Zwei Festnahmen im Rhein-Sieg-Kreis Sankt Augustiner soll Drogenhandel über Darknet betrieben haben

Update | Siegburg/Sankt Augustin · Die Polizei im Rhein-Sieg-Kreis hat nach rund zwei Monaten Ermittlung große Mengen verschiedener Drogen sichergestellt. Zwei mutmaßliche Dealer in Siegburg und Sankt Augustin wurden festgenommen.

Unter anderem größere Mengen Kokain stellte die Polizei im Rhein-Sieg-Kreis bei einer großangelegten Durchsuchung am Dienstag sicher. (Symbolbild)

Unter anderem größere Mengen Kokain stellte die Polizei im Rhein-Sieg-Kreis bei einer großangelegten Durchsuchung am Dienstag sicher. (Symbolbild)

Foto: dpa/Marcus Brandt

Per Post schickten sie Amphetamine, Kokain und andere Drogen an ihre Kunden. Ein Päckchen erregte schließlich Verdacht und setzte Ermittlungen in Gang. Anfang Februar bekam die Kriminalpolizei im Rhein-Sieg-Kreis einen Hinweis auf ein verdächtiges Päckchen, teilt die Polizei nun mit. Anhand der Nummer, die das Versandunternehmen den Päckchen gibt, sei klar gewesen, wo das Päckchen aufgegeben wurde, so eine Sprecherin der Polizei.

Schließlich konnte sich eine Zeugin an den Tatverdächtigen erinnern – ein 33-jähriger Mann aus Siegburg, den die Polizei am Dienstag neben anderen festnahm. Bis dahin beschlagnahmten die Beamten eine Reihe von weiteren Postsendungen. In denen fanden sie mehr als ein Kilogramm Kokain und Amphetamine, außerdem mehr als drei Kilogramm Cannabisprodukte, so die Polizei.

Die weiteren Ermittlungen ergaben Hinweise auf zwei weitere Mittäter, außerdem auf eine Wohnung, in der die Betäubungsmittel gelagert und verpackt wurden. Am Dienstag durchsuchten Polizisten schließlich insgesamt sechs Wohnungen in Lohmar, Troisdorf, Siegburg und Sankt Augustin. Die Ermittler aus Siegburg wurden dabei von einer Festnahmeeinheit der Bereitschaftspolizei Köln unterstützt, außerdem seien Diensthundeführer aus Bergisch-Gladbach und Bonn dabei gewesen.

Den 33-jährigen Haupttatverdächtigen erwischten die Beamten, als er gerade in die sogenannte Bunkerwohnung in Lohmar wollte, und nahmen ihn dort fest. Tatsächlich war die Wohnung unbewohnt und wurde offensichtlich ausschließlich für den Postversand der Drogen genutzt – „das war nur der Arbeitsplatz“, so die Polizeisprecherin.

In der Wohnung stellte die Polizei große Mengen unterschiedlicher Drogen sicher: etwa 22 Kilogramm Amphetamin, 26 Kilogramm Cannabisprodukte, etwa 200 Gramm Kokain und mehrere tausend Ecstasy-Tabletten. Die Polizei schätzt den Straßenverkaufswert für die Drogen auf rund 500.000 Euro. Außerdem fand sie dort IT-Geräte und diverse Verpackungsmaterialien vor.

Seite für Drogenhandel im Darknet

Auch in der Wohnung eines 30-jährigen Sankt Augustiners wurde die Kripo fündig: Neben mehreren hundert Gramm Cannabisprodukten und rund 85 Gramm MDMA-Kristallen stellte sie Notebooks, Mobiltelefone, Datenträger und Unterlagen sicher. Auch die 40.000 Euro Bargeld, die der Sankt Augustiner, der offiziell als Mini-Jobber beschäftigt ist, in seiner Wohnung hatte, beschlagnahmte die Polizei. Der Mann werde verdächtigt, eine Internetseite im Darknet zum Verkauf von Betäubungsmitteln betrieben zu haben, so die Polizei.

Nach Auswertung erster Asservate bestätigte sich der Tatverdacht gegen den Sankt Augustiner, sodass der 33-jährige Siegburger und der 30-jährige Sankt Augustiner am Mittwoch einem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Siegburg vorgeführt wurden. Beide sind derzeit in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen gegen weitere Tatverdächtige dauern an.

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