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Bäder in Sankt Augustin: Kommission wirbt für Sanierung und Neubau

Bäderkommission hat sich festgelegt : Bäder in Sankt Augustin werden neugebaut und saniert

Die eigens gegründete Bäderkommission hat sich festgelegt: Das Hallenbad Niederpleis und das Sankt Augustiner Freibad sollen umfangreich saniert und zudem auf dem Freibadgelände ein zusätzliches Hallenbad gebaut werden. Die Entscheidung hat ein Ausschuss am Mittwoch getroffen.

Klotzen und nicht kleckern will die Sankt Augustiner Verwaltung in puncto Bäderlandschaft. Laut Bürgermeister Max Leitterstorf sei jetzt die beste Gelegenheit, Geld in die Hand zu nehmen. „Wir müssen uns derzeit mit einem krassen Investitionsrückstau beschäftigen“, sagte er mit Blick auf die sanierungsbedürftigen Bäder, die alle in den 1970er Jahren gebaut wurden. Die Bäderkommission hat eine Empfehlung erarbeitet, in die auch Anregungen einer Bürgerinfo einflossen, und plädiert nun für eine dezentrale Lösung. „Variante C“ sieht die Sanierungen des Hallenbades in Niederpleis und des Freibades sowie einen Hallenbadneubau neben dem Freibad vor. Diesem Vorschlag schloss sich am Mittwochabend auch der Kultur-, Sport- und Freizeitausschuss an.

Bereits seit Anfang des Jahres macht sich eine Bäderkommission, bestehend aus Vertretern der Politik, Verwaltung, Schulen, Schwimmvereinen sowie einem Bürger und einer Bürgerin, Gedanken über die Zukunft der Sankt Augustiner Bäderlandschaft. Keinen Zuspruch fand in dieser Runde die Idee einer zentralen Lösung „Kombibad“, die neben der Sanierung des Mendener Freibades einen Hallenbadneubau neben dem Freibad vorsieht, in der Kommission gefunden. Die ebenfalls zur Diskussion stehende Variante B, die eine Sanierung des Hallenbades Niederpleis und des Freibades sowie den Bau eines neuen Hallenbades in Menden vorsah, hatte indes ein paar Fürsprecher. Schlussendlich war sich die Kommission allerdings einig, dass auf beiden Seiten der Straßenbahnlinie 66 jeweils ein Hallenbad vorhanden sein sollte, damit nicht sämtliche Schüler zum Schulschwimmen an einen zentralen Standort gebracht werden müssen.

Sankt Augustins Erster Beigeordneter Ali Dogan freut sich über die Arbeit der Bäderkommission. „Wir sind vollkommen ergebnisoffen heran gegangen. Das Verfahren war sehr gut und wir haben die Menschen mitgenommen“, sagte er mit Blick auf die Bürgerbeteiligung. „Dieses Thema ist für mich eine Herzensangelegenheit“, betonte Max Leitterstorf. „Es ist eine verpflichtende Aufgabe der Stadt, neben dem Schul- auch das Vereins- und Freizeitschwimmen zu ermöglichen.“

Allerdings muss sich die Verwaltung mit der maroden Bausubstanz der Bäder beschäftigen, die es zu beseitigen gilt. Zunächst stünde laut Dogan die Sanierung des Niederpleiser Hallenbads im Fokus. „Da dürfen wir keine Zeit verlieren“, sagte er.

Bad für Familien, Kinder und Senioren ist das Ziel

Neben dem Hallenbad in Niederpleis, das komplett kernsaniert werden soll, muss auch am Freibad einiges gemacht werden. Ziel dabei ist laut Leitterstorf und Dogan kein großes Spaßbad, sondern ein Bad für Familien, Kinder und Senioren, das finanzierbar ist. „Die Eintrittspreise sollen so gestaltet sein, dass sich die Bürger den Besuch auch leisten können“, sagte Dogan, der sich ebenso wie Leitterstorf für eine nachhaltige Lösung bezüglich der Augustiner Bäderlandschaft aussprach.

Das Mendener Bad, dessen Sanierung nicht weiter verfolgt werden soll, müsse aber trotzdem so lange wie möglich am Laufen gehalten werden. „In Sankt Augustin muss zu jedem Zeitpunkt ein Bad funktionstüchtig sein", sagte Leitterstorf. Im Idealfall werde das Mendener Bad erst geschlossen, wenn das Niederpleiser Hallenbad fertig sei. „Wenn alles gut läuft, kann die Sanierung des Niederpleiser Bads im kommenden Jahr geplant und 2023 umgesetzt werden“, sagte Dogan und schätzte die Kosten dafür auf etwa vier Millionen Euro.

Verwaltung rechnet mit Gesamtkosten von etwa 20 Millionen Euro

„Wir rechnen momentan mit Gesamtkosten von etwa 20 Millionen Euro für die Sanierung des Freibades und des Hallenbades Niederpleis sowie den Bau des neuen Hallenbades auf dem Freibadgelände", sagte Dogan. Aufgrund des frühen Stadiums der Planungen und der derzeit explodierenden Baupreise könne allerdings zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht konkret über zeitliche Abläufe und Kosten gesprochen werden.

Weil die Stadt viele Projekte umzusetzen hat, wäre die Einrichtung einer Bäder GmbH, die sich als hundertprozentige städtische Tochtergesellschaft um alles kümmert, für Dogan von Vorteil. „Darüber wird Ende des Jahres entschieden“, sagte er. Die Alternative sei, dass die Stadt das Projekt alleine stemmt. „Beides ist machbar. Wenn die Stadt es übernimmt, könnte die Umsetzung allerdings etwas länger dauern“, sagte Leitterstorf.