Rheinufer in Niederkassel Stadt schützt brütendes Schwanenpaar am Rheidter Werth

Niederkassel · Seit einigen Jahren hat ein Schwanenpaar seine Brutstätte am Rheidter Werth. Äußere Einflüsse haben das Brüten allerdings meist erschwert. Wie die Stadt Niederkassel die Vögel und ihr Nest vor Hochwasser, Hunden oder Eierdieben schützen will.

 Die Stadt Niederkassel schützt ein brütendes Schwanenpaar mit einem Bauzaun.

Die Stadt Niederkassel schützt ein brütendes Schwanenpaar mit einem Bauzaun.

Foto: Stadt Niederkassel

Mal war es der Rhein, der Hochwasser führte, mal ein Angriff durch einen Hund, dann wieder schlugen Eierdiebe zu – wirklich ungestört konnte ein Schwanenpaar seine Brutzeit in den vergangenen Jahren am Niederkasseler Rheinufer nicht verbringen. Dennoch sind die Vögel ihrer einmal gewählten Brutstätte am Rheidter Werth immer treu geblieben. Auch in diesem Jahr haben sie wieder ein Nest an der Laach, einem Altarm des Rheins, gebaut. Um ihre Brut zu schützen, hat die Stadt Niederkassel nun die Tierrettung Dogman aus Leverkusen eingebunden und erste Schritte unternommen.

Plötzlich waren die Eier weg

Stadt und Tierrettung sind schon seit ein paar Jahren für die Rheidter Schwäne im Einsatz, immer mit dem Ziel die Wasservögel und ihre Brut zu unterstützen und zu schützen. Dabei habe es allerdings immer wieder teils unerwarteten Ereignisse gegeben, die die Bemühungen zunichtemachten. Im Mai 2021 verlegten die Fachleute aus Leverkusen etwa das vom Hochwasser bedrohte Nest und konnten so zunächst vier der insgesamt sechs Eier retten. Am Tag nach der Rettung war das Nest dann allerdings leer. „Durch wen oder was konnte nie geklärt werden“, sagt Stadtsprecher Markus Thüren. Erfahrungen wie diese lassen die amtlichen wie ehrenamtlichen Artenschützer und Artenschützerinnen aber nun zusätzliche Vorsicht walten.

Regen kann gefährlich werden

„Bei Dogman wird nun geschaut, inwieweit man die Tiere frühzeitig beim Brüten unterstützen kann, damit der Nachwuchs sicher und geschützt zur Welt kommt“, sagt Thüren. Die Tierschützer seien in direktem Kontakt mit dem Niederkasseler Umweltamt, gemeinsam überlege man weitere Schritte für den Schutz der Tiere. Gleich mehrere Faktoren könnten die Brut in diesem Jahr gefährden. „Durch die momentan zunehmenden Regenwassermengen ist ein Anstieg der Wasserstände sehr wahrscheinlich“, so Thüren. Das Wasser könnte das Nest wegspülen oder die Eier zerstören. Außerdem habe das Schwanenpaar sein Nest an dem Ufer gebaut, das nahe dem Rad- und Fußweg liege. „Auch wenn eine allgemeine Anleinpflicht für Hunde besteht, wird diese gerade auf den befestigten Wegen nicht von allen Hundebesitzern und Hundebesitzerinnen eingehalten“, sagt der Stadtsprecher. Das könne zu einem erneuten Angriff durch Hunde oder zu erheblichen Störungen beim Ausbrüten führen.

Um die Schwäne ein wenig abzuschirmen und ihr Nest und die darin liegenden Eier besser zu schützen, hat die Stadt Anfang des Monats einen Bauzaun um ihr Nest aufgestellt. Dieser solle die Wasservögel nicht einsperren, er diene ihrem Artenschutz. Zugleich appelliert die Verwaltung an ihre Bürger und Bürgerinnen, im Bereich der Rheidter Laach achtsamer zu sein. So lange das Nest noch relativ offen daliegt und keine weiteren Schritte getroffen worden sind, bittet die Stadt darum, Hunde angeleint und Kinder nicht unbeaufsichtigt zu lassen. „Es wird kein böser Wille unterstellt, aber leider können auch kleine Störungen zu massiven Folgen führen und die Brut schädigen“, so die Stadt.

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