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Entwicklung der Ortsmitte: Ein Bebauungsplan fürs Hangelarer Zentrum muss her

Entwicklung der Ortsmitte : Ein Bebauungsplan fürs Hangelarer Zentrum muss her

Statt einzelne Baumaßnahmen von Fall zu Fall zu genehmigen, soll ein Bebauungsplan her, der die grundsätzlichen Vorgaben für die weitere Entwicklung im Herzen Hangelars vorgibt. Für das Bauvorhaben an der Kölnstraße heißt das: vorerst ruhen die Pläne.

Jetzt soll es doch der große Wurf werden im Hangelarer Zentrum. Statt einzelne Baumaßnahmen von Fall zu Fall zu genehmigen, soll ein Bebauungsplan her, der die grundsätzlichen Vorgaben für die weitere Entwicklung im Herzen Hangelars vorgibt. Das beschloss der Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschuss in seiner jüngsten Sitzung bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung mit großer Mehrheit.

Für den Investor, der rund um das Haus an der Kölnstraße 120 plant, sind das eher schlechte Nachrichten. Denn seine Bauvoranfrage wird mit einer Veränderungssperre belegt. Heißt: Er kann an dieser Stelle so lange nichts ändern, wie die Erstellung des Bebauungsplans dauert. Geplant hat er dort den Neubau eines Wohnhauses mit zehn Senioren-Wohnungen sowie den Umbau des Bestandsgebäudes ebenfalls mit mehreren Wohnungen.

Einzige Maßgabe bisher war der Paragraph 34 des Baugesetzbuches. Dieser legt fest, dass die Gebäude sich der umliegenden Bebauung anpassen müssen. Der Anbau sollte in nördlicher Richtung erfolgen, also in Richtung evangelisches Gemeindezentrum. Die geforderten 70 Stellplätze sollten in einer Parkgarage der neuen Mehrfamilienhäuser an der Bachstraße entstehen. Zur Erschließung der seniorengerechten Wohnungen war ein privater Fußweg von der Kölnstraße und von der Straße „An der evangelischen Kirche“ geplant.

Während die Verwaltung nach geltendem Baurecht zu dem Ergebnis kommt, dass sich das geplante dreigeschossige Gebäude zuzüglich eines Staffelgeschosses „vollumfänglich“ in die nähere Umgebung einpasst, leitete CDU-Fraktionschef Georg Schell die erhebliche Verzögerung ein. „Wir haben schon Ende 2018 einen Antrag eingebracht, dass wir in diesem Bereich einen Bebauungsplan wollen“, erinnerte er. Das Zentrum solle so entwickelt werden, dass die Bevölkerung mitgenommen wird. Das sei nur mit einem Bebauungsplan und einer entsprechenden Gestaltungssatzung möglich.

Wolfgang E. Züll (FDP) erinnerte daran, dass man bereits vor mehreren Jahren das Zentrum Hangelars überplanen wollte, die Vorschläge von damals seien jedoch nicht weiter verfolgt worden. „Wir wollen das Bauvorhaben nicht verhindern, sondern die Entwicklung steuern“, so der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Martin Metz.

Kernpunkt dabei sei der Verbrauchermarkt Edeka, der eventuell einmal erweitert werden soll. Auch dann sind auf dem angegliederten Parkplatz ausreichend Stellplätze vorhanden, schreibt die Verwaltung in ihrer Unterlage. Der SPD-Fraktion waren insbesondere die Stellplätze wichtig, die bei dem Bauvorhaben in einer Tiefgarage vorgesehen sind, so Andreas Nettesheim. „Der Edeka ist das Kerngeschäft an dieser Stelle und für ihn sind die Stellplätze auf dem Parkplatz extrem wichtig“, begründete auch Schell. Und Wolfgang Köhler von der Wählergemeinschaft Aufbruch war der Meinung: „Wir müssen da mal ran.“

„Durch den Bebauungsplan bekommen wir auch die Chance, die Bürger besser in die Planungen einzubeziehen“, ergänzte der Ausschuss-Vorsitzende Marc Knülle (SPD). Die ausgesprochene Veränderungssperre an dieser Stelle gelte für vier Jahre, erläuterte der technische Beigeordnete Rainer Gleß. Man könne jedoch im Rahmen des Bebauungsplanes eine Ausnahmegenehmigung erteilen.