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Bahnhof Menden: Aufzug kommt erst 2026

S13-Ausbau : Aufzug am Bahnhof Menden kommt erst 2026

2028 soll es mit der S13 eine schnelle Bahnverbindung von Oberkassel zum Flughafen Köln/Bonn geben. Wer an der Strecke wohnt, bekommt schon seit einiger Zeit die Bauarbeiten mit. Auch am Mendener Bahnhof sind bereits neue Gleise verlegt. Alles andere lässt dort jedoch auf sich warten.

Die neuen Gleise für die S13 sind verlegt, derzeit ruhen allem Anschein nach die Bauarbeiten am Bahnhof Menden. Was derzeit fehlt, sind die nötigen Ausbauten für die Fahrgäste, die dort auf die Regionalzüge warten. Wind-, Sonnen- und Regenschutz beispielsweise fordert die SPD-Kreistagsfraktion von der Deutschen Bahn ein. Auch die CDU-Landtagsabgeordnete Katharina Gebauer hat das Fehlen in einem Gespräch mit Verantwortlichen beklagt.

„Die Deutsche Bahn hat mir in Gesprächen mitgeteilt, dass derzeit die Machbarkeit eines provisorischen Wetterschutzes mit Sitzgelegenheit geprüft werde. Eine Prüfung allein reicht nicht aus: Im Interesse der Fahrgäste muss zeitnah eine Lösung für den Wetterschutz der Fahrgäste realisiert werden“, berichtet sie aus diesem Gespräch.

Bahn plant Wetterschutz

Im Endzustand solle es ein dreifeldriges Wetterschutzhaus geben, antwortet ein Bahnsprecher auf GA-Anfrage. Derzeit werde außerdem geprüft, ob ein provisorischer Wetterschutz mit Sitzgelegenheiten beispielsweise aus Holz machbar sei, bestätigt er die Informationen der Landtagsabgeordneten. Für die Fahrgäste  existiere außerdem eine provisorische Sitzbank mit sechs Plätzen, antwortet ein Bahnsprecher auf GA-Anfrage. Sie solle zeitnah durch zwei feste Sitzbänke mit je sechs Plätzen ersetzt werden. Katharina Gebauer fordert „eine zügige Lösung dieses Problems, damit Bahn-Reisende künftig nicht im Regen oder Schnee auf ihren Zug warten müssen“.

Ein weiteres Problem für die Fahrgäste am Mendener Bahnhof: Die Gleise sind nur über Treppen zu erreichen. Der Aufzugschacht für den versprochenen barrierefreien Zugang ist bereits zu sehen, der Aufzug selbst jedoch lässt auf sich warten. Das wird er auch bis zum Ende der Bauarbeiten in Menden 2026, so der Bahnsprecher. Vorher müssten die Bahnsteige noch auf 76 Zentimeter über Schienenoberkante erhöht werden, erst dann könne der Aufzug eingebaut werden. Als Grund für den zweistufigen Ausbau nennt er, dass einige Güterzüge, die für den Transport des Baumaterials für die S13-Strecke gebraucht werden, nicht an der höheren Bahnsteigkante vorbeifahren könnten.

Kritik von der SPD-Kreistagsfraktion

Der Mendener Bahnhof verfüge außerdem aktuell über ein taktiles Leitsystem für Sehbehinderte. Die Reisendeninformation erfolge über einen dynamischen Schriftanzeiger und eine Ansage. Die sei nur im vorderen Bereich in der Nähe des Treppenaufgangs zu verstehen, bemängelt Denis Waldästl, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, in einem Brief an die Deutsche Bahn. „Menschen mit Hörbehinderung müssen sich also grundsätzlich in diesem Bereich aufhalten, um Ansagen zu verstehen“, schreibt er. „Aber auch Menschen ohne Hörbeeinträchtigung verstehen im weiter vom Treppenaufgang gelegenen Bereich keine Ansage“, führt Waldästl weiter aus.

Die nächsten Arbeiten am Mendener Bahnhof stehen von Samstag, 6., bis Montag, 8. November, an. Dann finden Restarbeiten für den Zwischenzustand auf und neben dem Bahnsteig statt und es wird Schotter ausgetauscht. Für diese Arbeiten  müsse der Zugverkehr aus Sicherheitsgründen ruhen, teilt die Bahn mit.