Karneval in Niederkassel "Mer losse uns nit ungerkrieje" - KG Grün-Gelb feiert im Festzelt

NIEDERKASSEL · Der Orden der KG Grün-Gelb erinnert an die Brände im Verladeschuppen des alten Bahnhofs und in der Traditionsgaststätte "Op d'r Eck". Nun freut sich der Vorstand auf Feiern im neuen Festzelt.

 Die Grün Gelben und ihr Orden (v.l.): Rita von der Weiden, Edwin Sommer, Corinna Berger, Monika Kohlhaas, Norbert Mohr und Gaby Noll.

Die Grün Gelben und ihr Orden (v.l.): Rita von der Weiden, Edwin Sommer, Corinna Berger, Monika Kohlhaas, Norbert Mohr und Gaby Noll.

Foto: Martina Welt

Trauriger geht's kaum: Dem Offizier in grün-gelber Uniform laufen die Tränen wie Sturzbäche aus den Augen. Zwar steht der Löschwagen vor der Hofburg - aber es nützt nichts: In diesem und auch in allen folgenden Jahren darf im große Saal der Traditionsgaststätte "Op d'r Eck" nicht mehr gefeiert werden. Der Brandschutz ist nicht gewährleistet.

An diese Schreckensnachricht erinnert der Orden der KG Grün-Gelb Niederkassel, die in der Vergangenheit mehrfach vom Pech verfolgt wurde. Ende Mai vergangenen Jahres erreichte die Grün-Gelben diese Hiobsbotschaft. "Wir standen da wie die Maus vor der Schlange", beschreibt Präsident Norbert Mohr die Situation. Keiner habe zu der Zeit noch gewusst, was überhaupt möglich sei und in welchem Rahmen gefeiert werden könne.

Aber man gab nicht auf, ein Ortsring bestehend aus dem befreundeten Verein IGK Blau-Gelb, der KG Grün-Gelb und Bürgermeister Stephan Vehreschild fand eine Lösung: Ein Festzelt auf dem Parkplatz am Rathaus, in dem bis zu 250 Menschen Platz finden, soll in diesem Jahr die Jecken beherbergen. Deshalb wird auch der Rathaussturm in diesem Festzelt gefeiert, die Grün-Gelben werden für die Bewirtung sorgen und ab 14 Uhr das Kommando komplett übernehmen. Dafür dürfen sie die Einnahmen behalten, erklären die Vorstandsmitglieder die Vereinbarung. Auch die IGK und die Junggesellen dürfen das Zelt nutzen.

Eine gute Lösung für alle Beteiligten, atmen die Niederkasseler Karnevalisten auf. Die Grün-Gelben werden den Musikalischen Frühschoppen und die Kindersitzung im Roncallihaus feiern und die großen Veranstaltungen wie Wiever-Ramba-Zamba und After-Zoch-Party finden in dem neuen Festzelt statt.

Vom Pech verfolgt sind die Grün-Gelben schon länger. Angefangen hatte alles mit dem Brand im Verladeschuppen des alten Bahnhofs im Jahr 2007. Ob dabei Brandstiftung im Spiel gewesen sei, sei nicht geklärt worden, erzählt Berger. Fest stand jedoch, dass das gesamte Equipment, von den acht Verkaufsbuden des Sommerfestes bis hin zu Grill, Fritteuse und Stromkabel, das dort gelagert war, den Flammen zum Opfer fiel.

Es habe keine Versicherung gegeben, und so freuten sich die Jecken über Sachspenden von Firmen und Privatpersonen. Dennoch: Bis heute muss der Verein vieles aus den privaten Haushalten entleihen, um zum Beispiel beim Sommerfest die Buden zu bestücken. Zudem gibt es immer wieder Diskussionen über die aktuelle Lagerstätte gleich neben den DRK-Häusern.

"Uns liegt ein offizielles Schreiben vor, dass wir da über kurz oder lang weg müssen", meint Mohr. Einen Ersatz gebe es noch nicht. Gerade zu dem Zeitpunkt, als sich der Verein von diesem Brand ein wenig "bekrabbelt" habe, brannte es erneut. Diesmal im oberen Stock der Gaststätte "Ob d'r Eck", deren Saal bis dahin für die Karnevalsfeiern angemietet wurde.

Es gab und gibt vielfältige Beziehung zu der Traditionsgaststätte, denn der alte Wirt gründete die KG 1970 und war auch ihr erster Präsident. Nachdem die Session 2012 noch mit viel Improvisation im großen Saal gefeiert wurde und im vergangenen Jahr die Menschen zwischen Bauleitern und Farbeimern den Weg zum Saal fanden, kam für die aktuelle Session das Aus wegen brandschutztechnischer Mängel. Der aktuelle Wirt Willi Cremanns darf gar keine Veranstaltungen mehr zulassen. Damit geht ein Stück Geschichte auch für die Karnevalisten verloren.

Aber getreu ihres Mottos "Mer losse uns nit ungerkrieje" ziehen sie nun ins Festzelt und hoffen, dass diese Lösung funktioniert. Noch schöner wäre allerdings ein neues Bürgerhaus, sinniert der Visionär unter den Grün-Gelben, der Vorsitzende Edwin Sommer. Er ist überzeugt, dass ein solches Haus sich rechnen würde und von den Niederkasselern viel und gerne genutzt würde.

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