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Huma-Einkaufszentrum in Sankt Augustin: Eigentümer investiert 10 Mill

Shoppingwelt in Sankt Augustin : Eigentümer will zehn Millionen Euro in Huma-Einkaufszentrum investieren

Das Huma-Einkaufszentrum wird umgebaut: Größere Shops, Fitnessstudio und ein weiterer Eingang sind geplant.

Nur zweieinhalb Jahre nach der großen Eröffnung der neuen Huma Shoppingwelt steht das Einkaufszentrum in Sankt Augustin vor großen Veränderungen: Wie Centermanager Alexandros Papadopoulos am Dienstagabend den Kommunalpolitikern im Zentrumsausschuss mitteilte, erwägt der Münchner Eigentümer, die Jost Hurler Unternehmensgruppe, eine mehr als zehn Millionen Euro teure Neustrukturierung der bisherigen Verkaufs- und Gastronomieflächen.

„Komplette Veränderung des Standorts“

Am Mittwoch reiste Papadopoulos nach München, um dort drei bislang nicht-öffentliche Varianten der Umgestaltung vorzustellen. Klar sei schon jetzt, so der Centermanager: „Das wird eine komplette Veränderung des Standorts.“ So stünden verschiedene Nachnutzungen für die Verkaufsflächen des heutigen Real-Marktes im Raum, dem das Aus droht.

Der Food Court, also der Gastronomiebereich im Obergeschoss, soll geschlossen, ein neues gastronomisches Angebot auf der Marktebene geschaffen werden, wo einer der derzeitigen Gastronomiebetriebe bald wieder schließen werde. In Planung sei zudem ein weiterer Haupteingang auf der Marktebene mit einer überdachten Anbindung an die dortige Bahn- und Bushaltestelle. Auch der Einzug eines großen Fitnessstudios und eines Tanzstudios stehen auf der Agenda des Centermanagers.

Seit der Eröffnung im Herbst 2017 stehen rund 3500 Quadratmeter Verkaufsfläche in 14 Ladeneinheiten leer. Weil es sich nicht um zusammenhängende Flächen handele, habe man etwa die Anfrage eines Filialisten für eine 2500 Quadratmeter große Verkaufsfläche ablehnen müssen, erklärte der Centermanager.

Das gelte auch für den Sport- und Outdoorfachhändler Decathlon, der, wie die Verwaltung bestätigte, seit rund vier Jahren mit der Stadt Sankt Augustin in Gesprächen über einen geeigneten Standort sei. In der Branche der Einkaufszentren stehe die Huma Shoppingwelt bei Umsätzen, Kaufkraft und Frequenz ganz weit vorne, versicherte Papadopoulos: „Wir haben im Durchschnitt 20.000 Kunden am Tag. Am besten Tag, dem letzten Samstag im Jahr 2019, waren es mehr als 39.000 Kunden – mehr als am Eröffnungstag. Das Center ist gesund, der Standort ist optimal“, versicherte er.

Allerdings sei angesichts der Entwicklungen am Markt und auch mit Blick auf Troisdorf, wo mehrere Filialisten mit zu kleinen Flächen zu kämpfen hätten, klar: „Es gibt zukünftig kein Klein-klein mehr.“ Die größte zusammenhängende Verkaufsfläche nutzt derzeit die Supermarktkette Real, der nach dem Verkauf an eine Investorengruppe die Zerschlagung droht. Was dies für Huma bedeute, sei derzeit noch völlig unklar, bestätigte der Centermanager auf Nachfrage der Politik: Einige wenige lukrative Märkte könnten unter der bisherigen Marke erhalten bleiben, andere Märkte würden schließen oder verkauft. „Wir verhandeln mit Rewe, Kaufland und Edeka, aber die Entscheidung liegt nicht bei uns, sondern bei Real in Düsseldorf“, betonte Papadopoulos: Ein Supermarkt sowie ein Discounter könnten die bisherige Real-Fläche auf der Straßenebene im Erdgeschoss übernehmen, während auf der Marktebene Platz für Decathlon geschaffen werden könnte.

Ende des Jahres könnten die Arbeiten starten

Allein für diesen Umbau sowie die Entfernung der Rolltreppen rechne das Centermanagement mit Kosten von rund 1,6 Millionen Euro. Optional habe die Handelskette Globus Interesse an der gesamten Fläche bekundet. Konkreter seien die Pläne für die Ansiedlung eines 2000 Quadratmeter großen Fitnessstudios im Obergeschoss sowie die Etablierung von Marktveranstaltungen, berichtete Papadopoulos: „Auf dem Vorplatz auf der Straßenebene haben wir vor, 60.000 Euro für neue Leitungen zu investiert, um dort einen Wochenmarkt und vielleicht auch einen Weihnachtsmarkt zu etablieren.“

Der offene Bericht über die Situation im Huma stieß in der Politik fraktionsübergreifend auf positive Resonanz. Wenn die ersten Entwürfe zu konkreten Plänen gereift sind, soll weiter diskutiert werden. Er werde die Politik informieren, versprach der Centermanager: „Wir hoffen, dass wir bereits Ende 2020 starten können.“