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Schweizer Holz Trio: Experimenteller Jazz in der Hangelarer Kunsthalle

Schweizer Holz Trio : Experimenteller Jazz in der Hangelarer Kunsthalle

Immer mehr Stühle mussten herbeigeschafft werden, um allen Besuchern eine Sitzmöglichkeit zwischen den Werkzeugen, Holzbalken, Eisenstangen und Farbeimern zu geben.

Viele Jazz-Fans waren am späten Sonntagnachmittag in die Kunsthalle Hangelar gekommen, um den Auftritt des Saxofon-Trios zu erleben. Das Schweizer Holz Trio machte im Zuge seiner Deutschland-Tournee Halt in Sankt Augustin. "Es gibt in Deutschland nur etwa 15 bis 20 Orte, die Musik, wie wir sie machen, unterstützen", sagte Omri Ziegele, der Alt-Saxofon spielt und für die Texte zuständig ist.

Diese Texte bestehen oftmals nicht aus artikulierten Worten, sondern aus eigentümlichen Tönen und Grunzlauten. Diese spricht er in die Öffnung seines Saxofons. Auch sonst sind die drei Schweizer, zu denen neben Ziegele Hans Koch an der Bassklarinette und Urs Leimgruber am Saxofon gehören, sehr experimentierfreudig.

Ihre Musik klingt nach einer Mischung aus quietschenden und kratzenden Lauten, einem Gurgeln, Schnarchen und Stöhnen. Mal sehr laut, mal leiser erklangen die größtenteils improvisierten Stücke. Was für das ungeschulte Ohr eher nach einer Anfängertruppe beim Einspielen klang, sind in Wirklichkeit etablierte Profis, die nun seit sieben Jahren in dieser Formation in Deutschland, Österreich und der Schweiz gemeinsam musizieren.

Neben dem Jazz ist das Trio auch von der Klassik und Rock-Musik beeinflusst worden. "Wir wollen keinen bestimmten Stil spielen. Auf der einen Seite soll unsere Musik universell sein, auf der anderen Seite aber auch ganz eigen. Keiner unserer Auftritte ist gleich", erklärte Ziegele.