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Sparkassengebäude in Ranzel: Neue Unterkunft für Flüchtlinge

Sparkassengebäude in Ranzel : Neue Unterkunft für Flüchtlinge

Von außen sieht das Haus wie ein modernes Bürogebäude aus. Niemand würde dort eine Unterkunft für Flüchtlinge vermuten. In der ehemaligen Sparkassenfiliale, in die danach ein Heizungs- und Sanitärfachgeschäft einzog, wohnen nach Pfingsten bis zu 40 Menschen.

Die vorbereitenden Umbauarbeiten sind fast abgeschlossen. Vor acht Wochen hat die Verwaltung das Gebäude, das in dem Gewerbegebiet in Ranzel liegt, angemietet und umgebaut. Gut 50 000 Euro wurden bisher verbaut. Die Restarbeiten kosten nochmals ungefähr 5000 Euro, schätzte Hans-Werner Baum von der städtischen Gebäudewirtschaft.

"Wir hoffen, dass wir mit dieser Unterkunft etwas Spielraum bekommen, um in den übrigen aktuell neun Unterkünften dringend notwendige Sanierungsarbeiten vornehmen zu können", erläuterte Bürgermeister Stephan Vehreschild.

Dezentral, mit sozialer Kontrolle und guten Integrationsmöglichkeiten seien die aktuell 205 Flüchtlinge und Asylbewerber über das gesamte Stadtgebiet verteilt, so Vehreschild.

Auch das neue Haus liegt günstig und zentral und sollt nur eine Übergangslösung für die Bewohner sein - so lange, wie das jeweilige Verfahren andauert und das kann unter Umständen schon nach zwei Monaten beendet sein oder sich über ein halbes Jahr und länger hinziehen.

Das hänge auch davon ab, wie gut die Mitarbeit der betroffenen Asylbewerber sei oder aber aus welchem Land sie kommen, erläuterte Sozialamtsmitarbeiterin Natascha Mörs. Flüchtlinge aus Syrien oder dem Irak könnten meist schon nach zwei Monaten die Übergangswohnungen verlassen und in angemietete dauerhafte Wohnungen umziehen.

Grundsätzlich sei es jedoch sehr schwierig, die Unterbringung zu planen, stellte Vehreschild fest. Frühestens eine Woche vor der Anreise, meistens jedoch nur wenige Tage vorher, werde die Stadt informiert. Es könne jedoch auch geschehen, dass plötzlich eine fünfköpfige Familie am Freitagabend vor dem Rathaus stehe. Diese müsse man dann zunächst in einem Hotel unterbringen. Aktuell seien Asylbewerber aus 23 Nationen in Niederkassel, sagt Sozialamtsleiter Wolfgang Buhrandt.

Die Zimmer im Ranzeler Gewerbegebiet sind zwischen 25 und 35 Quadratmeter groß. Bis zu sechs Bewohner können pro Zimmer untergebracht werden, und der große Flur kann zudem als Aufenthaltsraum genutzt werden.

Auch in Rheidt können in elf Appartements ab dem 30. Juni Flüchtlinge untergebracht werden. Das Haus sei vorher zur Unterbringung von Monteuren genutzt worden, der Mietvertrag laufe jedoch aus und die Stadt habe diesen übernommen.

Ebenfalls immer noch im Raum steht auch die Aufstellung von Containern an der Markusstraße. Der Abriss der Halle, die sich der Briefmarken- und Münzverein und die DLRG geteilt hatten, sei bereits abgeschlossen. Allerdings sei der Markt für Container derzeit so überhitzt, dass sich die Stadt die Zeit nehme, die nötig sei, um nicht überteuert zu bauen. Man sei aktuell mit sechs Firmen im Gespräch. Wie berichtet, sollen in den neuen Containerunterkünften bis zu 60 Personen untergebracht werden.