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Feiern für Bedürftige und Einsame: Den Heiligabend in Gemeinschaft verbracht

Feiern für Bedürftige und Einsame : Den Heiligabend in Gemeinschaft verbracht

Gerade zu Weihnachten fällt es zahlreichen Menschen, die mittellos und auf Unterstützung angewiesen sind oder keine Angehörigen haben, besonders schwer, alleine zu sein. Die Stille und Besinnlichkeit, die andere an Heiligabend genießen, ist für Alleinstehende und Bedürftige oft eine Qual. Daher lädt der Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) Betroffene schon seit Jahren am 24. Dezember zu Kaffee, Kuchen und einem Weihnachtsmenü ein.

Auch am Dienstag waren viele Notleidende, Obdachlose und junge Haftentlassene zu Gast beim SKM und dankbar für die Weihnachtsfeier in der Gemeinschaft. Zunächst hielt Diakon Rolf Wollschläger einen Wortgottesdienst, dann las der bekannte Troisdorfer Leichtathlet Hanno Rheineck zwei Weihnachtsgeschichten vor, "Das Lebkuchenherz" und "Die vier Kerzen am Adventskranz".

Die musikalische Begleitung der Feier übernahm Hermannjosef Schmitz mit seinem Keyboard. Für das Abendessen hatte das Siegburger Restaurant Kasserolle unter anderem Braten, Geschnetzeltes und Beilagen gespendet.

Alleine sein musste auch in Sankt Augustin niemand. Bereits zum fünften Mal waren Alleinstehende von Anne Schwabedal zu einer Weihnachtsfeier eingeladen. Als ihr Mann vor sechs Jahren starb, überlegte sie sich, dass es bestimmt viele Männer und Frauen jeden Alters gibt, die aus verschiedenen Gründen alleine feiern müssen.

Die Steyler Missionare sagten damals die volle Unterstützung bei der Umsetzung ihrer Idee zu, eine Feier für diese Menschen auszurichten. 55 Anmeldungen gab es in diesem Jahr.

Mit Hilfe einiger "Gärtnerkollegen" vom Kräutergarten im Steyler Kloster, darunter Justyna Ballon und Tochter Martha, die von Anfang an mitmachen, schaffte es Schwabedal wieder einmal, alle bestens zu versorgen.

Gespannt auf den Heiligen Abend war auch der neue Rektor der Steyler Missionare, Martin Üffing, der zum ersten Mal an der Feier teilnahm. Ebenso wie Witwer Johann Malinowski, dessen Frau vor vielen Jahren an Krebs gestorben ist. Seine Tochter kam vor acht Jahren bei einem Unfall ums Leben, seitdem ist er allein. Viele der Gäste teilen ähnliche Schicksale.

Nach einer Kaffeetafel, bei der junge Missionare aus aller Welt über Weihnachtsbräuche in ihrer Heimat berichteten, wurde das durch Spenden finanzierte Menü serviert. Wer wollte, konnte zum Abschluss des Heiligen Abends noch an der feierlichen Christmette in der Klosterkirche teilnehmen.