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Erfindung aus Niederkassel: Schokoladensekt für die Stars in Hollywood

Erfindung aus Niederkassel : Schokoladensekt für die Stars in Hollywood

Am Anfang standen Experimente auf der eigenen Terrasse. Inzwischen hat Harald Lutze-Panzenell aus Niederkassel seinen eigenen Chocosecco kreiert. Der wird nun ab dem 25. November in den USA verkauft.

Mädelsabend, die Stimmung ist hervorragend, es perlt im Glas. Zeit für einen Chocosecco, den ein Mann aus Niederkassel erfunden hat und der mit einem dazu passenden Rotwein auf die Reise in die USA und nach Hollywood unterwegs ist. Der Mann heißt Harald Lutze-Panzenell, ist 61 Jahre alt und über 20 Jahre lang in der Süßwarenindustrie als externer Marketingberater tätig gewesen.

Wenn er an die Entwicklung denkt, muss er lachen. „Ich hatte mir für die Grundrezeptur verschiedene natürliche Aromen besorgt. Damit kam ich dem gewünschten Ergebnis schon sehr nahe. Aber für die Feinabstimmung mussten dann doch die Profis in der Getränkeentwicklung ran. Am Ende des Tages sind viele weitere Dinge zu beachten“, sagt Lutze-Panzenell. Es komme dabei nicht nur auf die Geschmackskomponenten an, sondern man müsse auch gesetzliche Vorgaben erfüllen, den Alkoholwert, den Flaschendruck und die Verschlussart beachten. „Das alles kostet verdammt viel Geld, aber der Einsatz scheint sich jetzt gelohnt zu haben“, so der Niederkasseler.

Rotwein mit Schokoladengeschmack

Auch einen Choco-Toffee-Rotwein hat er entwickelt „Der Chocosecco sollte nicht alleine bleiben, deshalb kam noch ein Rotwein hinzu. Der ist brandneu.“ Es habe schon mehrere Rotweine mit Schokoladengeschmack gegeben. „So haben wir einen Rotwein mit einer besonderen Rebsorte und neben Schoko- auch mit Toffeegeschmack entwickelt. Dazu gibt es übrigens die Seite www.choco-toffee.de.“

Lutze-Panzenell wurde von großen Firmen angeheuert, um ihnen die aktuellen Trends vorzustellen und sie marketingtechnisch optimal aufzustellen. Er hat so manche Confiseriefigur entwickelt. So hatte er Ende der 1990er Jahre Kontakt zu einem belgischen Pralinenhersteller, für den er das Moorhuhn als Confiserie- und Marzipanfigur entwickelt hat. Dadurch wurde er bekannt und landete sogar auf der Titelseite eines wichtigen Branchenmagazins. Bis 2018 war er für viele Hersteller und Produzenten der „Mann für alle Fälle“.

Experimente auf der eigenen Terrasse

Er war ständig in Europa unterwegs. Dabei fiel ihm schon früh auf, dass es keinen Sekt mit Schokogeschmack gab. Auf der eigenen Terrasse hat er angefangen mit Wein, Kohlensäure und Schokoladenaromen zu experimentieren. Seine Freunde mussten als Testpersonen herhalten. Er sicherte sich die Domain www.chocosecco.de und ließ sich den Begriff international als Wortmarke schützen.

2012 wollte ihm ein großer Sektproduzent die Markenrechte und Rezeptur für kleines Geld abkaufen. Wiederum ein paar Jahre später hatte er einen Lizenznehmer gefunden, doch die Zusammenarbeit währte nicht lange. Im vergangenen Jahr endlich tat sich die Tür für den ehemaligen Hardrock-Musiker weit auf. Ein Produktentwickler war an einer Partnerschaft und am Chocosecco interessiert. Dritter im Bunde wurde eine Firma, die zu diesem Zeitpunkt ein eigenes Portfolio mit Schwerpunkt Export aufbauen wollte. Mit Erfolg: Derzeit sind Container aus Deutschland in die USA unterwegs, beladen mit hunderten Kisten Chocosecco, die ab dem 25. November in Hollywood und vielen anderen Städten dort über eine große Warenhauskette zum Kauf angeboten werden.

Einen Genusstipp für seine beiden Getränke hat der Niederkasseler auch parat: „Der Choco-Toffee ist eher raumtemperiert zu genießen, während der Chocosecco eiskalt ins Glas sprudeln sollte.“ Na dann mal Prost aus Niederkassel in die große weite Welt.