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Motorrad-Club in Sankt Augustin: Biker der Bundespolizei treffen sich nach zwei Jahren wieder

Motorrad-Club in Sankt Augustin : Biker der Bundespolizei treffen sich nach zwei Jahren wieder

Die Biker in der Bundespolizei in Sankt Augustin organisieren regelmäßig Ausfahrten in kleinen Gruppen und Wortgottesdienste. Dabei geht es ihnen aber nicht nur ums gemeinsame Motorradfahren, sondern auch darum Gutes zu tun.

Im letzten Jahr hätte das Camp der Biker in der Bundespolizei (BiB) Sankt Augustin sowie der damit verbundene Motorradkorso seinen 15. Geburtstag gefeiert. Wegen Corona musste alles abgesagt werden und auch in diesem Jahr fiel das Ganze trotz bestem Motorradwetter ins Wasser. Stattdessen boten die Sankt Augustiner Bibs am Samstagmorgen verschiedene Ausfahrten in kleinen Gruppen von jeweils fünf Teilnehmern an. Zum Abschluss der Ausfahrten gab es einen ökumenischen Wortgottesdienst mit dem katholischen Seelsorger in der Bundespolizei Thomas Gregorius und seinem evangelischen Amtskollegen Stephan Becker auf der Besucherwiese am Flugplatz Hangelar.

„Die Coronaregeln ließen uns keine andere Wahl“, bedauerte einer der Organisatoren, Dieter Dziendziol. Wie er berichtet nahmen vor der Pandemie bis zu 800 Biker am Korso teil. Den Gottesdienst besuchte nur eine überschaubare Zahl der Zweirad-Fans. „Da uns kein Ausschank und keine Essensausgabe gestattet ist, kommen auch kaum Hangelarer, die sonst immer gerne vorbeigeschaut haben“, so Dziendziol, der am Samstag etwa 80 Biker und Besucher zählte. Allerdings war bei den Motorradfahrern die Freude, sich nach zwei Jahren erstmals wieder treffen zu können, groß. Jockel Happel von den Blue Knights Germany (Rhein/Ruhr), ebenfalls ein Motorradclub von Polizisten, sagte: „Es ist schön, nach so langer Zeit Kollegen und Freunde wiederzusehen.“ Zusammen mit weiteren Clubkameraden ist er Stammgast in Sankt Augustin.

Freuen konnten sich auch Dorit Häslich und Katrin Krüger von der inklusiven Tagesstätte Haus Kunterbunt in Niederpleis. Denn ihnen überreichten die Biker der Bundespolizei im Anschluss an den Gottesdienst eine Spende von insgesamt 4.300 Euro. Unter normalen Umständen veranstalten die Biker ihr Camp in erster Linie, um Spenden zu generieren. Da dies aufgrund der Pandemie zum zweiten Mal nicht möglich war, riefen sie über die Medien zu Geldspenden auf. Konkret ging es um die Neuanschaffung eines Rutschenhäuschens, ein Spiel- und Therapiegerät im Garten der Einrichtung, die zu den ältesten inklusiven in Sankt Augustin zählt und in der ein Team von drei Erzieherinnen 15 bis 17 Kinder, davon fünf mit einem Förderschwerpunkt, betreut.

 Die Wiese für der Wortgottesdienst ist im Vergleich zu den Vorjahren nur spärlich gefüllt.
Die Wiese für der Wortgottesdienst ist im Vergleich zu den Vorjahren nur spärlich gefüllt. Foto: Paul Kieras

„Wir wollen unbedingt unser Spendenziel erreichen, deshalb lassen wir beim Gottesdienst auch noch eine Spendendose rumgehen“, erklärte Dziendziol. Den kompletten Betrag für das Gerät aus den Spenden finanzieren zu können, das inklusive vorbereitenden Maßnahmen, Anschaffung und Aufstellung weit über 20 000 Euro kostet, war natürlich nicht zu erreichen. „Aber wir haben einen Teil dazu beigetragen“, erklärte er. Von den beiden Mitarbeiterinnen der Kita gab es ein herzliches Dankeschön für das Engagement und die Spende der Biker. Zur Einweihung des Spielgeräts, mit dessen Installation in der nächsten Woche begonnen werden soll, wollen sie die Biker einladen. Dziendziol und seine Clubkameraden, aber auch die Kollegen anderer Clubs, hoffen, dass im nächsten Jahr das Camp wieder wie gewohnt und im großen Rahmen stattfinden kann.