Konvoi von Lohmar nach Siegburg Landwirte setzen mit Lichterfahrt ein Zeichen der Hoffnung

Rhein-Sieg-Kreis · 93 weihnachtlich geschmückte und beleuchtete Traktoren sind am Samstagabend im Konvoi durch den Rhein-Sieg-Kreis gefahren. Landwirte setzten damit erneut ein Zeichen der Hoffnung – auch für sich selbst.

Lichterfahrt von Lohmar nach Sankt Augustin
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Weihnachtliche Traktoren fahren von Lohmar nach Sankt Augustin

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Schon ein Traktor, der durch eine Innenstadt nahe Straße fährt, zieht unweigerlich die Blicke auf sich. Wenn er aber zusätzlich weihnachtlich geschmückt und in Begleitung vieler weiterer festlich erleuchteter Gefährte ist, sorgt er regelrecht für Aufsehen: 93 Landwirte haben am Samstag wieder ihre Traktoren und andere landwirtschaftliche Maschinen mit Lichterketten, Tannenbäumen, Sternen oder Weihnachtsmännern verziert und sich von Lohmar aus auf den Weg durch den Rhein-Sieg-Kreis gemacht. „Ein Funken Hoffnung“ hatten sie ihre Lichterfahrt erneut überschrieben, mit der sie unterwegs jedem eben diesen Funken Hoffnung schenken wollen.

Vor drei Jahren organisierte Klaus Weber zum ersten Mal einen solchen Konvoi aus Weihnachts-Traktoren im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis – und folgte damit dem Aufruf des Bauernbündnisses „Land schafft Verbindung“, das mit der Aktion 2020 für kleine Lichtblicke in der Corona-Pandemie sorgen wollte. Aber nicht nur das. Die Lichterfahrt ist nämlich eine angemeldete Demonstration. „Wir fahren bewusst dort, wo Traktoren normalerweise nicht unterwegs sind“, sagt Klaus Weber, der die Route in engem Austausch mit der Polizei geplant hat. Seine Fahrt ist eine der wenigen, die in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen stattfindet.

Indem sie runter von den Äckern, raus aus den Dörfern und rein in die Städte fahren, wollen der Lohmarer Landwirt und seine Kollegen auf sich und die Probleme in der Landwirtschaft aufmerksam machen – und die Bürger dafür sensibilisieren, mehr regional beim Bauern vor Ort zu kaufen. Immer mehr Betriebe haben laut Weber schon aufgeben müssen. Deswegen brauchten die Landwirte auch einen Funken Hoffnung für sich selbst. Ob sie den auch in den kommenden Jahren noch unter die Menschen im Rhein-Sieg-Kreis bringen können, stellte der Organisator am Samstag zumindest in Frage.

Von einem Gänsehautmoment sprach Webers Frau mit Blick auf die festlich erleuchteten Traktoren, die sich am Samstagabend zunächst an der Jabachhalle Lohmar versammelt hatten. Aus dem gesamten Rhein-Sieg-Kreis, aber auch aus den Nachbarkreisen waren sie dafür angereist. Auf ihrem Weg über Siegburg, Troisdorf, Sankt Augustin, Hennef, durch das Bröltal und Much bis nach Seelscheid legten sie insgesamt 60 Kilometer zurück. Rund sechs Stunden saßen sie dafür in ihren Fahrerkabinen, erwiderten die Grüße und das Winken der Menschen am Straßenrand und sammelten obendrein noch Spenden für die Asklepios Kinderklinik. Die lag wie in den Vorjahren auch auf der Route des Konvois, „um den Kindern eine Freude zu machen“, wie Weber sagt. „Einen Funken Hoffnung in die Welt zu tragen, ist nötiger denn je.“

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