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Erster Abschlussjahrgang seit Gründung: 48 Schüler feiern den Abschluss an Mendener Gesamtschule

Erster Abschlussjahrgang seit Gründung : 48 Schüler feiern den Abschluss an Mendener Gesamtschule

Die Fritz-Bauer-Gesamtschule in Menden feiert ihren ersten Abschlussjahrgang seit der Gründung im Sommer 2011. Es wurden zwei Fachhochschulreifen und 46 Mal Abitur erreicht.

Mit einem Festakt unter besonderen Coronaregeln hat die Fritz-Bauer-Gesamt­schule in Menden am Donnerstag die Übergabe von 46 Abiturzeugnissen und 2 Fachhochschulreifen an ihren Abiturjahrgang gefeiert. Nicht nur für die Absolventen war dies ein Grund zum Feiern: Es ist der erste Abiturjahrgang der Schule seit ihrer Gründung im Jahr 2011.

Hart hatten Politik und Bürger in den späten 2000er Jahren darum gerungen, ob Sankt Augustin eine Gesamtschule am Standort des Schulzentrums Menden bräuchte. Ein Bürgerentscheid zum Erhalt der früheren Real- und Hauptschulen scheiterte im November 2009 am Quorum. Gescheitert war allerdings auch der erste Anlauf als sogenannte „Pflicht-Gesamtschule“, bei dem im Februar 2010 knappe zwei der notwendigen 112 Voranmeldungen fehlten.

Jahre nach der Gründung verliefen „reibungslos“

Schließlich ging die Gesamt­schule zum Schuljahr 2011/2012 an den Start und trägt, auch um Verwechslungen mit der Gesamtschule Menden im Sauerland zu vermeiden, seit August 2017 den Namen Fritz-Bauer-Gesamtschule – eine Würdigung für den ehemaligen hessischen Generalstaatsanwalt, der den Frankfurter Auschwitz-Prozess auf den Weg gebracht hatte.

So kompliziert der Start, so reibungslos vergingen die Jahre seit der Gründung, wie Schulleiterin Stephani Overhage in einer bewegenden Rede den Wegbereitern und Wegbegleitern seit der Gründung dankte, aber auch den Schülern, die nun ihren Abschluss empfingen: „Dr. Heidi Scheffel, unsere damalige Dezernentin in der Bezirksregierung Köln, sagte zu euch: ,Ihr werdet immer die Ersten sein!’ Und so ist es gewesen.“

Schüler und Lehrer nutzten die Gründungsjahre, um Neues im Unterricht auszuprobieren und Weichen zu stellen, das Logo der Schule zu entwerfen oder einen Schulgarten anzulegen. Als erste Schule der Stadt führte die Gesamtschule Spanisch als zweite Fremdsprache ein. Kontakte zur Junior High School in der israelischen Partnerstadt Mewasseret Zion wurden geknüpft, die Schule als „Schule der Zukunft“, „Schule ohne Rassismus und Schule mit Courage“ profiliert und diverse Fahrten des Austauschs und der Weiterbildung eingeführt.

„Ich denke, wir konnten euch eine ganze Menge bieten“, resümierte die Schulleiterin: „Unter unserem Leitbild ,Vielfalt leben – Leistung erbringen – Wertschätzung erfahren’ habt ihr eure Schulzeit gemeistert.“ Und das nicht nur in der Theorie: Von 48 Schülerinnen und Schülern des Abschlussjahrgangs hatten sechs eine Hauptschul-, 18 eine Realschul-, 19 eine Realschul- oder eingeschränkte Gymnasial- und allein vier eine reine Gymnasialempfehlung.

Ein Schüler erhielt keine Übergangsempfehlung, nachdem er nach der Grundschulzeit in Afghanistan nach Deutschland kam und über die Hauptschule den Weg in die Oberstufe der Gesamtschule fand. Zwei Fachhochschulreifen und 46 Abiturzeugnisse „und dies trotz des Unterrichtsausfalls durch die Corona-Schulschließung“ – dem zollten die Lehrerschaft und auch die anwesenden Vertreter der Ratsfraktionen Anerkennung.

„Sie haben nicht nur die Nagelprobe bestanden“, gratulierte die erste stellvertretende Bürgermeisterin Jutta Bergmann-Gries: „Die Fritz-Bauer-Gesamtschule hat so ein ausgezeichnetes Profil, dass ich sagen kann: Sie ist aus Sankt Augustin nicht mehr wegzudenken, sie passt so gut zu unserer Stadt.“