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50 Jahre Asklepios-Klinik: Die einzige Kinderklinik im Kreis feiert Geburtstag

50 Jahre Asklepios-Klinik : Die einzige Kinderklinik im Kreis feiert Geburtstag

1971 gegründet, hat sie bis heute eine wechselvolle Geschichte - die Asklepios-Kinderklinik in Sankt Augustin feiert 50 Jahre Bestehen. Ein Rückblick.

„Unsere Mitarbeiter haben zwei harte Jahre hinter sich – doch nicht nur die Kinder sind zäh, sondern auch sie“, so Klaus Schmolling, Regionalgeschäftsführer der Asklepios-Klinik. Die schwierigen Zeiten, die nach dem Weggang vieler Herzzpezialisten vom renommierten Sankt Augustiner Kinderherzzentrum zur Bonner Uniklinik, betonten fast alle Redner an der 50-Jahr-Feier. Viele Gäste fanden sich dafür im Neubau der Klinik ein; darunter der CEO der Asklepios Kliniken, Kai Hankeln, Landrat Sebastian Schuster, Bürgermeister Max Leittersdorf, Bundestagsabgeordneter Norbert Röttgen und die Landtagsabgeordneten Katharina Gebauer, Björn Franken und Oliver Kraus.

„Die einzige Kinderklinik im Rhein-Sieg-Kreis“, wie Geschäftsführerin Stefanie Wied noch einmal betonte, wurde hier ausgiebig gewürdigt – doch nicht, ohne auch Unangenehmes anzusprechen. „Wir sind traurig und enttäuscht, dass vom Land kein Grußwort oder ein Sprecher entsandt wurde, um uns zu gratulieren“, so Wied. „Wir mussten und müssen derzeit viel mit der Politik kämpfen“, führte sie aus. Im Januar wurde bekannt, dass die Klinik das Bonner Uniklinikum und das Land NRW auf Schadensersatz verklagt, aufgrund ihrer Rolle in der Schließung des Kinderherzzentrums. Auch die „Unterfinanzierung“ der Kinderkrankenhäuser und der Vernachlässigung der Kinder als Patienten von der Politik wurde kritisiert. Doch im Mittelpunkt standen die Meilensteine und Erfolge der Klinik, an die ebenfalls erinnert wurde.

Im Jahr 1971 wurde die Klinik als Kinderklinik des Rhein-Sieg-Kreises unter Chefarzt Hans Weber eröffnet. Bereits im Jahr 1974 erfolgte der erste Trägerwechsel zur Johanniter-Gesellschaft, 1975 wurde die Kinderchirurgie eröffnet, ein Jahr später die interdiszipliäre Intensivstation – seitdem werden hier Herzoperationen durchgeführt. Die Orthopädie und andere Fachrichtungen folgen in den Jahren darauf. Auch die „Grünen Damen“ nahmen im Jahr 1976 ihre Tätigkeit als Seelsorgerinnen auf. „Ich habe die Klinik gut 71 Prozent der Zeit, die sie besteht, begleitet“, erinnerte sich Michael Weis, der verantwortlich ist für die Notfallpraxis an der Kinderklinik und seit 1985 an der Klinik arbeitet. „Meine schlimmste Erinnerung war der Brand 1986.“ Für rund drei Monate war die Klinik in diesem Jahr nach einem Brand auf mehreren Stationen nicht voll betriebsfähig. 1990 baute Chefärztin Ruth Kieder die Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychaitrie auf, deren Erweiterung kürzlich bewilligt wurde.

Zehn Jahre später wurde das Deutsche Kinderherzzentrum eingeweiht, das maßgeblich dazu beitrug, dass der Standort Sankt Augustin bundesweit so bedeutsam wurde: „Bis zur Schließung wurden hier zehn Prozent aller Kinderherz-OPs in Deutschland und 30 Prozent aller OPs in Nordrhein-Westfalen durchgeführt“, so Kai Hankeln, CEO der Asklepios Kliniken, der aus Hamburg angereist war.

50 Jahre Asklepios-Klinik: Die einzige Kinderklinik im Kreis feiert Geburtstag
Foto: Asklepios

Auch danach änderten sich die Gegebenheiten laufend am Klinikum: 2003 kam der Wechsel zur Asklepios-Gruppe. Die ehemals in der Klinik angesiedelte Kinderkrankentagespflegeschule verlagerte sich 2006 nach Bonn, seit 2007 gibt es die Fachabteilung Neurochirurgie, 2009 wurde das Zentrum für ambulante Operationen eröffnet. 2017 dann schloss erst die Geburtshilfe, 2019 folgte die Kinderherzchirurgie. Kurzzeitig stand die Zukunft der gesamten Klinik auf dem Spiel. Michael Weis fand hierzu rückblickend deutliche Worte: „Für mich war die Diskussion um die Schließung 2019 von vorne herein beendet und sie bleibt beendet. Keiner kann ernsthaft auf die Idee kommen, so etwas zuu tun.“

Landrat Sebastian Schuster zog ein ähnliches Fazit mit Blick auf die vergangenen 50 Jahre: „Bei allen Höhen und Tiefen ist der Wert der Klinik für die Region unschätzbar.“ Er zeigte sich unter anderem dankbar für die Unterstützung des Rhein-Sieg-Kreises mit der Errichtung des Impfzentrums an der Klinik im vergangenen Jahr. Auch Bürgermeister Leittersdorf betonte die Bedeutung der Kinderklinik: „In der Region hat fast jeder einen Bezug zur Klinik – nicht zuletzt durch das Impfzentrum.“ Gerd Horneff, Ärztlicher Direktor, nutzte die Gelegenheit, um den Appell zu formulieren, sich mehr „Zeit für Kinder“ zu nehmen, denn: „Kinder stehen für die Zukunft“ – er wies noch einmal auf die psychischen Folgen für Kinder und Jugendliche durch die Corona-Pandemie hin. Im Großen und Ganzen sei die 50-jährige Geschichte der Asklepios-Kinderklinik eine „Erfolgsgeschichte“, bilanzierte Stefanie Wied – die hoffentlich noch mindestens die nächsten 50 Jahre fortgesetzt würde.