Sitzung in Swisttal-Ludendorf Party mit Achnes Kasulke und Cat Ballou

SWISTTAL-LUDENDORF · Da geht jedem Karnevalisten das Herz auf: ein ganzer Saal voller bunt kostümierter Frauen in bester Party-, Karnevals- und Feierlaune. Wie immer war die große Halle des Baubetriebshofs der Gemeinde Swisttal komplett besetzt bei der Damensitzung der Ludendorfer Jonge - ausverkauft ohne Werbung.

 Die "Hellige Knäächte un Mägde" wirbelten bei der Damensitzung der Ludendorfer Jonge über die Bühne.

Die "Hellige Knäächte un Mägde" wirbelten bei der Damensitzung der Ludendorfer Jonge über die Bühne.

Foto: Axel Vogel

Von Geheimtipp kann da schon lange nicht mehr die Rede sein, denn sie ist seit Jahren eine Marke mit Kultstatus, wie alle Veranstaltungen des Brauchtumsvereins Ludendorfer Jonge.

Präsident Dirk Lüssem hatte mit den 35 Jonge und den 23 Mädels - die allerdings als Gäste mitfeiern konnten - eine Sitzung vorbereitet, die keine Wünsche offen ließ. Den Auftakt machten die "Fidele Kölsche", die mit ihrem breiten Spektrum von kölschen Alltime-Hits zum Mitsingen und Mittanzen von "Wenn et Trömmelsche jeht" bis "Am Aschermittwoch ist alles vorbei" keine Wünsche der Damen offen ließen. Einfach aufhören mit "Ne Kölsche Jung" war nicht drin, denn die große Schar von jecken Damen sang ungerührt weiter.

So aufgewärmt, empfingen die Fraulück die einzige "vollständige Rede des Abends", wie Präsident Lüssem ankündigte. Die stellte sich auch gleich artig vor: "Ja, hallöchen zusammen. Damit ihr wisst, mit wem ihr es zu tun habt: Kasulke, Achnes Kasulke." Für das "Problem Blatter" hatte sie die passende Lösung: "Es muss ne Frau ran, dat Flinten-Uschi." Auch die Veränderungen des Familienlebens durch die digitalen sozialen Medien blieben von Achnes Kasulke nicht unkommentiert.

Wenn die Familie zum Essen kommen sollte, habe sie früher im Hausflur gerufen: "Essen ist fertig!" Anders die Zeiten heute: "Heute schreibste in die Whatsapp-Familiengruppe!" Mit einem Feuerwerk an Stimmungshöhepunkten feierten die Damen den Abend unter anderem mit den "Boore", den "Rabaue" und der "Gulaschkapell".

Herrensitzung

Um Worte verlegen ist "Jonge"-Präsident Dirk Lüssem selten. Höchstens dann, wenn es um die eigene Person geht. Und so war er völlig überwältigt und sprachlos, als er bei der Herrensitzung in der Bauhofhalle plötzlich unvorbereitet im Mittelpunkt einer seltenen Ehrung stand: Uwe Brüggemann, Vorstandsmitglied des Festkommitees Kölner Karneval, überreichte "dem Lü" den Verdienstorden in Silber des Festkomitees Kölner Karneval für sein "Silbernes Präsidenten-Jubiläum".

Dirk Lüssem ist seit sage und schreibe 25 Jahren Präsident der Ludendorfer Jonge. "25 Jahre Ludendorfer Jonge, das heißt 25 Jahre Präsident Dirk Lüssem", sagte Brüggemann. "Lü", inzwischen auch Literat bei der Kölner Traditionsgesellschaft "Treuer Husar", bekannte seine Liebe zu den "Jonge": "Das ist mein Verein, meine Heimat."

Ihre besonderen Qualitäten als Kult-Veranstaltung stellte die Herrensitzung der Ludendorfer Jonge auch in diesem Jahr wieder unter Beweis. Die Herren liefen schon ab dem späten Vormittag zu Hochform auf und feierten einen Auftritt nach dem anderen. Darunter Kracher wie Björn Heuser oder die "Boore", Volker Weininger als trinkfester Sitzungspräsidenten oder "Cat Ballou", die "Klüngelköpp" und die "Räuber".

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