Broschüre zu Investitionen Ein Fahrplan für den Klimaschutz

SANKT AUGUSTIN · Klimagerecht will die Stadt Sankt Augustin sein, und auf dem Weg zu einem umweltbewussten Leben in der Stadt will sie die Bürger mitnehmen und sie mit Informationen darüber versorgen, wie das zu schaffen ist.

 Klimafreundlich: Christiane Hütténes (v.l.) Gerhard Kasper, Marcus Lübken, Natalie Nellißen und Rainer Gleß stellen die neue Informationsbroschüre vor.

Klimafreundlich: Christiane Hütténes (v.l.) Gerhard Kasper, Marcus Lübken, Natalie Nellißen und Rainer Gleß stellen die neue Informationsbroschüre vor.

Foto: Michael Lehnberg

Seit 2007 liegt das Klimaschutzprogramm nun schon vor. Neueste Errungenschaft: die Broschüre "Energie und Bauen in Sankt Augustin", die Christiane Hütténes vom Baudezernat der Stadt unter der Federführung des Baudezernenten Rainer Gleß konzipiert hat.

Die Broschüre, die in Kooperation mit der städtischen Energieversorgungsgesellschaft (EVG) entstanden ist, liefert viele Anregungen, wie die Bürger in den lokalen Klima- und Umweltschutz investieren könne. "Klimaschutz ist immer Umweltschutz", sagte Gleß. "Und das ist eine Daueraufgabe für die Kommunen." Wie viel da möglich ist, hängt allerdings auch vom jeweiligen Geldbeutel ab. Wie der gefüllt werden kann, dafür gibt es in der Broschüre eigens ein Kapitel über Fördermöglichkeiten rund um die energetische Sanierung und den Neubau. "Klimagerecht zu werden, ist in Sankt Augustin eine ganz besondere Herausforderung", sagte Gleß. Viele Gebäude seien in den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gebaut worden.

Das Ziel, eine klimagerechte Stadt zu werden, streben die Mitglieder einer ressortübergreifenden Projektgruppe seit nunmehr sieben Jahren an. Mit dem Fahrplan für den Klimaschutz sind allerdings, auch in enger Kooperation mit der EVG, bereits zahlreiche kleinere und größere Projekte realisiert worden. "Es war richtig, dass wir die EVG gegründet haben. So kann der Fahrplan Klimaschutz an vielen Stellen umgesetzt werden", ergänzte Beigeordneter Marcus Lübken, der auch EVG-Geschäftsführer ist. So seien Photovoltaikanlagen auf städtische Liegenschaften gebaut worden. Überdies werden laut Lübken die rund 400 Abnahmestellen der Stadt mit Ökostrom beliefert. "Auch ein Solar- und Grünflächenkataster haben wir aufgelegt", so Lübken. 140 Wohneinheiten im Neubaugebiet "Mendener Feld" am Fasanenweg versorgt die EVG künftig mit Fernwärme.

So widmet sich auch ein ganzes Kapitel den regenerativen Energien und ihrer Bedeutung für den Klimaschutz. Die Broschüre gibt Tipps zum Neubau und zur energetischen Sanierung von Wohn- und Geschäftshäusern. Sie beleuchtet Schwachstellen und informiert über den Energieausweis. Die EVG plant derzeit mit der BürgerEnergie Rhein Sieg auch schon weitere Projekte. "Wir wollen die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Energieversorgung fördern und zugleich unseren Beitrag zu einer nachhaltigen, effizienten und wertschöpfenden dezentralen Energieversorgung leisten", so Lübken. Derzeit entwickelt die EVG das erste Produkt auf dem Stromsektor. "Ende 2015/Anfang 2016 soll es den Bürgern zur Verfügung stehen", sagte Lübken.

Mit im Boot beim Fahrplan Klimaschutz ist auch das Büro für Natur- und Umweltschutz der Stadt Sankt Augustin, das mit Umweltberatung und dem Umweltprogramm schon seit Jahren einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz in der Stadt leistet. "Viele, auch kleine Bausteine bringen uns auf dem Weg, den uns der Fahrplan für den Klimaschutz aufzeichnet, voran. Sei es die Einrichtung von P+R Plätzen, der Bau von Blockheizkraftwerken oder die Überlegungen, ein E-Tankstellennetz in Sankt Augustin einzurichten", so der Erste Beigeordnete Gleß. Die Broschüre solle jeden Einzelnen motivieren, in den lokalen Klimaschutz zu investieren. "Es geht auch darum, dass der Bürger Entscheidungswege nachvollziehen kann", so Gleß. Klimaschutz sei ein integraler Bestandteil des Stadtentwicklungskonzeptes.

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Die Broschüre ist ab sofort im Rathaus und im Büro für Natur- und Umweltschutz, Markt 1, erhältlich. Außerdem steht sie unter www.sankt-augustin.de als Download zur Verfügung. Das Solar- und Gründachkataster kann dort ebenfalls abgerufen werden.