. Bürgerbus, Vereine, Seniorenbeiräte, Infotelefone und Kirchen sind involviert. Überall wird um Lösungen gerungen, den alten Menschen bei Terminierung und Anreise behilflich zu sein.

In Niederkassel gab es diesbezüglich einen Vorstoß des DRK. Man wollte das zurzeit ungenutzte Fahrzeug des Hospizvereins für diese Fahrten einsetzen. Die Ehrenamtler des Hospizvereins bieten mit diesem Wagen üblicherweise Arztfahrten für alte Menschen an, doch in Zeiten der Corona-Pandemie nehmen sie davon aus Selbstschutzgründen Abstand. Die Kostenfrage war bereits geklärt – die Verwaltung war willens, dem DRK 30 Euro pro Transport zukommen zu lassen, so Daniel Beyer, Behindertenfahrdienstleiter des Kreis-DRK. Und doch musste Bürgermeister Stephan Vehreschild nun dieser Idee eine Absage erteilen. Man wolle auf jeden Fall den Senioren Hilfestellung leisten, jedoch nur über das Ehrenamt, so Vehreschild.

Gesucht: Bürger, die Senioren ins Impfzentrum fahren

„Wir wollen keine wirtschaftliche Beziehung beispielsweise mit dem DRK eingehen. Damit würden wir den Taxiunternehmen in den Rücken fallen“, erklärt der Bürgermeister. „Einige alte Menschen haben sich schon gemeldet, die werden von uns auch gefahren. An Wochenenden sehe ich auch keine Probleme, DRK-Ehrenamtler oder FSJ-ler können dann einspringen“, so Vehreschild weiter.

Nun ist man in Niederkassel auf der Suche nach ehrenamtlich tätigen Menschen, die sich bereit erklären, Senioren an den Wochentagen mit dem Fahrzeug des Hospizvereins – oder auch mit dem eigenen Auto – nach Sankt Augustin ins Impfzentrum zu fahren. Vehreschild setzt dabei seine Hoffnung auf den Seniorenbeirat, der hier aktiv werden könnte.

Da wird es aber schon schwierig: Der Seniorenbeirat ist in der Ratssitzung im Januar personell benannt worden, hat sich aber coronabedingt noch nicht zur konstituierenden Sitzung getroffen. Dies müsste schnellstmöglich geschehen, damit der Beirat über etwaige Hilfestellungen beraten und beschließen kann.

Zwischenzeitlich ist Vehreschild nun an den Seniorenbeirat herangetreten. „Wir wollen für die bedürftigen und auf Unterstützung angewiesen Mitbürger über 80 Jahre ein Angebot für Fahrten zum Impfzentrum anbieten“, so schreibt er in seinem Brief an die Mitglieder. Die Wartezeiten dort sind mittlerweile auf ein Minimum geschrumpft und es wird außerdem eine Aufwandsentschädigung gezahlt. Es könne ja sein, so der Bürgermeister, dass aus dem Kreis der Beiratsmitglieder praktikable Ideen kommen oder aber sich Menschen melden, die bereit sind, die Fahrten durchzuführen.

Sobald diese Fragen geklärt sind, wird seitens der Stadt Niederkassel eine Info-Rufnummer eingerichtet, an die sich Interessierte wenden können.