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Integrationsrat in Niederkassel: Kontroverse Debatte über Frauen-Schwimmtag

Integrationsrat in Niederkassel : Kontroverse Debatte über Frauen-Schwimmtag

Für Diskussionsstoff hat jetzt ein Antrag der Internationalen Liste im Integrationsrat gesorgt. Schwimmen für muslimische Frauen sollte es im Helmut-Loos-Bad geben - und zwar mit aller Konsequenz wie abgehängten Fenstern und weiblichem Aufsichtspersonal.

Zwar änderte der Sprecher der Internationalen Liste, Hilmi Elmas, den Antrag ab, indem er das Wort "muslimische" streichen ließ. Unterschiedliche Standpunkte blieben. Am Ende einer kontroversen Debatte einigte man sich einstimmig, den Punkt auf die nächste Sitzung zu vertagen. Bis dahin soll die Verwaltung aufzeigen, was ein Sichtschutz am Damen-Badetag kosten würde.

Die Beigeordnete Mechtild Schlösser-Macke schickte der Debatte voraus, dass sie die weibliche Betreuung während der Frauen-Schwimmzeiten nicht uneingeschränkt zusichern können. "Was machen wir, wenn beide weiblichen Bademeister krank sind", so ihr Einwand. Sebastian Koch (CDU) formulierte die Kritik seiner Fraktion. Der Antrag lasse den integrativen Charakter vermissen, erläuterte er. Die Änderung, dass es hier um einen Frauen-Schwimmtag im Allgemeinen gehe und nicht nur für muslimische Frauen, begrüße er sehr.

CDU befürchtet Abschottung

Dennoch sei es nicht integrativ, dass sich eine Gruppe in der Gesellschaft abschotte. Den Sichtschutzvorhang entlang der Badfenster werde seine Fraktion deshalb nicht mittragen. Sehr wohl werde die CDU jedoch Schwimmzeiten für Frauen unterstützen, die dann allerdings unter denselben Rahmenbedingungen ablaufen müssten wie die übrigen Schwimmzeiten. Dass in diesen Zeiten nach Möglichkeit eine Schwimmmeisterin eingesetzt werde, könne seine Fraktion ebenfalls unterstützten.

Inzwischen gebe es den sogenannten Burkini, der auch im arabischen Raum anerkannt sei und Frauen das Schwimmen im Beisein eines männlichen Bademeisters ermögliche. Ilse Mutke (SPD) machte sich für den Sichtschutz stark. Es gebe auch andere Frauen, die dies begrüßten, zum Beispiel nach einer Krebs-OP, nannte sie mögliche Gründe.

Koch blieb dabei, dass alle Beteiligten aufeinander zugehen müssten, schließlich gebe es eine "soziale Realität". Deshalb halte er es für den falschen Weg, eine Abschottung muslimischer Frauen zu begleiten. "Wir wollen nicht einen Raum schaffen, der eine andere Realität darstellt als die auf der Straße", so Koch.