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Kommentar: Klotzen, nicht kleckern

Kommentar : Klotzen, nicht kleckern

Nicht kleckern, sondern klotzen: Mit dem Vorschlag, die (Industrie-)Bahnstrecke in Niederkassel zu verlegen, dreht die SPD das ganz große Rad. Das klingt zunächst nach einer Schnapsidee.

Doch der Vorschlag kommt zur rechten Zeit: Es ist gut möglich, dass im Raum Niederkassel in den nächsten Jahren einiges passieren wird. Hier der Bau des Containerterminals bei Evonik in Lülsdorf, dort die mögliche Rheinquerung, über die die A 555 bei Wesseling mit der A 59 bei Troisdorf verbunden werden könnte - da tun sich Chancen auf.

Warum sollte man dabei nicht über die Bündelung von Straße und Schiene nachdenken? Zumal nach Bau des Containerterminals in Lülsdorf wohl mehr Güterverkehr zu erwarten ist. Die jetzige Trassenführung geht auf den "Rhabarberschlitten" zurück, also die vor mehr als 100 Jahren errichtete Kleinbahn Siegburg-Zündorf. In Sieglar führen die Gleise immer noch mitten durch den Ort.

Allerdings wäre es unklug, in Zukunft die komplette Strecke von Lülsdorf bis Troisdorf aufzugeben. Zumindest bis Mondorf müsste die Trasse dann erhalten bleiben. Die Idee einer rechtsrheinischen Uferbahn vom südlichen Kölner Rand bis nach Beuel hat in den vergangenen Jahren wieder eine Renaissance erlebt - im Kreis, aber auch in Bonn. Vor dem Hintergrund des Bevölkerungswachstums, das für die Region prognostiziert wird, sollte man sich diese Option offen halten. Das ist freilich Zukunftsmusik. Zunächst sollte der SPD-Vorschlag ernsthaft geprüft werden.