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Niederkassel: DLRG-weiht neues Rettungsboot "Rheindrache" ein

Niederkassel : DLRG weiht neues Rettungsboot „Rheindrache“ ein

Die DLRG Rhein-Sieg hat jetzt einen zweiten Standort, von dem aus sie die ihr zugewiesenen Rheinkilometer betreut. Neues Rettungsboot liegt im Mondorfer Hafen.

Gischt spritzt auf, Wellen schlagen gegen den Bug – der „Rheindrache“ ist im Einsatz. Das neue Rettungsboot der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Rhein-Sieg jagt mit gut 50 Stundenkilometern durch die Fluten. Der 80 PS starke Motor leistet gute Arbeit. In Not geratene Schwimmer sind so schnell erreicht. Bruno Schöneberg, Bezirksleiter und Geschäftsführer der DLRG Rhein-Sieg, freut sich. Endlich ist das neue Boot einsatzbereit.

Die Firma Pischel aus Troisdorf hat nicht nur Geld für die Anschaffung beigesteuert, sondern auch ganze Arbeit geleistet. Alle Wünsche der DLRG an ihr neues Einsatzboot konnten berücksichtigt werden. Nun liegt der „Rheindrache“, auf diesen Namen wurde das 5,20 Meter lange Boot am Samstag getauft, im Mondorfer Hafen am Bootshaus des Motor-Yacht-Clubs Mondorf und wartet auf seine Einsätze.

Medizinische Geräte an Bord

Mit geringem Tiefgang und einem Aluminiumrumpf ausgerüstet, hat es diverse medizinische und technische Geräte an Bord. Natürlich auch alles, was zur Wasserrettung gehört, wie etwa Wurfsäcke. Zudem verfügt das Boot über modernste Funkausrüstung. Rund 50 DLRG-Mitglieder des hiesigen Ortsvereins sind ausgebildete Strömungsretter. Sie werden das Boot nutzen, das hier von Mai bis September gemeinsam mit den Schiffen der Wasserwacht und der Feuerwehr einsatzbereit liegt.

Daniel Heuser, DLRG-Leiter Einsatz, ist von der neuen Errungenschaft begeistert. 35.000 Euro hat der „Rheindrache“ gekostet. Geld, das von der KSK-Stiftung, dem Rhein-Sieg-Kreis, der DLRG-Strukturförderungsstiftung und vielen kleineren Spendern aufgebracht wurde. Jetzt können die Rheinkilometer, die die DLRG Rhein-Sieg zu betreuen hat, auf zwei Standorte aufgeteilt werden. Der „Rheindrache“ wird zwischen dem Bonner Norden und dem Kölner Süden zum Einsatz kommen, ein weiteres Boot, das in Bad Honnef liegt, ist zwischen dem Bonner Süden und Remagen unterwegs.

Im Einsatz auf Rhein, Sieg und Agger

Gemeinsam mit Ingo Freier, Amtsleiter Bevölkerungsschutz beim Rhein-Sieg-Kreis, taufte Schöneberg das Boot, das zuvor von Pfarrer René Stockhausen gesegnet wurde. Es trägt dazu bei, dass die DLRG ihrem Auftrag gerecht werden kann. Rund 5000 Mitglieder sind in elf Ortsgruppen beheimatet. Sie kümmern sich um Rhein, Sieg und Agger und sorgen sich oft unter Einsatz ihres eigenen Lebens um die Gesundheit ihrer Mitmenschen. „Etwa 60 Prozent der Kinder, die in die weiterführende Schule kommen, können nicht sicher schwimmen“, sagte Schöneberg. Das gebe Anlass zur Sorge. Doch man habe ja jetzt dieses neue Boot, das nicht nur für Einsätze, sondern auch zu Ausbildungszwecken und Übungen genutzt wird, so Schöneberg. Und Freier ergänzte: „Ich hoffe, dass das Boot mehr Leben retten als es Ertrunkene bergen wird.“

Nach dem offiziellen Akt ging es raus zur Jungfernfahrt, begleitet von einem Boot der befreundeten DLRG aus Wesseling, zunächst gemächlich durch den Hafenbereich, später volle Kraft voraus rheinaufwärts Richtung Bonn. Der „Rheindrache“ hat seine Arbeit aufgenommen.