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Rhein-Sieg-Kreis: Polizei informiert zum Diebstahlschutz von Fahrrädern

1000 Räder jährlich im Rhein-Sieg-Kreis gestohlen : Polizei empfiehlt Codierung zum Schutz von Fahrrädern

1000 Fahrräder haben Unbekannte im vergangenen Jahr im Rhein-Sieg-Kreis gestohlen. Die Polizei hat die Initiative ergriffen und informiert Radfahrer, wie sie ihr Zweirad am besten schützen.

„Fünf bis zehn Prozent vom Einkaufspreis des Fahrrades sollten schon für ein diebstahlsicheres Fahrradschloss ausgegeben werden“, rät Guido Tepper. Er arbeitet bei der Kreispolizeibehörde Rhein-Sieg für das Kriminalkommissariat Kriminalprävention/Opferschutz und geht derzeit mit seinen Kollegen auf die Straße, um Fahrradfahrern Tipps gegen Diebstahl zu geben. Unlängst war er mit einem Stand am Mondorfer Rheinufer vertreten. Weitere Termine sollen in den kommenden Wochen folgen.

Der beste Schutz sei eine gute Sicherung des Rades, sagt der Experte. Tepper empfiehlt Schlösser, die vom Verband der Sachversicherer (VdS) geprüft und mit einem entsprechenden Siegel versehen sind. Dieser unterscheidet bei Sicherheitsschlössern die Klassen A für Fahrräder und B für Motorräder. Ist das Schloss mit „+“ gekennzeichnet, eignet es sich zum Anschluss des Fahrrades etwa an ein Geländer. Den besten Diebstahlschutz bieten dabei stabile Ketten-, Bügel- oder Faltschlösser. Für E-Bikes eignen sich laut Tepper zudem GPS-Systeme, die auf dem Mobiltelefon anzeigen, wenn das Rad bewegt wird.

Polizei rät zur Codierung

Weitere gute Tipps für Zweiradfahrer hält Teppers Kollege Dieter Hastrich bereit: „Der Fahrradpass ist wichtig. Hier sollte zumindest die Rahmennummer drin stehen. Anhand einer solchen Kennung und weiterer individueller Merkmale kann die Polizei bei einer Fahndung das Rad zweifelsfrei identifizieren.“

Die Informationsaktion der Polizei kommt bei den Bürgern gut an. „Ich bin froh über jeden Hinweis“, sagt in Niederkassel etwa ein Radfahrer, der zufällig vorbeigekommen ist und am Informationsstand Halt gemacht hat. Er nutzt die Gelegenheit, sich zu informieren. Dazu Hastrich: „Wir wollen nichts verkaufen, wir beraten nur.“ Sein Kollege Guido Tepper erklärt: „Es gibt Einzeltäter, die ein Rad für sich selbst benötigen, und organisierte Tätergruppen, die die Räder ins Ausland bringen und dort weiterverkaufen.“ Er rät dazu, das Fahrrad codieren zu lassen. „Die Codierung des Fahrradrahmens erlaubt im Falle eines Diebstahls die Zuordnung zum rechtmäßigen Eigentümer eines Fahrrads“, so Tepper.

Rund 1000 Fahrraddiebstähle pro Jahr

Im Rhein-Sieg-Kreis werden jährlich 1000 Räder gestohlen, berichtet Tepper. Die Pressestelle der Kreispolizeibehörde liefert auf Nachfrage aktuelle Zahlen. Demnach gab es 2020, Stand 31. Juli, bereits 372 Anzeigen wegen Fahrraddiebstahls, dabei seien insgesamt 387 Fahrräder (davon 42 Pedelecs) entwendet worden. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 944 Fahrraddiebstähle angezeigt, insgesamt wurden 1037 Fahrräder (davon 13 Pedelecs) entwendet. „Die Zahlen sind Annäherungswerte und nicht statistisch valide“, so die Pressestelle.

Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft mitteilt, haben Diebe 2018 rund 160 000 versicherte Fahrräder gestohlen und so einen Gesamtschaden in Höhe von 100 Millionen Euro verursacht. Für jedes gestohlene Fahrrad zahlten Versicherer im Schnitt 630 Euro. Dabei sei der Trend zu teuren Rädern ungebrochen. „Vor zehn Jahren betrug die Entschädigung für ein gestohlenes Rad im Schnitt noch 370 Euro, 2018 waren es 70 Prozent mehr“, heißt es.

Die Polizei bietet am Samstag, 12. September, sowie am Samstag, 10. Oktober, Fahrradcodieraktionen auf dem Gelände des Fahrradhändlers XXL Feld an der Einsteinstraße in Sankt Augustin an. Von 10 bis 12 Uhr gibt das Kommissariat Kriminalprävention auch jeweils Tipps zum Thema Fahrradsicherung. Fragen rund um das Thema Fahrraddiebstahl beantworten die Experten unter ☏ 0 22 41/5 41 47 77