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Spatenstich im Neubaugebiet "Im Obstgarten": Neubaugebiet umgeben von Feldern, Wiesen und Gärten

Spatenstich im Neubaugebiet "Im Obstgarten" : Neubaugebiet umgeben von Feldern, Wiesen und Gärten

Startschuss für die Erschließung des Baugebiets "Im Obstgarten": Jetzt beginnen die Arbeiten an Baustraßen und Kanalisation, im Juni 2023 können die ersten Häuslebauer beginnen.

Es sei ein denkwürdiger Tag für die Stadt Niederkassel, mit diesen Worten gab Sebastian Fischer den Startschuss für die Erschließung des geplanten Wohngebietes „Im Obstgarten“. Der Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) schaut auf lange Jahre der Planung zurück. „Wir haben in diesem Jahr Baurecht erlangt, jetzt wird mit der Erschließung des Gebietes begonnen. Als erstes werden nun die Kanalschächte verlegt.“

Aus Fischers Sicht handelt es sich um ein „Filetstück“ unter den städtischen Immobilien. „Aus Stadtentwicklungsperspektive ist es eines der letzten Ecken in diesem Bereich. Wir führen hier einen Lückenschluss durch“, sagte er am Donnerstag beim Spatenstich, zu dem neben Vertretern der Politik auch alle Beteiligte an Bau und Planung eingeladen waren: Einerseits die Baufirmen, andererseits aber auch die Vertreterinnen und Vertreter der in der Verwaltung beteiligten Fachbereiche. Alle freuen sich darauf, das geplante Gebiet entstehen und wachsen zu sehen, ist sich Fischer sicher.

Es soll ein vielfältiger Wohnbereich entstehen. Neben Mehrfamilienhäusern sollen Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften ebenso wie ein sechszügiger Kindergarten, ein Seniorenheim und ein Café Platz finden. Ein Kinderspielplatz und Mehrgenerationen-Wohnen mit rund 1000 Quadratmetern Größe sollen im Viertel integriert werden.

Besonders stolz sind die Planer auf die Nachhaltigkeit des gesamten Objekts, denn die Häuser werden grundsätzlich per erneuerbaren Energien beheizt. Man stelle man sich dieser Aufgabe gerne, so Fabian Bongartz vom Ingenieurbüro Helmert und Bongartz, und habe bereits ein riesiges Versickerungsbecken gebaut, das dafür Sorge tragen wird, dass kein Niederschlagswasser das Gebiet verlässt. „Wir haben das Becken noch vergrößern können und sind so für ein 100-jähriges Starkregenereignis gerüstet“, erklärt der Ingenieur. Auf den Grundstücken sind die jeweiligen Eigentümer für die Versickerung des Regenwassers selbst zuständig. Fischer ergänzt: „Wir behalten das Niederschlagswasser komplett hier – das ist zukunftsweisend.“

Die SEG hatte ein spezielles Bewerbungsverfahren entwickelt. Soziodemografische Kriterien wurden abgefragt, wie etwa aktueller Wohnort, Kinderzahl, Vereinszugehörigkeiten, Arbeitsplatz. Damit wollte man, so Fischer, die richtige Bewerbergruppe finden. 500 Bewerbungen haben auf dem Tisch gelegen. Alle wurden gesichtet und nach einem ausgeklügelten Punktesystem sortiert. So wurden am Ende knapp 50 Bewerbungen ausgefiltert, die den Zuschlag erhielten. Dazu Bürgermeister Stephan Vehreschild: „Nichts ist umsonst, alles muss bezahlt werden und wird teurer. Trotzdem konnten wir die Verkaufspreise mit 420 Euro pro Quadratmeter unter dem Bodenrichtwert halten.“

Zwischenzeitlich war Unmut über die Punktevergabe innerhalb des Fragebogens entstanden. Doch tatsächlich, so argumentierte der SEG-Geschäftsführer, seien nur wenige derer, die nicht berücksichtigt wurden, erbost gewesen. In der Zwischenzeit seien auch ein paar Bewerber, die sich zunächst unter den „Gewinnern“ befanden, wieder abgesprungen. „Viele haben wegen der aktuellen Teuerungswelle den Rotstift ansetzen müssen, manche konnten die finanzielle Last nicht mehr stemmen. Jedoch hielt sich die Rücklaufquote unter zehn Prozent“, so SEG-Mitarbeiterin Miriam Schulz.

„Im Juli des nächsten Jahres sollen die Grundstücke an die Erwerber übergeben werden“, informierte Holger Weber von der Strabag AG. Nach dem Aufbau der Versorgungsinfrastruktur und der Herstellung von Baustraßen soll dann das Erschließungsvorhaben fertiggestellt sein.