Kein kostenloser Hausanschluss Niederkasseler ärgern sich über neue Regelungen für den Glasfaseranschluss

Niederkassel · Die Telekom will Gasfaseranschlüsse künftig nur noch kostenlos bis ans Haus legen, wenn auch ein Vertrag abgeschlossen wird. Das war zu Beginn der Arbeiten in Niederkassel anders mit der Stadt abgesprochen.

 Einer der Verteilkästen in Niederkassel, über die der Glasfaseranschluss ins Haus gelegt wird

Einer der Verteilkästen in Niederkassel, über die der Glasfaseranschluss ins Haus gelegt wird

Foto: Hans-Werner Klinkhammels

Mit einem symbolischen Spatenstich fiel im Mai 2021 der Startschuss für den Glasfaser-Ausbau in Niederkassel. Seitdem sind die Haushalte in Lülsdorf, Ranzel, Niederkassel und Rheidt sukzessive ans Netz der Telekom angeschlossen. Wie zwischen Stadt und Niederkassel vereinbart, war der Anschluss bis in den Keller hinein für Niederkasseler Immobilienbesitzer kostenlos – auch ohne einen direkten Vertragsabschluss mit dem Anbieter. Das ist in Mondorf, wo der Glasfaserausbau gerade ansteht, anders.

Vor Beginn der Arbeiten hatte der Bonner Telekommunikationskonzern mit den kostenlosen Anschlüssen ohne Vorbedingungen geworben. Versorgungsanschlüsse für Breitband bis ins Haus bietet das Unternehmen auch in Mondorf an, allerdings nur, wenn die Eigentümer auch direkt einen Vertrag über die Lieferung von schnellem Internet abschließen. Dieser kann mit jedem Telekommunikationsanbieter abgeschlossen werden, vorausgesetzt, er kooperiert mit der Deutschen Telekom.

„Ich weiß nicht, warum die Telekom von der Vereinbarung zurücktritt“, sagt der zuständige Beigeordnete Stephan Smith auf Nachfrage. Die Entscheidung greife aber bundesweit und nicht nur für Niederkassel. „Tatsächlich hat es keinen Vertrag gegeben, vielmehr handelte es sich um eine Absichtserklärung, und die ist im deutschen Recht nicht bindend“, räumt er mit Blick auf den „Letter of Intend“ zwischen Stadt und Telekom ein. „Zudem können wir als Stadt keinen Vertrag abschließen, der bewirkt, dass die Telekom einen Hausanschluss für private Dritte herstellt“, sagt Smith.

Dass die Telekom weiterhin zum Glasfaserausbau in Niederkassel steht, versichert deren Unternehmenssprecher Maik Exner. Man freue sich über die hohe Nachfrage nach Glasfaseranschlüssen vor Ort. „Unser Ziel ist es, die Wartezeiten für Kunden, die einen Glasfaseranschluss direkt nutzen wollen, so kurz wie möglich zu halten“, erklärt er. Die bundesweit hohe Nachfrage nach Glasfaseranschlüssen und die begrenzten Baukapazitäten führten jedoch dazu, dass die Priorität auf Kunden mit einer Tarifbuchung liege. „Haushalte, die den Anschluss heute nutzen wollen, sollten nicht warten müssen, weil andere Anschlüsse auf Vorrat gelegt und nicht direkt genutzt werden“, sagt er.

Thema im nächsten Bauausschuss

Damit geben sich Politik und Verwaltung nicht zufrieden. In der nächsten Sitzung des Bauausschusses sind deswegen zwei Telekom-Mitarbeiter, aus den Bereichen Vertrieb und Bauen, eingeladen, die Rede und Antwort stehen sollen. Immerhin hat der Anbieter die Vereinbarung mit der Stadt stets als ein Pilotprojekt für besondere Verlegemethoden bezeichnet.

Mehr Infos zum Glasfaseranschluss in Niederkassel auf www.niederkassel-connect.de.

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