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Pläne für Niederkassel: Politik ebnet Weg für konkrete Planung der Schulerweiterung

Pläne für Niederkassel : Politik ebnet Weg für konkrete Planung der Schulerweiterung

Die Fraktionen haben sich bei der Erweiterung des Schulzentrums Nord in Niederkassel-Lülsdorf auf Variante zwei geeinigt. Was bedeutet die Entscheidung im Einzelnen?

Es kann weitergehen mit den Planungen zur Erweiterung des Schulzentrums Nord in Lülsdorf. Im dritten Versuch haben sowohl der Ausschuss für Schule, Kultur, Sport und Soziales als auch der Bauausschuss jeweils einstimmig die überarbeitete Alternative zwei der bereits mehrfach vorgestellten Planung zur Erweiterung des Schulzentrums Nord verabschiedet. Damit ist die Grundlage für die Arbeitsgemeinschaft der Architektenbüros Fischer & Fischer sowie hks festgezurrt.

Erstaunlich schnell ging es am Donnerstagabend mit dem so lang ersehnten Beschluss. Es gab lediglich einige sachliche Fragen zur Sicherheit im Hinblick auf die geplanten Cluster mit wesentlich mehr Transparenz statt herkömmlicher Klassenräume – und einen Prüfauftrag der CDU an die Verwaltung. Eine halbe Stunde später folgte die Abstimmung, die den Weg frei macht für das Mammut-Projekt mit Nettobaukosten von rund 33 Millionen Euro. Geplant sind drei neue Gebäude: Die Gesamtschule wird erweitert, und es entstehen eine Dreifachturnhalle und eine Mensa für den gesamten Campus.

Wie berichtet, hatte vor allem die CDU-Fraktion noch in der Juni-Sitzung Zweifel. Insbesondere mit der Anordnung der neuen Mehrzweckhalle konnte sie sich zunächst nicht anfreunden. Der Beschluss wurde daraufhin vertagt und die weitere Planung verzögert. Anfang der vergangenen Woche waren die Architekten dann nochmals in den Fraktionen zu Gast, und am Donnerstag konnte sich dann auch die CDU-Fraktion für eine Variante entscheiden.

Rücksicht auf Stadtbahnplanung

Allerdings knüpften die Christdemokraten an ihr Ja auch einen Prüfauftrag. So soll geprüft werden, wie lange die Haltbarkeit des Sportplatzes an der Premnitzer Straße ist und ob eine mittelfristige Verlegung in den Bürgerpark, der sich an die alte Dreifachsporthalle anschließt, möglich ist. Hintergrund: Die Stadtbahn, deren Realisierung immer näher rückt, würde durch die Premnitzer Straße fahren und dann das Sportzentrum mit Sportplatz, Schwimmbad und den Sporthallen durchtrennen. Der Prüfauftrag beinhaltet auch, dass die mögliche Verlegung des Sportplatzes bei der Stadtbahnplanung zu berücksichtigen ist. Bei der Verabschiedung des Prüfauftrages gab es eine Gegenstimme aus der FDP. Jürgen Bergmann, der als sachkundiger Bürger für die Liberalen im Bauausschuss sitzt, erläuterte, warum: „Wir wollen jetzt, dass es bei der weiteren Planung der überarbeiteten Variante zwei keine weiteren Verzögerungen mehr gibt.“ Zudem verwies er auf die Pläne, zu diesem Großprojekt einen eigenen Arbeitskreis oder Ausschuss zu bilden, welcher sich dann mit dem Gesamtkonzept beschäftigt. „Da gehört so ein Prüfauftrag dann rein“, so Bergmann.

Friedrich Reusch (SPD) argumentierte ähnlich. „Was bedeutete der Prüfauftrag für das Projekt Schulerweiterung“, fragte er. Schließlich seien auch das Hallenbad und die kleinere Halle an der Berliner Straße vom gewünschten möglichen Sportzentrum abgeschnitten, wenn die Bahn dort fahre. „Ich will nicht, dass das Projekt mit irgendetwas belastet wird, was eine Verzögerung bedeutet.“, sagte Reusch. Dem stimmte auch Stefan Robert (CDU) zu. „Auch wir wollen keinen weiteren Aufschub und haben mit Planern und Vereinen konstruktive Gespräche geführt“, sagte er. Der Prüfauftrag sei das Ergebnis gewesen, um mit Anbindung an die Tennisanlage einen zentralen Sportpark Nord zu schaffen, der nicht von der Stadtbahn zerschnitten werde.

Busschleife fällt weg

Mit den Beschlüssen werden die neue Mehrzweckhalle und die daran angeschlossene Mensa im östlichen Teil des Schulzentrums angesiedelt werden. Auch für einen möglichen Neubau der Förderschule gibt es bereits einen Platzhalter auf dem Areal, sie ist jedoch derzeit nicht Bestandteil der Planungen. Um die stetig wachsende Zahl an Schülern während der Planungs- und Bauphase unterbringen zu können, stellt die Stadt im nördlichen Teil der Parkplätze weitere Container auf. Sie sollen insbesondere als Kursräume für die Oberstufe dienen.

Da die vorhandene Busschleife wegen der Erweiterung des Schulzentrums Richtung Osten wegfällt, wird der Verkehrsausschuss sich in einer der nächsten Sitzungen mit der künftigen Anbindung des Schulzentrums an den öffentlichen Personennahverkehr beschäftigen. Auch das wurde einstimmig beschlossen.