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Niederkasseler Kinder- und Jugendparlament: „Wir sind gegen diese Brücke“

Niederkasseler Kinder- und Jugendparlament : „Wir sind gegen diese Brücke“

Das neue Niederkasseler Kinder- und Jugendparlament hat viel vor – und bezieht bei einigen Themen auch schon klar Position. So stößt die geplante neue Rheinbrücke bei Niederkassel auf Ablehnung unter den jungen Leuten.

Es wird eng im Aufenthaltsraum des Jugendclubs Widdig in Niederkassel-Ranzel, wenn sich das 20-köpfige Kinder- und Jugendparlament dort zur Vollversammlung einfindet. Schon zweimal haben sich die Kinder- und Jugendvertreter dort versammelt, um Eckpunkte ihrer Arbeit abzustimmen. Zwischen zehn und 16 Jahre alt sind die Kids um ihren Vorsitzenden Marius Bürger (16) und dessen Stellvertreterin Saskia Eich (16). Sie haben sich einiges vorgenommen aber dank des neuen Wahlmodus gab es in diesem Jahr keine Probleme, alle 20 Plätze zu besetzen.

Für Fin Weiler, Johannes Gebhard und Miriam Bedraoui begann im Juli bereits die zweite Amtszeit im Kinder- und Jugendparlament. Sie hatten sich für den neuen Wahlmodus stark gemacht und deshalb immer wieder beim Jugendhilfeausschuss vorgesprochen. „Uns war es wichtig, dass alle Kinder und Jugendlichen in Niederkassel vor der Wahl angeschrieben werden“, berichtet Weiler von der Neuerung. Deshalb war der Zuspruch auch wesentlich größer als in den Jahren zuvor. 56 Kinder meldeten sich online zurück, etwas weniger haben sich vorgestellt und 20 Kinder wurden am 29. Juli gewählt. In diesem Jahr konnten auch Kinder, die nicht in Niederkassel zur Schule gehen, erreicht werden.

Umfassende Agenda

Zuvor wurden die Wahlen schulintern bekannt gemacht und erreichten somit nur Kinder, die Niederkasseler Schulen besuchten. Entsprechend ist nun die Aufteilung im Parlament. Rund ein Drittel der Jugendvertreter kommen aus Schulen im Umkreis wie Troisdorf, Bonn oder Köln. Der Jüngste ist Zayd Benhadou (10). Er besucht die fünfte Klasse des Lessing Gymnasiums in Köln-Zündorf und wohnt in Niederkassel. „Als ich den Brief bekam, wollte ich gerne mal schauen, was denn da so gemacht wird. Ich habe mich vorgestellt und wurde gewählt“, berichtet er. Die Agenda, welche die Kinder und Jugendlichen selbst aufgestellt haben, ist umfassend: Der Öffentliche Personennahverkehr muss ihrer Meinung nach vor allem nachts besser werden. „Wir kommen am Wochenende nicht mehr nach Hause“, bemängeln sie.

Danica Schönfisch (12) und Christina Bino (13) nehmen die Spielplätze unter die Lupe und werden Verbesserungsvorschläge machen. Ein Projekt für legales Sprayen will das Parlament gerne initiieren. Zudem haben die jungen Leute eine eindeutige Meinung zur geplanten Rheinbrücke. „Wir sind gegen diese Brücke“, sagt Saskia Eich klipp und klar. Sie sei zu teuer und trage dazu bei, dass die Luft in Niederkassel weiter verpestet werde. Auch stört sie sehr, dass die Trasse zur Autobahn durch das Retentionsbecken in Lülsdorf führt. Damit verschlechtere sich die Wohnqualität in der Stadt erheblich. Weitere Themen sind der Chillplatz beim DRK-Gebäude, fehlende oder defekte Mülleimer etwal an Bushaltestellen und die geplante interaktive Webseite des Kinder- und Jugendparlaments. Daran arbeitet Fin Weiler im Moment.