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Zusammenschluss im Rhein-Sieg-Kreis: Gemeinsamer Ordnungsaußendienst ist gut angelaufen

Zusammenschluss im Rhein-Sieg-Kreis : Gemeinsamer Ordnungsaußendienst ist gut angelaufen

Im vergangenen Sommer ist der gemeinsame Ordnungsaußendienst der Städte Lohmar, Sankt Augustin sowie fünf Gemeinden im Rechtsrheinischen gestartet. Der Aufwand hat sich bisher gelohnt.

Sie sind seit gut einem halben Jahr unterwegs und kümmern sich etwa um den Nachbarn, der nachts Musik auf voller Lautstärke hört. Um Ruhestörungen abzuarbeiten sind die Mitarbeiter des kommunalen Ordnungsaußendienstes, in dem sich Lohmar, Sankt Augustin, Eitorf, Much, Neunkirchen-Seelscheid, Ruppichteroth und Windeck zusammengeschlossen haben, immer in den Nächten zu Samstag und Sonntag sowie vor gesetzlichen Feiertagen im Einsatz. Ein Aufwand, der sich laut der Stadt Lohmar, die die Federführung hat, gelohnt hat.

„Bisher hat sich der Ordnungsdienst bewährt“, sagt Verwaltungsmitarbeiterin Elke Lammerich. Aus der Bevölkerung und von den teilnehmenden Kommunen gebe es bisher nur positive Rückmeldungen. Zudem habe die Präsenz zu den vorgegebenen Zeiten dazu geführt, dass sich die Ruhestörungseinsätze zumindest in der jüngeren Vergangenheit vermindert hätten. Ob sich dies auch im Frühjahr und Sommer so weiterentwickele, bleibe jedoch abzuwarten, ergänzt sie. Grundsätzlich bestehe ständig die Möglichkeit, nachzujustieren, sagt Lammerich. Denn bei dem Zusammenschluss handele es sich nach ihrer Kenntnis um ein neues Projekt. „Die Stadt Lohmar und die teilnehmenden Kommunen sind also Vorreiter“, sagt sie.

Der Zusammenschluss ist im Juli 2019 an den Start gegangen. Die Stadt Lohmar hat dafür drei Vollzeitstellen geschaffen, die mit vier Teilzeit- sowie einer Vollzeitkraft besetzt sind. Ein Dienstfahrzeug steht am Lohmarer Stadthaus bereit. Rund 200 000 Euro kostet der gemeinsame Ordnungsdienst die Kommunen insgesamt. Sie leisten je nach Einwohnerzahl ihren Beitrag: In Sankt Augustin liegt er als größte Kommune im Verbund bei 33,23 Prozent (65 920 Euro), in Ruppichteroth als kleinste Gemeinde bei 12 220 Euro jährlich. Die öffentlich-rechtliche Vereinbarung gilt zunächst für zwei Jahre. Die Einsätze werden in Absprache mit der Polizei koordiniert.

Aus Sicht der Stadt Sankt Augustin ist der kommunale Ordnungsaußendienst ebenfalls gut angelaufen. „Er ergänzt unseren Ordnungsaußendienst an Wochenenden und vor Feiertagen“, teilt die Pressestelle mit. Der Beigeordnete Ali Dogan hält es für einen sinnvollen Lösungsansatz, nachdem die Kreispolizei angekündigt hatte, diese Aufgaben künftig nicht mehr übernehmen zu wollen. Die Polizei möchte sich mehr auf ihre Kernaufgaben konzentrieren.

Dogan sagt aber auch: „Gewünscht hätte ich mir eine größere Beteiligung und damit die Möglichkeit, mehr räumliche Nähe und verteilte Standorte zu schaffen.“ Denn klar sei, wenn das Team gerade zum Beispiel in Much im Einsatz sei, könne eine weitere Einsatzstelle in Sankt Augustin nicht kurzfristig erreicht werden. Dies wolle die Stadt weiter beobachten. Laut Elke Lammerich von der Stadt Lohmar stellt die Fahrtzeit oder die Entfernung, die pro Streifenschicht zu fahren ist, derzeit jedoch kein Problem dar.

Gute Erfahrungen mit den zusätzlichen Ordnungsdienstmitarbeitern hat die Kreispolizei Rhein-Sieg gemacht. „Es ist für uns eine spürbare Entlastung“, sagt Sprecher Stefan Birk. Es habe sich eingespielt, die Kollegen seien sehr engagiert und arbeiteten die Einsätze unkompliziert ab. Zwischen August und Jahresende 2019 hätten die Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsaußendienstes der Städte Lohmar und Sankt Augustin sowie der fünf Berggemeinden bereits mehr als die Hälfte der Ruhestörungen übernommen, die der Polizei gemeldet worden seien. „Da können wir sehr zufrieden sein“, sagt Birk.

Zu einer weiteren Kooperation haben sich im Rechtsrheinischen in den vergangenen Jahren die Städte Troisdorf und Niederkassel zusammengeschlossen. Dabei übernimmt Troisdorf von Mai bis August jeweils freitags und samstags von 18 bis 2 Uhr auch die Einsätze wegen Ruhestörung auf Niederkasseler Gebiet. Laut Peter Sonnet, Sprecher der Stadt Troisdorf, kam es 2019 zu 42 Einsätzen. Außerhalb dieser Zeiten ist der Ordnungsdienst der Stadt auf Troisdorf beschränkt. Um noch präsenter zu sein, habe die Kommune die Stellenzahl von fünf auf zwölf erweitert, teilt der Stadtsprecher mit. Die Mitarbeiter zeigten Präsenz in der Innenstadt, in städtischen Parkanlagen, am Rotter See sowie bei Märkten und Festen.