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KfW-Bank: Klimasiedlung in Sankt Augustin wird zum Referenzprojekt

KfW-Bank : Klimasiedlung in Sankt Augustin wird zum Referenzprojekt

Die Klimasiedlung „Im Spichelsfeld“ in Sankt Augustin nimmt am Begleitforschungsprogramm der KfW-Bank teil. Dabei wird ermittelt, was in den Konzepten gegen den Klimawandel steht, was umgesetzt wird und wo es Schwierigkeiten gibt.

Die Klimasiedlung Spichelsfeld ist Referenzprojekt für die KfW-Bank, wenn es um Förderungen weiterer Klimasiedlungen geht. Damit zählt das Sankt Augustiner Projekt gemeinsam mit rund 20 Siedlungen deutschlandweit zu dem entsprechenden Begleitforschungsprogramm der KfW-Bank. „Dadurch bekommen wir in jedem Fall mehr Aufmerksamkeit“, bewertete der Technische und Erste Beigeordnete Rainer Gleß die Klassifizierung als Referenzprojekt im jüngsten Planungsausschuss.

„Man schaut nun genau hin, was in den Konzepten steht, was umgesetzt wird und wo zum Beispiel Schwierigkeiten sein können, wenn es bei der Umsetzung hapert“, sagte Simon Reuter vom städtischen Umweltamt, der aktuell dieses Projekt kommissarisch betreut.

Für das Spichelsfeld gab es Anfang Februar die Auftaktveranstaltung mit vielen Beteiligten wie Experten, Organisationen und den Bürgern des Wohnviertels. Als vor rund vier Jahren das Thema aufkam, war die Skepsis groß und genau da könnte ein entscheidender Stolperstein für solche Projekte liegen –, nämlich wenn es der Kommune nicht gelingt, die Bürger mitzunehmen. Im Spichelsfeld ist die eher ablehnende Haltung einer gesunden Skepsis, gepaart mit vielen Ideen, gewichen.

„Es geht nicht ohne Sie.“

Bei der Auftaktveranstaltung im Februar betonte Gleß immer wieder: „Es geht nicht ohne Sie.“ Seine Stichworte für mögliche Verbesserungen im Viertel waren zum Beispiel die Dach- und Fassadenbegrünung, die E-Mobilität oder die Biodiversität.

Externer Berater an der Seite der Verwaltung ist seit 2019 das Planungsbüro „Jung Stadtkonzepte“. Die Energieversorgung im Viertel, die Gestaltung im öffentlichen Raum, die Mobilität und die nachbarschaftliche Vernetzung seien übergeordnete Themen, mit denen man sich intensiver befassen sollte, hieß es von dem Büro im Februar. Seitdem seien immer wieder Vertreter des Planungsbüros im Viertel vor Ort gewesen, um sich die besonderen Gegebenheiten anzuschauen.

Die geplanten Stadtteilspaziergänge zu bestimmten Themen mussten Corona-bedingt verschoben werden und sollen im Spätsommer oder Frühherbst nachgeholt werden, versprach Reuter. Zudem sei auch in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken einiges geplant, dabei gehe es auch um Photovoltaik, so Reuter weiter. Das Sanierungs-Management-Team treffe sich regelmäßig, um bestimmte Projekte vorzubereiten. „Eventuell kann man im Viertel Projekte gemeinsam umsetzen und so nicht nur Synergien schaffen, sondern auch die Investitionskosten senken“, so Reuter.

Bei der Auftaktveranstaltung im Februar waren es insbesondere die Thermografie-Aufnahmen, die von Jung-Stadtentwicklung von einigen Häusern gemacht wurden und aufzeigten, wo noch nachgebessert werden sollte.

Auch Elektromobilität und entsprechende Angebote sollen Thema werden, ebenso wie eine gute nachbarschaftliche Vernetzung, die zu einer insgesamt besseren Lebensqualität im Viertel führt und aus der Klimasiedlung eine Klimasiedlung plus macht.