ÖPNV Niederkassel liegt weit vorne

NIEDERKASSEL · Mit so viel Lob hatte selbst Bürgermeister Stephan Vehreschild nicht gerechnet, als er zum Ortstermin an einer Vorzeige-Bushaltestelle an der Rheidter Straße gleich vor der Feuerwehr einlud.

 Ortstermin an der Haltestelle (v.l.): Marcus Kitz, Manfred Gehder vom zuständigen Ingenieurbüro, Bürgermeister Stephan Vehreschild, Helmut Luithle, Michael Rheinhardt und Norbert Reinkober.

Ortstermin an der Haltestelle (v.l.): Marcus Kitz, Manfred Gehder vom zuständigen Ingenieurbüro, Bürgermeister Stephan Vehreschild, Helmut Luithle, Michael Rheinhardt und Norbert Reinkober.

Foto: Martina Welt

Norbert Reinkober, Geschäftsführer des Nahverkehr Rheinland, lobte die Stadt Niederkassel, die gemeinsam mit Troisdorf "ganz weit vorne liege" im Rheinland, wenn es um den behindertengerechten Umbau der Bushaltestellen gehe.

Gleichzeitig ließ er durchblicken, dass er guter Dinge sei, auch den Folgeantrag der Stadt zur Förderung von 17 weiteren Haltestellen bald auf den Weg bringen zu können. 47 der insgesamt 69 Haltestellen seien bereits umgebaut, erläuterte der für die Haltestellen verantwortliche Mitarbeiter der Stadtverwaltung, Helmut Luithle.

So einfach, wie man sich das zunächst vorgestellt habe, seien die Maßnahmen allerdings nicht gewesen, ließ Luithle die mehr als sieben Jahre, in denen bisher umgebaut wurde, Revue passieren. Versorgungsunternehmen, unterschiedliche Baulastträger und nicht zuletzt die Anwohner habe man mit ins Boot nehmen müssen. Inzwischen sei ein halber Schrank nur mit Akten zu den Bushaltestellen gefüllt, berichtete Luithle.

20 000 bis 50 000 Euro - je nach Umfang der Maßnahme - kostet der Umbau einer Haltestelle. Die Wartehäuschen aus Sicherheitsglas schlagen mit 5000 bis 7000 Euro zu Buche. Rund 85 Prozent förderte in den ersten Jahren der Rhein-Sieg-Kreis. Jetzt erstattet der Nahverkehr Rheinland rund 90 Prozent der Kosten. Er ist seit 2008 der Fördergeber.

Die Resonanz der Bürger sei sehr positiv, bestätigten die Vertreter der Stadt ebenso wie der CDU-Fraktionsvorsitzende Marcus Kitz, der als Ratsmitglied dem Arbeitskreis zur Umgestaltung der Bushaltestellen angehörte. Die Niederkasseler Besonderheiten im Öffentlichen Personennahverkehr skizzierte Michael Rheinhardt, Geschäftsführer der Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft (RSVG). In der Stadt gebe es keinen Bahnanschluss, deshalb sei das Busangebot frühzeitig verbessert worden - zum Beispiel durch die Einführung des Schnellbusses.

Dass die Barrierefreiheit auch für mehr Pünktlichkeit sorge, formulierte Kitz am Beispiel der Linie 501 vom Wahner Bahnhof über Zündorf, Sieglar, Troisdorf bis nach Siegburg. Der Bus halte auf dieser Strecke 60 Mal und benötige 90 Minuten. Ohne barrierefreien Einstieg, den der erhöhte Bordstein ermögliche, bedeute es für Mütter mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer oder Senioren, aber auch für kleine Kinder eine enorme Anstrengung, in den Bus zu gelangen. "Das braucht Zeit und sorgt für Verspätungen."

Rheinhardt kündigte als nächsten Schritt die Installation von automatischen Fahrgastinformationen an stark frequentierten Haltestellen an. Das Problem des Vandalismus will die Stadt gemeinsam mit Polizei und Schulen angehen. Zerschlagene oder beschmierte Scheiben seien ein großes Problem. Hilfe bot hier auch Rheinkober an, der auf entsprechende Pläne zur Prävention krimineller Handlungen des Nahverkehrs Rheinland verwies. Aktuell werden die Haltestellen zweimal jährlich gereinigt, auch von Graffiti, und immer wieder werden zerschlagene Scheiben ausgetauscht.

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