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Coronavirus in Sankt Augustin: Maskenpflicht an Schulen zeigt Wirkung

Coronavirus in Sankt Augustin : Maskenpflicht an Schulen zeigt Wirkung

Bei der übergreifenden Maskenpflicht an Schulen war Sankt Augustin der Vorreiter. Nach den Lehrern stattet die Stadt nun auch alle Schüler mit 12.000 gespendeten Stoffmasken aus - und zieht eine erste Bilanz.

Seit dem 19. November gilt in Sankt Augustin eine Maskenpflicht an Schulen – für alle Kinder und das Lehrpersonal, in allen Jahrgängen und in allen Schulformen. Während die rund 600 Lehrer an allen Schulen im Stadtgebiet von Land und Stadt mit mehr als 35 000 Schutzmasken mit FFP2-Filterung ausgestattet wurden, tragen Schülerinnen und Schüler ihren mitgebrachten Mund-Nasen-Schutz. Nun stattet die Stadt den Nachwuchs mit eigenen, hochwertigen und waschbaren Mund-Nasen-Masken kostenlos aus: Stefan Schreiner, geschäftsführender Gesellschafter der knowlITge GmbH in Menden, hat der Stadt 20 Kartons mit insgesamt 12 000 Mund-Nasen-Bedeckungen für die Ausstattung der Schulen gespendet.

„Wir hatten die Masken vor Ostern aus Vietnam nach Deutschland geholt, als hier die Maskenpflicht noch in der Diskussion war“, berichtete der Unternehmer bei der Spendenübergabe. „Also haben wir schnell über 500 000 Stück importiert und die allermeisten anschließend verkauft. Die übrigen Masken spenden wir nun.“ Nicht nur bei Bürgermeister Max Leitterstorf, der persönlich half, die Kartons aus den Büroräumen in ein Fahrzeug der Feuerwehr zu verladen, kam das Engagement des Unternehmers gut an. Die Freiwillige Feuerwehr habe sich bereit erklärt die Verteilung der Masken, die robust verarbeitet und im Sinne der Nachhaltigkeit waschbar seien, an die Schulen zu übernehmen, dankte der Bürgermeister.

Überwiegend positive Resonanz

Dank gab es auch vom Ersten Beigeordneten Ali Dogan, der per Allgemeinverfügung die Maskenpflicht in allen Schulformen ab dem 19. November auf den Weg gebracht hatte, als Bund, Land und auch die Kommunen im Kreis noch über die Maßnahme diskutierten. Ein Schritt, der „von einzelnen Eltern kritisiert wurde“, resümierte Dogan eine Woche nach der Anordnung, „aber die überwältigende Mehrheit hat es positiv aufgenommen.“

Stoffmasken für alle Schüler: Unternehmer Stefan Schreiner (v.l.), Ali Dogan und Max Leitterstorf verladen die Spende. Foto: Thomas Heinemann

Rund 6000 Schülerinnen und Schüler gingen auf die Schulen im Stadtgebiet, einschließlich der Schulen des Landschaftsverbandes Rheinland, des Rhein-Sieg-Kreises und eines privaten Schulträgers, rechnete Dogan vor und betonte: „Wir haben bereits im Frühjahr und im Sommer die Schulen mit Masken ausgestattet und werden dies nun zum dritten Mal tun. Das gilt ausdrücklich nicht nur für die städtischen Schulen.“

Denn das Tragen der Masken habe in den Schulen die Wirkung nicht verfehlt: „Wir hatten bereits den ein oder anderen Fall, dass das Gesundheitsamt gezielt gefragt hat, ob und welche Masken getragen wurden, und damit konnte dann in der Abwägung des Gesundheitsamtes die Gesamtquarantäne von ganzen Schulklassen verhindert werden, weil eine Übertragung auf alle Mitschüler als unwahrscheinlich galt.“