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7,2 Millionen Euro für Schulzentrum Menden: Die Umbaukosten verdoppeln sich

7,2 Millionen Euro für Schulzentrum Menden : Die Umbaukosten verdoppeln sich

Das Schulzentrum Menden ist im Wandel, denn mit der Gesamtschule und auch der Inklusion haben sich Anforderungen an die bestehenden Gebäude verändert. Daher müssen, um die gesetzlichen und baulichen Rahmenbedingungen für den Schulbetrieb einhalten zu können, Teile des Schulzentrums um- und neugebaut werden.

Im Gebäude- und Bewirtschaftungsausschuss des Sankt Augustiner Stadtrats wird die Politik am kommenden Mittwoch (18 Uhr, kleiner Ratssaal) die notwendigen Umbaupläne beraten. Zur Debatte steht auch ein Katalog an zusätzlichen Optionen, die den Standort für Schule und Kultur aufwerten sollen.

Kurz vor Weihnachten 2012 hatte der Stadtrat die Entwicklung des Standorts mit einem Raumprogramm beschlossen. Mit rund 4,087 Millionen Euro sollte dies die Stadtkasse belasten. Es folgte Ernüchterung: Die städtebauliche Machbarkeitsstudie, auf die sich Rat und Verwaltung bei ihren Entscheidungen gestützt hatten, musste "bedingt durch technische Vorgaben, Normen und Gesetzesänderungen sowie Planungsergebnisse ergänzt" werden.

Auch fanden sich im Papier bei genauerer Betrachtung teure Unschärfen wie etwa die "grundsätzlich nur rudimentären Aussagen zur technischen Ausstattung des Gebäudes" wieder, ist in der Sitzungsvorlage zu lesen. So entsprach die Planung für die Lüftungstechnik der zukünftigen Mensaküche in der Schulaula "nicht im Ansatz" den tatsächlichen Anforderungen. Denn hierfür sei eine Anlage zur "lufttechnischen Behandlung von gewerblichen Küchen", kurzum eine leistungsstarke Entlüftung mit Geruchs- und Fettfiltern, nötig.

Puffer in Höhe von 15 Prozent für "Unvorhergesehenes"

Derartige Kompensationen zur ursprünglichen Planung seien nun notwendig, zeigt die Sitzungsvorlage der Verwaltung - auch beim Budget für das Pflichtpaket an Baumaßnahmen. Statt rund 4,1 Millionen seien nun rund 7,24 Millionen Euro einzuplanen. Darin enthalten sei bereits ein Puffer in Höhe von 15 Prozent für "Unvorhergesehenes".

Und das mit gutem Grund: Die statischen Unterlagen zur Aula, in welche die bislang in Containern untergebrachte Mensa umziehen soll, seien wenig aussagekräftig, sagt die Verwaltung und warnt: "Die bisherigen Baumaßnahmen am Klassentrakt haben zudem ergeben, dass die Bauausführung mangelhaft war."

Unterdessen versuchte die Verwaltung, durch Anpassungen die Verzögerungen, Umplanungen und Mehrkosten zu kompensieren: Das Verwaltungsgebäude, welches in Gänze abgerissen werden sollte, bleibt nun zum Teil erhalten, wird kernsaniert und zu einem Fachraumtrakt ausgebaut. Anschließend wird der Trakt mit einem Anbau für den Hausmeister, Toiletten und um einen Kiosk ergänzt sowie baulich, anders als ursprünglich geplant, mit dem vierstöckigen Schulgebäude verbunden.

Neben diesem "Minimalprogramm" hat die Verwaltung dem Ausschuss noch ein Vorschlagspaket an sinnvollen Ergänzungen zur Abstimmung geschnürt.

Vom neuen Lehrer- und Behinderten-WC sowie Sanitärraum an der Aula (142.000 Euro), manuellen oder elektrischen Vorhängen für die Aula (61.000 bzw. 78.000 Euro), Bühnenlicht-, Ton- und Alarmanlagentechnik (jeweils 29.000 Euro), einer separaten Küche für Veranstaltungen in der Aula (175.000 Euro nebst 23.000 Euro Ausstattung) über WLAN für das gesamte Schulgebäude (15.000 Euro) bis zur Barrierefreiheit zur Umsetzung der Inklusion im Klassentrakt (317.000 Euro) reicht die 13 Punkte lange und insgesamt eine Millionen Euro schwere Vorschlagsliste.

Eine Priorisierung treffe die Verwaltung dabei ausdrücklich nicht, erklärte die Stadt auf Nachfrage.

Dazu der Beigeordnete Marcus Lübken: "Aus schul- und kulturfachlicher Sicht wurden die vorgeschlagenen Optionen allesamt von der Verwaltung als sinnvoll eingestuft. Im Hinblick auf die noch bereitzustellenden Haushaltsmittel von einer Million Euro müssen in der Sitzung des Gebäude- und Bewirtschaftungsausschusses und anschließend im Haupt- und Finanzausschuss aber alle Optionen abgewogen werden. Eine Umsetzung wird dazu führen, dass andere Maßnahmen zurückgestellt werden müssen.

Grund hierfür ist die Deckelung des Kreditrahmens auf fünf Millionen Euro." Denn über diesen Rahmen darf die Stadt im Rahmen des Haushaltssicherungskonzepts für jene Ausgaben verfügen, die sie nicht durch Gebühren wie etwa beim Kanalnetz refinanzieren kann.

Mit einberechnet ist in den Vorschlägen auch, dass durch die Optionen die Gesamtbauzeit am Schulzentrum um im Schnitt ein bis zwei, je nach Option sogar um acht Wochen verlängert werden würde.

Doch das dürfte im Gesamtplan weniger ins Gewicht fallen: Der ursprünglich geplante Fertigstellungstermin im März 2017 sei nicht mehr zu halten, sagt die Verwaltung. Allein durch die nun notwendigen und zu beschließenden Kompensationen werde sich die Bauzeit bis Mitte November 2018 verlängern.