1. Region
  2. Sieg & Rhein
  3. Sankt Augustin

Grundschule Sankt Martin in Mülldorf: Ärger um mangelnde Hygiene auf Schultoiletten

Grundschule Sankt Martin in Mülldorf : Ärger um mangelnde Hygiene auf Schultoiletten

Fäkalienresten auf den Toiletten und fehlendes Toilettenpapier: Eine Mutter beschert sich über die mangelhafte Hygiene an der Grundschule Sankt Martin in Sankt Augustin-Mülldorf.

Anke Steinbeck stinkt die aus ihrer Sicht mangelnde Hygiene der Toiletten an der Katholischen Grundschule Sankt Martin in Mülldorf. Steinbeck berichtet etwa von Fäkalienresten auf den Toiletten und fehlendem Toilettenpapier. „Ich weiß, das Problem mit der mangelhaften Hygiene der Schultoiletten gibt es schon lange, aber deshalb muss man es doch nicht akzeptieren. Die Stadt ist in der Pflicht“, sagte Steinbeck, deren Tochter die Schule besucht.

Die Stadt selbst wusste nichts von den Problemen bis zur Anfrage des General-Anzeigers, wie Stadtsprecherin Eva Stocksiefen sagte. Doch mittlerweile hat es einen Ortstermin gegeben, dabei schauten sich Mitarbeiter aus dem Rathaus – unter anderem aus dem Gebäudemanagement – sowie die Schulleitung die Toiletten an. Schulleiterin Ingrid Röhl sagte: „Das Treffen hat sich gelohnt. Die Stadt hat uns auch gesagt, dass Maßnahmen nötig wären.“ Gerade zu Schuljahresbeginn trete das Problem oft auf, wenn neue Erstklässler beginnen.

Bei dem Treffen ging es auch um den längerfristigen Ausfall des Hausmeisters an der Schule. Das wirkt sich auf die Sauberkeit der Toiletten aus, weil er sie kontrolliert und mögliche Mängel an das zuständige Gebäudemanagement meldet. Zwischenzeitlich habe eine Vollzeitkraft einer anderen Schule sich auch um die Grundschule gekümmert, so Stocksiefen. Doch nun sei absehbar, dass der Hausmeister länger krank sei. „Wir wollen eine befristete Krankheitsvertretung einrichten“, sagte Stocksiefen. Sie soll nach Möglichkeit Anfang Oktober besetzt sein. Zumal das Hausmeisterhäuschen in der Nähe der Toiletten liegt. Stocksiefen sagte: „Das kann eine Präventionsmaßnahme sein.“ Nach dem Motto: Wenn die Kinder dort vorbei müssen, fühlen sie sich beobachtet. Röhl sagte: „Ich bin froh, dass das auf den Weg gebracht ist.“

Eine weitere Maßnahme: Halter für größere Toilettenrollen sollen angeschafft werden, die Stadt erhofft sich davon weniger unbenutztes Toilettenpapier, das rollenweise im Klo landet, weil sie dann nicht offen herumstehen.

Wie berichtet, gab es in der Vergangenheit in Sankt Augustin schon Probleme mit der Reinlichkeit der Schultoiletten – unter anderem am Rhein-Sieg-Gymnasium und an der Grundschule Hangelar. Ein Vater zweier Schüler zeigte im Januar im Unterausschuss Bürgerangelegenheiten Bilder von Fäkalienrückständen in Hangelar. Bürgermeister Klaus Schumacher sagte seinerzeit: „Die Bilder treiben uns die Schamesröte ins Gesicht.“

Schon damals waren die Hausmeister ein Thema, von denen sich offenbar einige scheuten, Mängel zu melden – aus Angst, dass die Putzkräfte ihren Job verlieren könnten. Die Stadt reagierte laut Stocksiefen im Frühjahr. Seither füllen die Hausmeister Kontrolllisten aus, die sie an das Gebäudemanagement schicken, damit es bei Bedarf reagieren kann. Und in der Zwischenzeit hat die Stadt auch die Reinigungsaufgaben neu ausgeschrieben, seit August erledigen dies vier Firmen. „Die Rückmeldung ist überwiegend positiv, es läuft ganz gut“, sagte Stocksiefen.

Die Änderungen zu früher: Es gibt eine jährliche Grundreinigung und laut Stocksiefen ist klar vereinbart, an welchen Tagen was gereinigt wird. Dadurch soll es für die Hausmeister leichter sein, die Arbeit zu kontrollieren. Heißt: An den Schulen wird täglich geputzt, eben nur jeden Tag ein anderer Bereich. Davon ausgenommen sind laut Stocksiefen die Toiletten. „Sie werden komplett täglich geputzt“, sagte sie. An der KGS rückt der Putztrupp laut ihrer Aussage jeden Tag um 17 Uhr an. Die Firma öfter als einmal am Tag anzufordern, etwa bei groben Verschmutzungen, geht laut Stocksiefen nicht. Auch eine Erhöhung der Putzfrequenz gehe nicht. „Das führt zu erheblichen Mehrkosten und ist nicht Bestandteil des Vertrags“, sagte sie. Und: „Es ändert ja nichts am Nutzerverhalten.“ Mittlerweile haben die Lehrer mit den Erstklässlern auch einen sogenannten Toilettenvertrag unterzeichnet. „Einige Kinder achten dann mehr auf die Sauberkeit“, sagte Röhl. Mutter Steinbeck sagte allgemein: „Wir hoffen, dass es sich jetzt bessert.