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Standort Sankt Augustin: Adenauer-Stiftung will ihre Aktivitäten in der Region ausbauen

Standort Sankt Augustin : Adenauer-Stiftung will ihre Aktivitäten in der Region ausbauen

Verkauft ist sie noch nicht, die Immobilie der CDU nahen Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Sankt Augustin, aber der Kaufvertrag wird derzeit vorbereitet. Was viel wichtiger für die Beschäftigten und die Region ist: Die KAS wird mit den entsprechenden Abteilungen in Sankt Augustin bleiben und sich nicht aus der Region zurückziehen. Adenauers Erben gehen nicht stiften.

Die Räumlichkeiten werden zurückgemietet und die Mitarbeiter müssen nicht nach Berlin umsiedeln. "Wir haben den Zuwendungsbescheid vom Bund jetzt bekommen. Der Verkauf ist genehmigt", bestätigte KAS-Pressesprecher Matthias Barner gestern.

Klar aber ist, dass die Bildungsstätte Schloss Eichholz in Wesseling komplett aufgegeben wird. Die Mitarbeiter werden Büroräume in Sankt Augustin beziehen. "Damit verbunden ist, dass wir die Aktivitäten der Stiftung in der Region Köln/Bonn ausbauen und öffentlich sichtbar machen wollen", sagte Barner. Auch die zweite Bildungsstätte, Schloss Wendgräben in Sachsen-Anhalt, wird verkauft. Bis Ende des Jahres 2014 werden die beiden Bildungsstätten aber noch in vollem Umfang genutzt. Der Erweiterungsbau in Berlin ist auch genehmigt.

In Sankt Augustin will die KAS die Immobilie nach dem Verkauf für zunächst zehn Jahre zurückmieten. Archiv, zeithistorische Forschung, Kommunal-Akademie, das Politische Bildungsforum NRW und "einige zentrale Einheiten" bleiben dort. Dazu kommen die Beschäftigten aus Schloss Eichholz. Die genaue Anzahl der dann insgesamt in Sankt Augustin verbleibenden sowie nach Berlin umziehenden Mitarbeiter steht laut KAS-Sprecher Barner noch nicht fest.

In einem Brief an Bürgermeister Klaus Schumacher und dessen Wesselinger Amtskollegen, Hans-Peter Haupt, schreibt KAS-Generalsekretär Michael Thielen, dass die KAS sowie der Erwerber von Schloss Eichholz nachdrücklich daran interessiert seien, Schloss Eichholz auch nach dem Verkauf als Bildungseinrichtung zu erhalten. Als Betreiber oder Hauptnutzer könne die KAS nicht mehr fungieren. Die Adenauer-Stiftung wolle aber weiterhin dafür Sorge tragen, im Rahmen des Möglichen mit Seminarveranstaltungen einen Beitrag zur Belegung zu leisten.

Erfreut zeigte sich die Sankt Augustiner CDU. "Wenn die KAS langfristige Mietverträge mit dem neuen Eigentümer abschließt, dann zeigt sie auch dadurch, dass ihr der Stammsitz in Sankt Augustin wichtig ist", sagte Sankt Augustins CDU-Vorsitzender Axel Grzeszkowiak. Die Stiftung sei ein wichtiger Arbeitgeber in der Stadt und eine Institution mit Strahlkraft, begrüßte Martin Metz, Grünen-Fraktionsvorsitzender das Standortbekenntnis der KAS.

Freude auch bei Wolfgang Köhler, Chef der Fraktion Aufbruch: "Damit behalten wir nicht nur die derzeitigen Arbeitsplätze in Sankt Augustin, sondern es kommen neue hinzu."