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Deponie in Sankt Augustin: Dirtbike-Anlage rückt in weite Ferne

Deponie in Niederpleis : Dirtbike-Anlage rückt in weite Ferne

Die Pläne zur Umnutzung der RSAG-Deponie in Sankt Augustin-Niederpleis schreiten voran. Dabei hat es auch Änderungen gegeben - etwa bei der Freizeitnutzung.

Platz für Solarenergie, Biotope und Freizeit: Die Deponie der Rhein-Sieg-Abfallwirtschaftsgesellschaft (RSAG) in Niederpleis soll ihr Gesicht in Zukunft grundlegend verändern. Dafür hat das Unternehmen gemeinsam mit der Stadt Sankt Augustin ein Konzept zur weiteren Nutzung des Areals erarbeitet. Die ersten Pläne liegen seit 2016 vor. Inzwischen sind sie laut RSAG weiter vorangeschritten – und haben sich an der einen oder anderen Stelle deutlich geändert.

■ Freizeitnutzung: Mit der Weiter­entwicklung der Deponie möchte die RSAG das Areal für die Sankt Augustiner wieder nutzbar machen. Dafür waren unter anderem ein Outdoorpark und eine Dirtbike-Anlage vorgesehen. Während Ersterer laut Meinolf Hein, Leiter des RSAG-Geschäftsbereichs Technik, zunächst vom Tisch ist, wird sich der Bau der Dirtbike-Anlage deutlich verzögern.

Sie sollte auf der Fläche unter den Freileitungen entstehen. Das Problem: Die Bezirksregierung Köln als zuständige Genehmigungsbehörde hat Bedenken angemeldet. Sie sehe Probleme bei der Verträglichkeit mit den Deponiealtbereichen, so die RSAG. Dort dürften keine zusätzlichen Lasten – etwa in Form von Geländemodellierungen – aufgeschüttet werden. „Im Altbereich ist die bestehende Dichtung empfindlich, was eine Nutzung angeht“, sagt Hein. Deshalb soll sich das Thema Freizeit, inklusive Dirtbike-Anlage, langfristig im Erweiterungsbereich der Mineralstoffdeponie abspielen. „Dort können wir die Dichtung dann anders aufbauen“, so Hein.

Allerdings liegt diese Lösung noch einige Jahre in der Zukunft. Denn: Die vorgesehene Erweiterung der Mineralstoffdeponie – der sogenannten Deponie auf der Deponie – soll dem Unternehmen noch Kapazitäten für die nächsten zehn bis 15 Jahre bieten. Erst dann könnte dort eine Dirtbike-Anlage gebaut werden. „Der Zeithorizont ist ein Wermutstropfen“, sagt Hein. Aber auf einer anderen Fläche sehe die RSAG aufgrund der Bedenken der Bezirksregierung kaum eine Chance dafür.

■ Photovoltaik: Unter die Freileitung soll stattdessen die geplante frei­stehende Photovoltaikanlage rücken. Für ihren ursprünglichen Platz südlich davon hatte die Bezirksregierung ebenfalls Bedenken angemeldet. Derzeit geht die RSAG davon aus, dass die Anlage ab Mitte 2022 realisiert werden kann.

■ Kompostwerk: Ende 2022 oder Anfang 2023 soll das Kompostwerk umgebaut sein. Wie berichtet, ist es in die Jahre gekommen. Die Anlagentechnik ist verschlissen, der Wartungsaufwand hoch und die Boxenkompostierung entspricht nicht mehr dem Stand der Technik. Deshalb soll es erneuert und zu einer Biogasanlage umgebaut werden. Dafür ist als weitere Verfahrensstufe ein Fermenter vorgesehen, in dem ein Teil des Bioabfalls zu Biogas vergärt. Das soll wiederum in einem weiteren Schritt zu Biomethan aufbereitet werden, das künftig die Abfallsammelfahrzeuge der RSAG antreiben soll. Das Genehmigungsverfahren sei beim Rhein-Sieg-Kreis zwischenzeitlich eingeleitet worden, so das Unternehmen. Anfang des kommenden Jahres soll der Rückbau der bestehenden Anlage starten.

Dann müssen sich Privat- und Gewerbekunden bei der Anlieferung von Grünabfällen, Holz, Boden oder auch Bauschutt umstellen. Der Kleinanlieferplatz wird bis zum Ende der Bauarbeiten voraussichtlich auf zwei Stellen verlegt: zum einen auf ein Areal etwa 450 Meter nordöstlich der aktuellen Annahmestelle und zum anderen an den Eingangsbereich der Mineralstoffdeponie.

■ Radweg: In Abstimmung ist der geplante Radweg, der über das Gelände führen und Niederpleis mit Buisdorf verbinden soll. „Die Frage ist, wo bindet der Radweg an“, sagt Hein. Die Brücke über die Autobahn 560 sei da ein Pferdefuß. Denn sie stellt einen Engpass für den Radweg dar, der aufgrund des Lastwagenverkehrs ein möglicher Gefahrenpunkt für Radler sei. Aus Sicht der RSAG wäre eine Verbreiterung der Brücke erforderlich. Für diesen Engpass möchte das Entsorgungsunternehmen nun gemeinsam mit dem Landesbetrieb Straßenbau NRW und der Stadt Sankt Augustin eine Lösung entwickeln.

■ Natur: In Sachen Umwelt hat sich auf dem Gelände bereits einiges getan. So hat die RSAG Strauch- und Gehölzstreifen gepflanzt, Totholzhaufen angelegt und Amphibienleitsysteme realisiert. Als nächstes ist der Deponieabschnitt im nordöstlichen Teil der Zentraldeponie an der Reihe, der als „Grube Kröll“ bezeichnet wird. Amphibiengewässer, Stein- und Totholzhaufen sowie Winterquartiere entstehen dort.