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„Qualitätszirkel Ganztag“ bereitet sich vor: Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder

„Qualitätszirkel Ganztag“ bereitet sich vor : Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder

Die Stadt hat ein großes Thema vor der Brust: den Rechtsanspruch auf einen Platz in der offenen Ganztagsbetreuung. Der Jugendhilfeausschuss stellt seine Planungen zur Erfüllung des Anspruchs vor.

Am 2. Oktober hat der Bundestag das Ganztagsförderungsgesetz beschlossen. Ab dem Jahr 2026 gilt der Rechtsanspruch für Grundschulkinder der ersten Jahrgangsstufe, jedes Jahr wird er um eine Jahrgangsstufe ausgeweitet. Ab dem 1. August 2029 hat dann jedes Grundschulkind in allen Stufen einen Anspruch auf eine ganztägige Betreuung. Die Teilnahme bleibt freiwillig.

Dies sei ein großes Thema für die Verwaltung, so Ruth Hartmann. Die Fachbereichsleiterin informiert über die Planung und Gründung eines „Qualitätszirkels Ganztag“, an dem die Grundschulleitungen, Schulleitungen und der Träger Offener Ganztagsschulen (OGS) der Arbeiterwohlfahrt, „Betreute Schulen”, teilnehmen. „Es geht um die Qualität der Ganztagsbetreuung und um den quantitativen Aufbau für die OGS“, so Hartmann. „Zu Beginn des nächsten Jahres soll eine konstituierende Sitzung einberufen werden, um eine Geschäftsordnung zu beschließen.“ Im Februar oder März solle diese dann zur Beschlussfassung dem Jugendhilfeausschuss vorgelegt werden.

Die quantitative Nutzungssteigerung werde man bewältigen können, so Carsten Walbröhl. „Zurzeit werden mehr als 60 Prozent der Kinder in der OGS betreut“, berichtet der Beigeordnete. „Bei dem Bau der Mensen in den Grundschulen sind wir von 90 Prozent Auslastung ausgegangen.“ Ziel sei es, möglichst ohne Baumaßnahmen auszukommen, wobei Möbelkonzepte für multifunktionale Nutzung sorgen sollen. Ob überhaupt zusätzliche OGS-Klassen eingerichtet werden, werde vom Qualitätszirkel diskutiert und erarbeitet. Dieser solle verschiedene Modelle entwickeln.

Der Förderschule in Mondorf wird dabei eine Sonderstellung eingeräumt. „Das ist ein ausgesprochen komplexes Thema“, so Walbröhl, „Stand heute wird es dort keine OGS geben“. Dies sei bedauerlich, aber aus Platzgründen nicht zu ändern. „Wenn sich die Laurentiusschule anderweitig entwickelt, kann man nachsteuern.“