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CDU-Kandidat in Niederkassel: Für Stephan Vehreschild ist Bürgermeister ein Traumjob

CDU-Kandidat in Niederkassel : Für Stephan Vehreschild ist Bürgermeister ein Traumjob

Stephan Vehreschild tritt zum dritten Mal für die CDU als Rathauschef von Niederkassel an. Seine Hauptthemen: Rheinquerung, die Entwicklung auf dem Evonik-Gelände, die Stadtbahn und die Erweiterung des Schulzentrums.

Mähroboter „Manfred“ zieht unbeirrt seine Bahnen auf dem akkurat gemähten Rasen um das Haus von Bürgermeister Stephan Vehreschild in Ranzel. In einer Ecke warten ein aufgeblasener Pool, eine Kleinkinderschaukel und eine Rutsche darauf, von seinen vier Enkelkindern in Beschlag genommen zu werden.

Vehreschild gerät sofort ins Schwärmen, wenn er über die Familie spricht. „Meine Kinder machen oft Spontanbesuche und besitzen auch alle noch einen Hausschlüssel“, sagt er. Zwei seiner drei Kinder wohnen ganz in der Nähe in Niederkassel, eine seiner beiden Töchter hat sich in Dortmund niedergelassen.

„Das kann schon mal schwierig werden, wenn der Schwiegersohn mit seinem Dortmund-Trikot neben mir sitzt“, meint Vehreschild schmunzelnd. Er selbst ist eingefleischter Bayern-Fan, auch wenn er sich durchaus mal im Stadion in Köln sehen lässt, wenn die Geißböcke spielen. „Mich fasziniert, wie die Bayern ihren Verein führen, das hat Köln irgendwann verschlafen“, meint er. Fast bis zu seiner Nominierung hielt sich hartnäckig das Gerücht, dass der 61-Jährige keine dritte Amtszeit mehr anstrebe. „Ich weiß gar nicht, wie das entstanden ist“, sagt er rückblickend. Schon beim Neujahrsempfang der Frauenunion 2019 habe er angedeutet, dass er für eine dritte Amtsperiode zur Verfügung stehe.

Im Frühjahr vergangenen Jahres sei er schließlich vom Parteivorstand der CDU gefragt worden und habe dort auch Ja gesagt. Die ursprünglich für Oktober 2019 geplante Wahlversammlung wurde wegen der Neueinteilung der Wahlbezirke auf März 2020 verschoben, dann kam Corona - und es sei Juni geworden, bis er nominiert worden sei.

Für Vehreschild war und ist der Beruf des Bürgermeisters sein Traumberuf. „Ich kann mir überhaupt keinen anderen Beruf vorstellen, in dem man mit so vielen unterschiedlichen Themen, Menschen, Problemen und Herausforderungen zu tun hat“, begründet er das. Als er vor elf Jahren antrat, musste er sich gleich am vierten Tag seiner Amtszeit beweisen. „Es gab einen Bombenfund am Rheidter Rhein, und 5000 Menschen mussten evakuiert werden“, erinnert er sich.

Auch die Flüchtlingskrise 2015 „war unglaublich anstrengend“, sagt der Amtsinhaber. Hätte man ihn damals nach einer weiteren Kandidatur gefragt, wäre er sich nicht so sicher gewesen, ob er zusagen würde, erklärt er nachdenklich. Im Nachhinein weiß er, dass er gerade aus dieser Zeit sehr viel zurückbekommen hat, was bis heute Bestand hat.

Wirklich toll sei die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Fachbereiche vor allem in schwierigen Zeiten. Das zeige sich auch während der Corona-Pandemie, wo Arbeitszeiten schon mal flexibel gestaltet werden müssten. Auch die personellen Wechsel in der Führungsetage der Verwaltung hätten sehr gut geklappt, meint er. Aktuell sind es Themen wie die Rheinquerung, die Entwicklung auf dem Evonik-Gelände, die Stadtbahn oder die Erweiterung des Schulzentrums, mit denen sich der Verwaltungschef auseinandersetzen muss. Und da hat er sich eindeutig positioniert: Die Querung darf für ihn nur unterirdisch erfolgen und muss eine Anbindung an die Stadt haben. Die PCC-Ansiedlung ist für ihn keine Option.