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Niederpleiser Gymnasiasten gehen nicht unter: Fünft- und Sechstklässler lernen dank Unterstützung von Freunden und Förderern in der Schule Schwimmen

Niederpleiser Gymnasiasten gehen nicht unter : Fünft- und Sechstklässler lernen dank Unterstützung von Freunden und Förderern in der Schule Schwimmen

Am Albert-Einstein-Gymnasium startet ein neuer Kursus. Das DLRG, der Förderverein und die Kreissparkasse springen ein, damit die Schüler Schwimmen lernen. In diesem Jahr sei die Zahl der Nichtschwimmer in manchen Klassen zweistellig, weiß Schulleiter Michael Arndt.

„Wir haben ein konkretes Problem: Es gibt vor allem bei den neuen Schülern Defizite auf der Straße und im Wasser“, sagt Michael Arndt. Der Leiter des Albert-Einstein-Gymnasiums (AEG) in Niederpleis weiß um die Schwierigkeiten in den fünften und sechsten Klassen. Einerseits werden die Kinder während der Woche der Verkehrserziehung auf die Fahrradprüfung vorbereitet. Hier lernen die Schülerinnen und Schüler, sich richtig auf dem Rad zu verhalten, aber auch im Bus. „Dabei ist die Polizei stets ein verlässlicher Partner“, lobt Arndt. Andererseits gebe es einen großen Mangel bei der Schwimmfähigkeit. „Früher waren es immer mal wieder einige wenige, die zu uns kamen und nicht schwimmen konnten.“ In diesem Jahr sei die Zahl der Nichtschwimmer in manchen Klassen zweistellig.

Daher sei es eine tolle Sache, dass die Sankt Augustiner Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) jetzt schon im vierten Jahr mit Hilfe des Vereins der Freunde und Förderer am AEG sowie der Kreissparkasse als Sponsor in einem Schwimmförderkurs die Ausbildung übernehme. Der Kursus läuft seit sechs Wochen. Zuletzt konnten von 13 Mädchen und Jungen zehn das bronzene Schwimmabzeichen absolvieren.

„Schwimmen zu können ist von großer Bedeutung für die Kinder“

„Die verbliebenen drei schaffen das auch noch, aber jetzt geht es in die zweite Runde“, freut sich DLRG-Chef Frank Bucher und versammelt 20 Kinder um sich, die kaum oder keine Schwimmkenntnisse haben. „Schwimmen zu können ist von großer Bedeutung für die Kinder“, ergänzt Jens Canzler, Ganztagskoordinator am AEG. Mit Nichtschwimmern sei kein Regelunterricht möglich. „Entweder blockieren sie die Schwimmer oder sie schauen zu“, weiß Schulleiter Arndt, der selbst als Sportlehrer unterrichtet.

Es muss also etwas geschehen. In den vergangenen Monaten habe es zur Genüge medienwirksame Badeunfälle gegeben, berichtet Bucher. Gründe seien stets entweder Alkohol oder mangelndes Schwimmvermögen gewesen. Nun soll also in dem der Schule direkt angeschlossenen Bad, das Canzler stolz als ein „Alleinstellungsmerkmal“ bezeichnet, dafür Sorge getragen werden, dass die Schwimmmisere ein Ende findet. Hilfreich zur Seite springt dabei die Kreissparkasse, deren Filialdirektorin Justine Pollak um weitere Sponsoren für die gute Sache wirbt. Und beim Förderverein des Gymnasiums freut man sich, dass Pollak einen Scheck über 1000 Euro überreichte, und der Verein gerade wegen solcher Aktionen wie den Schwimmkurs seit fünf Jahren kontinuierlich wachse. „Wir haben jetzt 350 Mitglieder“, sagt der Vorsitzende Bernhard Escherich stolz.

Arndt und Canzler wissen, dass es viele Gründe für die aktuelle Schwimmsituation gibt. Bäder schließen oder werden in Spaßbäder umgewandelt, die Schwimmkurse sind überlaufen, es gibt zu wenig Ausbildungspersonal. Hinzu kommt der kulturelle Wandel. Natürlich sind seit März auch die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie mit der vorübergehenden Schließung von Bädern ein Grund, warum Kinder nicht schwimmen lernen. Der Hauptgrund sei aber, dass viele Eltern ihre Kinder nicht mehr, wie in früheren Zeiten, an das Schwimmen heranführen. Daher appellieren die beiden Pädagogen an die Eltern, ihren Kindern das Schwimmen nahe zu bringen, und zwar schon bevor diese die Schule besuchen.