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Interview mit Entertainerin: Pe Werner feiert 25-jähriges Bühnenjubiläum in Rhein-Sieg-Halle

Interview mit Entertainerin : Pe Werner feiert 25-jähriges Bühnenjubiläum in Rhein-Sieg-Halle

Pe Werner feiert ihr 25-jähriges Plattenjubiläum mit der WDR Big Band auf der Bühne der Rhein-Sieg-Halle. Vor 25 Jahren hat sie ihre erste Schallplatte produziert. 16 Alben weiter und um unzählige Preise und mannigfaltige Bühnenerfahrungen reicher, steht das musikalische Multitalent heute mehr denn je im Rampenlicht.

Die Entertainerin hat alle Klischees und Schubladen hinter sich gelassen. Sie singt, plaudert und träumt auf der Bühne, schreibt in verschiedenen Stilen, ist auch für Kollegen erfolgreich als Songwriterin tätig sowie als Buchautorin. In ihren Liedern, die gerne als poetische Balladen bezeichnet werden, zupft die Jazz-Diva mit Feingespür und großartiger Stimme die sensiblen Saiten ihres Best-of-Programms der letzten 25 Jahre.

Das Novum: Umringt wird sie dabei von einem riesigen Klangapparat, dem 80 Musiker starken Ensemble aus Mitgliedern des WDR Rundfunkorchesters und der WDR Big Band unter der Leitung von Jörg Achim Keller. Der lässt Werners Lieder erstmalig in einem neuen Arrangement wirken. Vor dem Siegburger Auftritt am Samstag, 15. März, dessen Programm als eigene CD produziert wird, sprach Pe Werner über Karneval, Jazz und die Sprache ihrer Träume mit Susanne Haase-Mühlbauer.

Sie sind in Heidelberg geboren, leben jetzt in Köln, der Hochburg des rheinischen Karnevals. Wie haben Sie denn in der vergangenen Woche gefeiert?
Pe Werner: Gar nicht. Ich habe mir den Kühlschrank vollgepackt und mich verbarrikadiert. Karneval habe ich ja das ganze Jahr auf der Bühne. Die Pappnas' trage ich beruflich.

Und musikalisch gibt es schon mal Querverweise zum Karneval?
Werner: Doch, natürlich. Vor zwei Jahren habe ich für Bernd Stelter ein Lied gemacht: "Liebelein, lass mich heute Abend dein Travolta sein." Da bin ich am Karnvalssonntag mit ihm durch die Säle gezogen, zehn Auftritte am Stück und Bernd war immer auf dem Punkt, von Auftritt zu Auftritt, eine riesige Leistung . . .

Sie tragen ja viele Berufsbezeichnungen - Sängerin, Songwriterin, Buchautorin, Kabarettistin - wie bezeichnen Sie sich selber?
Werner: Im Hotel an der Rezeption schreibe ich immer "Musikerin" auf die Anmeldung. Wobei mein Hauptarbeitsfeld das Singen, Texten und Komponieren ist. Kabarett und Entertainment kommen dann noch dazu.

Mit ihrem Album "Im Mondrausch" erhielten Sie den German Jazz Award. Ist das eine Art Ritterschlag?
Werner: Nicht per se. Aber über diesen Preis habe ich mich deshalb besonders gefreut, weil ich das Album zusammen mit dem Arrangeur Wieland Reissmann wider alle Vernunft gemacht habe. Mit Sinfonieorchester und Big Band zu produzieren ist ein Großprojekt. Plattenfirmen haben uns gesagt, das sei ein Nischenprodukt. Keiner wollte das erst veröffentlichen. Warner Music hat es dann gemacht, aber einen Großteil der Produktionskosten haben wir selber übernommen. Dass wir dann den German Jazz Award dafür bekommen haben, zeigt, dass man die Dinge tun muss, für die man brennt.

Kommt über den musikalischen Schwerpunkt Jazz/Swing der Schnittpunkt mit der WDR Big Band zustande?Werner: Ich habe bereits 2011 mit der WDR Big Band zusammengearbeitet, als wir die CD " Mit großem Besteck" mit Kompositionen sogenannter entarteter Autoren gemacht haben - Musik aus der Zeit des Nationalsozialismus. Seit dem German Jazz Award häuften sich dann die Big Band-Anfragen. Erst im Januar war ich mit Götz Alsmann unterwegs und mit der SWR Big Band.

Wer sind Ihre musikalischen Vorbilder?
Werner: Ganz klar bei den Beatles, dann den Interpreten Joni Mitchell, James Taylor und Carole King.

Das sind aber alles englischsprachige Musiker. Wieso singen Sie dann auf Deutsch?
Werner: Natürlich singen die alle in Englisch, aber für mich stand ziemlich schnell fest, dass ich in der Sprache singen will, in der ich träume.

Und wovon träumen Sie? Angekündigt sind die schönsten Nebensachen der Welt - Essen, Trinken und das Kribbeln im Bauch.
Werner: Ich habe ja in diesem Jahr 25-jähriges Plattenjubiläum. Seit der CD "Weibsbilder" 1989 sind es 16 Alben geworden. Und da umschreiben die drei Schlagworte den Querschnitt durch die Themen am besten.

Die letzte Platte war ja erst das Weihnachtsalbum "Ne Prise Zimt". Das haben Sie im Sommer geschrieben. Was schreiben Sie nun im Anschluss an die Karnevalszeit?
Werner: Ich schreibe für Mary Roos, ausdrücklich mal nicht über die Liebe ... Das hat sie sich gewünscht, und ihr Wunsch ist mir Befehl.

Und was ist das Besondere der Siegburger Produktion ?
Werner: Wir produzieren mein Best-of-Programm komplett mit der WDR Big Band und dem Rundfunkorchester. Jörg Achim Keller hat für alle Stücke die Arrangements geschrieben. Die proben wir gerade. Sie werden in Siegburg in dieser Form ihre Uraufführung haben. Es wird eine CD davon geben, aus dem Siegburger Konzert werden dann einige Live-Mitschnitte dabei sein.

Wann wird die CD erscheinen?
Werner: Spätestens im Frühjahr 2015.

Kennen Sie Siegburg bereits?
Werner: Hier fahre ich sonst immer vorbei. Als ich mit der hr-Big Band gearbeitet habe, bin ich immer im ICE zwischen Frankfurt und Köln gependelt. Jetzt freue ich mich auf den Halt.

Pe Werner gastiert am 15. März in Siegburg. Zusammen mit dem WDR Rundfunkorchester und der WDR Big Band steht sie ab 20 Uhr auf der Bühne der Rhein-Sieg-Halle. Karten gibt es in den Bonnticket-Shops der GA-Zweigstellen.