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Schulalltag im Albert-Einstein-Gymnasium: Aus Guatemala nach Sankt Augustin

Schulalltag im Albert-Einstein-Gymnasium : Aus Guatemala nach Sankt Augustin

Gleichzeitig und wie aus der Pistole geschossen gibt es für Carmen (12), Elisa (14) und Oscar (15) nur eine Antwort auf die Frage, was sie unbedingt sehen möchten in Deutschland. "Schnee", antworten sie unisono, und das am liebsten reichlich.

Ein wenig davon haben sie am Dienstag schon gesehen.

Seit dem 14. November sind die drei Austauschschüler aus Guatemala in Sankt Augustin bei ihren Gastfamilien und werden dort noch bis zum 19. Dezember bleiben.

Zuvor hat das Trio mit 51 anderen Austauschschülern eine Bildungsreise durch Europa gemacht und dabei Barcelona, Toulouse und Paris besucht. Danach wurden die Schützlinge, die von Christel Monroy und deren Tochter Leonore begleitet werden, in unterschiedlichen Städten untergebracht. Zum zweiten Mal geht es für einige ihrer Schützlinge in Gastfamilien nach Sankt Augustin.

Die Partnerschüler besuchen das Albert-Einstein-Gymnasium (AEG) und werden - jedenfalls teilweise - nächstes Jahr den Gegenbesuch antreten. Christiane (14) möchte auf jeden Fall nach Guatemala und freut sich schon sehr auf die atemberaubenden Vulkanlandschaften dort.

Auch was die Höflichkeit der Menschen dort anbelangt, macht sie sich keine Sorgen, denn noch nie habe sie so oft "Danke", "Bitte" oder "Entschuldigung" gehört. Carmen, ihre Partnerschülerin, besucht die einzige deutsche Schule in Guatemala. "Mein Vater findet die deutsche Sprache sehr schön, und er möchte, dass ich auch andere Kulturen kennenlerne", erzählt sie in fehlerlosem Deutsch, das sie bereits seit ihrer Zeit in der Kita lernt. Elisa und Oscar besuchen eine österreichische Schule in Guatemala Stadt.

Insgesamt 54 Schüler sind aktuell mit Mutter und Tochter Monroy nach Nordrhein-Westfalen gereist. Christel Monroy organisiert diesen Austausch seit 24 Jahren und hat derzeit zu elf Partnerschulen in Deutschland Kontakt.

"Viele Menschen in Guatemala sind deutscher Abstammung", berichtet Monroy, der es ebenso geht und die an der inzwischen über 100 Jahre alten deutschen Schule zunächst Lehrerin war. Den Austausch mit Deutschland hat sie dann auch nach ihrer aktiven Berufszeit weiter begleitet; unterstützt wird sie von ihrer Tochter Leonore.

"Deutschland hat in Lateinamerika ein hohes Ansehen", berichten die beiden. Allein in Mexiko gebe es acht deutsche Schulen. Den Kontakt zu den beiden hat Spanisch- und Französischlehrerin Anne Brosius über den Spanischlehrer-Verband aufgebaut. Jetzt lernen die drei Gastschüler zunächst den Schulalltag am AEG kennen. In den Weihnachtsferien wird es zumindest für Carmen möglicherweise gemeinsam mit der Gastfamilie nach Bayern gehen - in den Schnee hoffentlich.