Schulzentrum Nord in Niederkassel Spatenstich für umstrittenes 90-Millionen-Euro-Projekt

Niederkassel · Die Kostenexplosion beim Niederkasseler Neubauprojekt Schulzentrum Nord hatte zuletzt zu Bürgerprotesten geführt. Jetzt gab die Stadt den offiziellen Startschuss. Und Bürgermeister Matthias Großgarten ist zuversichtlich – was den Zeitplan und Kostenrahmen betrifft.

Spatenstich für das neue Schulzentrum Nord, im Hintergrund das Kopernikus-Gymnasium. Von links Sebastian Koch, Ausschussvorsitzender; Dirk Stüber, Schulleiter Kopernikus-Gymnasium; Dr. Catrin Albrecht, Schulleiterin Gesamtschule Nierderkassel; Matthias Großgarten, Bürgermeister Niederkassel; Karsten Mohr, Bereichsleiterr Generalunternehmer Bauwens

Spatenstich für das neue Schulzentrum Nord, im Hintergrund das Kopernikus-Gymnasium. Von links Sebastian Koch, Ausschussvorsitzender; Dirk Stüber, Schulleiter Kopernikus-Gymnasium; Dr. Catrin Albrecht, Schulleiterin Gesamtschule Nierderkassel; Matthias Großgarten, Bürgermeister Niederkassel; Karsten Mohr, Bereichsleiterr Generalunternehmer Bauwens

Foto: Hans-Werner Klinkhammels

Das größte und teuerste Bauvorhaben, das die Stadt Niederkassel bislang in Angriff genommen hat, befindet sich im Zeitplan. Bürgermeister Matthias Großgarten gab sich am Dienstag beim Spatenstich des Schulzentrums Nord in Lülsdorf zuversichtlich, dass die ersten Schülerinnen und Schüler zum Schuljahr 2026/2027 in diesem 90-Millionen-Euro-Neubau unterrichtet werden. Auch die Vereine sollen ab diesem Zeitpunkt die Mehrzweckhalle nutzen können. Großgarten gab am Dienstag zusammen mit dem Vorsitzenden des Ausschuss Schulzentrum Nord, Sebastian Koch, Dirk Stüber, Schulleiter Kopernikus-Gymnasium, Catrin Albrecht, Schulleiterin Gesamtschule Niederkassel sowie dem Bereichsleiter des Generalunternehmers Bauwens, Karsten Mohr, den offiziellen Startschuss des Bauprojekts.

Allerdings wird schon seit einigen Monaten fleißig auf dem mehr als zwei Hektar großen Baufeld zwischen Berliner Straße, Kopernikus- und Markusstraße gearbeitet – und es hat bereits viel getan. Neben dem Bau des Retentionsbeckens wurden mannigfaltige Vorbereitungen für den Bau der sechszügigen Schule mit rund 11.000 Quadratmetern getan. Zum Komplex gehören auch eine Mensa mit Sitzgelegenheiten für knapp 400 Menschen und einer Größe von knapp 1400 Quadratmetern sowie die mehr als 4200 Quadratmeter große Mehrzweckhalle.

Das geplante Bauvorhaben hatte in der Stadt bekanntlich zu viel Unruhe geführt und ist in der Bürgerschaft mehr als umstritten. Der Grund dafür liegt im Beschluss des Stadtrats, wegen der immensen Baukostensteigerung die Grundsteuer B von 690 auf 1100 Prozentpunkte anzuheben. Die zunächst geplanten Kosten waren nämlich von ursprünglich knapp 43 Millionen Euro über zunächst 65 Millionen bis aktuell auf gut 90 Millionen Euro geradezu explodiert. Der Unmut äußerte sich in Beschwerden von Bürgern und Unterschriftensammlungen für Petitionen, die jedoch alle ins Leere liefen.

Rohbau beginnt ab Mitte Mai

Von all dem ist Karsten Mohr nicht betroffen. Der Bereichsleiter des Generalunternehmens verweist darauf, dass seine Firma in mehreren Projekten tätig ist. Jedoch sei der Bau des Schulzentrums Nord „etwas Größeres“. Die in Köln ansässige mittelständische Firma habe mit Preis und Konzept überzeugen können und auch bereits die ersten Aufträge vergeben. „Wir haben versucht, soweit wie möglich regionale Firmen einzubinden“, erklärt er und schaut in die Zukunft: „Mitte bis Ende Mai wollen wir mit dem Rohbau beginnen, dann kommt der Beton. Wenn der da ist, dann läuft die Baustelle. Ausbau und Haustechnik können dann Ende des Jahres folgen.“ Der Zeitplan steht und fällt indes mit den Wetterbedingungen. „Das sind wichtige Faktoren beim Rohbau“, sagt er.

Großgarten bestätigt indes nochmals, dass alles darauf hinauslaufe, im Sommer 2026 die ersten Schüler aufnehmen zu können. Daneben seien zudem die Kosten im Griff: „Wir bewegen uns nach wie vor im kalkulierten Kostenrahmen von 90 Millionen Euro. Diese Summe wird aber nicht nur für den Bau, sondern auch für Planungs- und Begrünungsarbeiten des gesamten Areals veranschlagt.“ Unterdessen wird sich der den Bau begleitende Ratsausschuss in den kommenden Monaten mit den Möblierungskonzepten beschäftigen. Am Dienstagabend präsentierte der Generalplaner den aktuellen Arbeitsstand. Ziel sei es, bis zum dritten Quartal 2024 ein vollumfängliches Möblierungskonzept inklusive Kostenaufstellung zu erstellen, hieß es.

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