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Gefahrenstellen in Sankt Augustin: Anwohner fordern mehr Sicherheit in Wohngebiet

Gefahrenstellen in Sankt Augustin : Anwohner fordern mehr Sicherheit in Wohngebiet

Bürger wünschen sich, dass einige Gefahrenstellen in Menden entschärft werden. Die Verwaltung will jedoch weder Spiegel noch Umlaufgitter installieren.

Der Aufwand wäre überschaubar und eine potenzielle Unfallstelle könnte mit kleineren Maßnahmen sicherer werden. Das dachte sich Thomas Singer und wandte sich im Mai mit seinem Anliegen an die Stadtverwaltung. Er schlug vor, für die Ausfahrt aus der Steinergasse einen Spiegel anzubringen und die Einfahrt in die Straße „An der Hostert“ mit breiteren Absperrbaken oder sogenannten Umlaufgittern sicherer zu machen, weil dann die Zweiradfahrer dort abbremsen müssten. Beide Maßnahmen wurden jetzt von der Stadtverwaltung abgelehnt.

Seit 14 Jahren wohnt Singer in der Steinergasse in Menden und konnte dabei zusehen, wie sich das Wohngebiet füllte. Das führte jedoch auch dazu, dass sich enge und unübersichtliche Stellen mehrten. Insbesondere die Kurve, aus der man vom hinteren Teil der Steinergasse kommend nach rechts abbiegt, ist wegen einer Hecke und dort parkender Autos nicht einsehbar.

Durch „An der Hostert“, die nur von Zweiradfahrern oder Fußgängern genutzt werden darf, presche so mancher Mopedfahrer mit hohem Tempo durch, bemängelt Singer.

Zu gefährlich für die dort spielenden Kinder, findet auch Stefanie Möller, die mit ihren beiden Kindern in der kleinen Stichstraße wohnt. „Die Nachbarn sind alle der gleichen Meinung und haben auch versucht, mit der Verwaltung darüber zu sprechen, leider ohne Erfolg“, berichtet sie.

Auch Singer ist verärgert. Zunächst habe die Verwaltung überhaupt nicht reagiert und erst bei Nachfragen sei eine Antwort gekommen, sagt er. Und diese könne er so nicht akzeptieren, denn beide vorgeschlagenen Maßnahmen hat die Verwaltung abgelehnt. In dem Schreiben der Verwaltung heißt es, dass Verkehrsspiegel keine Verkehrszeichen im Sinne der Straßenverkehrsordnung seien sondern zur Straßenausstattung zählten.

Die Verwaltung spreche sich generell gegen die Anbringung von Verkehrsspiegeln im öffentlichen Verkehrsraum aus, weil diese eher „Anlass zu einer falschen Beurteilung der Verkehrslage geben“, so die Sachbearbeiterin.

Als Grund werden die seitenverkehrte Wiedergabe und das stark verkleinertes Situationsbild auf gewölbter Fläche aufgeführt. Darüber hinaus bestehe die Gefahr, dass das übrige Verkehrsgeschehen bei einem solchen Spiegel nicht mehr die ungeteilte Aufmerksamkeit des Kraftfahrers habe. Auch Verschmutzungen durch Umwelteinflüsse oder Vandalismus sowie Blendegefahr durch Scheinwerfer oder Sonneneinstrahlung ebenso wie die Gefahr des toten Winkels sprechen nach Meinung der Verwaltung gegen einen Spiegel.

Zu der Einfahrt in die Straße „Auf dem Hostert“ führt die Verwaltung aus, dass auch mit Umlaufgittern Radfahrer und Fahrer von Kleinkrafträdern die Straße nutzen könnten. Allerdings seien beide „zu äußerster Achtsamkeit verpflichtet“, so die Verwaltung. Bisher habe es an dieser Stelle zudem in den vergangenen drei Jahren keine Verkehrsunfälle gegeben.

Für Singer sind das keine schlüssigen Argumente. Er hat schon Politiker seines Wahlkreises auf die unübersichtliche Stelle aufmerksam gemacht. „Es kann doch nicht sein, dass immer erst etwas passieren muss, bevor die Verwaltung tätig wird“, ärgert er sich.

Stefanie Möller bekräftigt seinen Standpunkt, schließlich wohnten in dem Viertel sehr viele kleine Kinder, die auf der Straße spielen und dort sitzen und mit Kreide malen. „Derzeit müssen wir höllisch aufpassen, damit dort nichts passiert“, sagt sie und das, obwohl die Straße als Spielstraße ausgewiesen sei.

Für Singer und Möller, aber auch für Teile ihrer Nachbarn ist die Absage der Verwaltung umso unverständlicher, weil auf der anderen Seite der Steinergasse die geforderten Umlaufgitter aufgestellt wurden, ohne dass Singer oder Möller den Sinn dahinter erkennen könnten.