1. Region
  2. Sieg & Rhein
  3. Sankt Augustin

Streuobstwiese in Menden: Eine Lehrwerkstatt in der Natur

Streuobstwiese in Menden : Eine Lehrwerkstatt in der Natur

Andreas Fey erinnert sich auch heute noch gerne an seine Kindheit in Menden. Der 56-Jährige erzählt, dass er schon früh die heimischen Tiere aus der Nähe begutachtete, beispielsweise Eidechsen oder Kröten.

"Das kennen die Kinder doch heute gar nicht mehr. Die wissen nicht mehr, was eine Blindschleiche ist", sagt der Diplom-Biologe aus Sankt Augustin. Das will Fey nun ändern.

Im Zuge des Landschaftsprojektes "Grünes C" sind viele Flächen neu geordnet worden. Ein Grundstück Feys in Menden ist dadurch gewachsen. Also fragte er sich vor zwei Jahren, was er daraus denn machen könne. "Ich wollte die Fläche einfach attraktiver nutzen", sagt er beim Rundgang mit dem General-Anzeiger. Zuvor habe er sie verpachtet, ein Landwirt baute dort Getreide und Rüben an.

Doch das gehört der Vergangenheit an. Fey will dort eine Streuobstwiese anlegen, eine Weißdornhecke soll die Wiese mit insgesamt 60 bis 80 historischen Obstbaumsorten umgeben. Bienenvölker sollen ebenfalls auf dem Gebiet angesiedelt werden und als Bestäuber der Obstbäume dienen. Die Fläche beträgt insgesamt etwa 15.000 Quadratmeter, also etwas mehr als zwei große Fußballfelder.

Zudem plant er einen Naturteich sowie Musteranbauflächen für Getreide-, Gemüse- sowie Beerensträucherkunde. Diese Lehrfelder sind für Schüler gedacht. Denn Fey will nicht nur, dass Spaziergänger das Areal besuchen. Er möchte auch, dass Schüler ihr Wissen dort vertiefen. So will er drei Ziele auf der Fläche erreichen: den Ertrag durch Obstbau steigern, den Naturschutz fördern und etwas für das Bildungswesen tun.

Ende November möchte Fey mit dem Naturprojekt beginnen. Dazu lässt er den Acker umpflügen. Mit der Stadt ist er bereits in Gesprächen: Sie sei angetan von seinem Vorhaben, sagt Fey. Nun wolle er noch die Politik begeistern, deshalb plant er für nächste Woche einen Informationsabend. Das an den Naturteich angrenzende Biotop soll dann im Herbst des nächsten Jahres folgen. So soll ein natürlicher Lebensraum für Insekten, Amphibien und Reptilien entstehen. Die Kosten für Streuobstwiese und Hecke schätzt Andreas Fey auf insgesamt rund 15.000 Euro.

Mittelfristig will der Mendener auch eine alte Holz-Feldscheune bauen, die er anhand alter Zeichnungen geplant hat. "Das ist ein ganz klares Ziel, aber ich weiß noch nicht, wann genau das umgesetzt wird", sagt Fey. Dort soll das auf der Streuobstwiese gewonnene Heu gelagert werden, außerdem haben so die Feldarbeitsgeräte einen Platz.

Ein Viertel der Scheune will Andreas Fey für Lehrzwecke Kindergärten und Schulen zur Verfügung stellen. "Vielleicht kann man in dem Schulungsraum beispielsweise auch Biologie-Stunden halten", sagt Fey. Dazu will er Lehrtafeln und Biotopdarstellungen anschaffen. Eine naturkundliche Lehrwerkstatt also. Für die Scheune benötigt er dann eine Genehmigung, zumal wenn er sie Kitas und Schulen als Unterrichtsstätte anbieten möchte. "Da muss man dann schauen, was es für Anforderungen gibt", sagt Fey.

Das Land Nordrhein-Westfalen fördert sein Projekt finanziell, erzählt er. "Durch den Verbau ist vieles in Menden verschwunden. Ich möchte einfach etwas zurückgeben. "