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Feuer im Mondorfer Yachthafen: Millionenschaden: Brandstifter zünden sieben Boote an

Feuer im Mondorfer Yachthafen : Millionenschaden: Brandstifter zünden sieben Boote an

Mehrere bislang unbekannte Täter haben in der Nacht auf Freitag im Motor-Yacht-Club Mondorf insgesamt sieben Boote in Brand gesteckt. Die Polizei geht von einem Millionenschaden aus.

Insgesamt sieben zum Teil komplett ausgebrannte Sportboote, eine massive Wasserverunreinigung durch Dieselöl und ein Gesamtschaden von fast einer Million Euro sind das Resultat einer schweren Brandstiftung im Mondorfer Hafen. Dorthin rückte in der Nacht zu Freitag die Feuerwehr mit einem Großaufgebot aus. Der Einsatz, bei dem unter anderem eine gesunkene Yacht im Wert von 450.000 Euro geborgen werden musste, zog sich bis in die Abendstunden am Freitag hin.

"Eines der Boote konnte inzwischen mit Hilfe von DLRG und THW auf ein Bergungsschiff verladen und abtransportiert werden", sagte Niederkassels Feuerwehrpressesprecher Gerhard Voosen dem General-Anzeiger am späten Nachmittag. "Die rund zehn Meter lange Yacht, die zunächst gesunken war, haben wir am Ufer gesichert. Wir warten jetzt noch auf schweres Gerät, um das Boot ebenfalls auf das Bergungsschiff verladen zu können."

Geschlafen hatte er wie viele andere seiner Kameraden zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Seit der Alarmierung um drei Uhr nachts waren viele der Wehrleute aus Mondorf und Rheidt auf den Beinen. Kurz zuvor waren Anwohner von einem lauten Knall geweckt worden. Am Anleger des Motor-Yacht-Clubs Mondorf — einer von insgesamt drei Clubs mit eigenem Bereich am Hafen — sahen sie die Boote brennen. Ein niederländische Sportbootskapitän war es laut Polizei, der die Feuerwehr alarmierte.

"Aufgrund der örtlichen Enge gestalteten sich die Löscharbeiten sehr aufwendig", sagte Voosens Amtskollege Klaus Poggenpohl der Presse am Einsatzort. "Wir fanden drei Boote im Vollbrand vor. Weitere Boote waren durch das Feuer schwer beschädigt." Um das Feuer zu löschen und eine Ausbreitung des Brandes zu verhindern, forderten die Einsatzkräfte Verstärkung an. Am Ende waren etwa 35 Wehrleute aus Niederkassel und Bonn vor Ort. Über den schmalen Steg gingen sie vom Land sowie über zwei Löschboote vom Wasser aus gegen die Flammen vor. Unterstützt wurden sie von der Besatzung eines Polizeihubschraubers, die aus der Luft Rückmeldung über die Ausbreitung des Feuers gab.

Schäden im Mondorfer Yachthafen

Zudem suchten die Polizisten nach verdächtigen Personen im Bereich des Hafens. Denn wie sich noch am Morgen herausstellte, hatten Videokameras zwei Unbekannte aufgezeichnet, die sich laut Polizei gegen 2.45 Uhr Zutritt zu dem abgesperrten Clubgelände verschafft hatten. Ein Bootseigner, der die beiden auf den Aufnahmen etwas wegtragen sah, vermutete, dass ein Einbruch hinter der Aktion stecken könnte. Anschließend hätten die Unbekannten die Boote, die an zwei etwa einhundert Meter voneinander entfernten Stellen vor Anker lagen, möglicherweise mit Brandsätzen entflammt und sich entfernt — den Knall würde dies jedenfalls erklären.

Viele der während des Feuerwehreinsatzes herbeigerufenen Bootsbesitzer reagierten geschockt auf das Bild, das sich ihnen bot. Die Polizei beziffert den Gesamtschaden mit einer knappen Million Euro. "Gerade die große Yacht war fast neu", sagte ein Eigner, dessen Boot ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wurde, aber wohl repariert werden kann. "Ich bin zum Glück wie viele hier versichert", sagte er. "Es gibt aber auch Leute, die haben keine Versicherung."

Da bei den Bränden mehrere hundert Liter Dieselöl austraten, errichtete die Feuerwehr in Absprache mit der Unteren Wasserbehörde eine Ölsperre an der Hafeneinfahrt. Bis ein Spezialunternehmen das Öl aufgenommen hat, soll so eine Verunreinigung des Rheins verhindert werden. Derzeit ist deshalb der Mondorfer Hafen gesperrt. Nur die Fähre sowie an der Bergung beteiligte Schiffe dürfen die Sperre passieren.