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Musical im Rhein-Sieg-Gymnasium: Morde im Samba-Rhythmus in Sankt Augustin

Musical im Rhein-Sieg-Gymnasium : Morde im Samba-Rhythmus in Sankt Augustin

Samba, Swing, Säge – der Projektkurs Musical des Rhein-Sieg-Gymnasiums inszeniert das „Theater des Grauens“, eine Horror-Komödie von 1973. An drei Abenden stehen die Schüler auf der Bühne.

Der Blick in die schwach beleuchtete Aula des Rhein-Sieg-Gymnasiums (RSG) verrät ein kreatives Klima. Auf der Bühne sortiert sich gerade eine Gruppe von Schauspielern. „Bin ich jetzt schon dran?“ will die eine wissen und erhält die kurze Antwort aus dem Off. Das „Noch nicht“ gilt auch der Gruppe von Samba-Musikern, die mit allerlei Schlagwerk gerade ihre Position vor der Bühne beziehen, mitten im „Orchestergraben“. Dort sitzt die „San Agostinho Samba Band“ nicht alleine. Hier hatten bereits die dicht um den Konzertflügel angeordneten Blechbläser und die Rhythmusgruppe der RSG-Big Band einige swingende Einsätze.

Ein kurzer Check der wichtigen Akkorde und dann geht es weiter. Ein Mord soll inszeniert werden. Einer von vielen. Eine Gruppe von Theaterkritikern scheint Opfer einer mysteriösen Serie brutalster Morde zu werden. Die Säge, die im Rampenlicht dann kurz und bedrohlich aufblitzt, soll gerade einen Kritiker enthaupte. Die Samba-Gruppe, die nun den Mord mit rasenden Schlägen begleitet, wird zum eigens komponierten Psychogramm der Angst. Überhaupt scheint die Angst vor der schlechten Kritik den schlechten Shakespeare-Darsteller Edward Lionheart in den Tod getrieben zu haben. Doch wer sollte nun etwas gegen Theaterkritiker haben?

85 Schülerinnen und Schüler auf der Bühne

Der Enthauptungs-Mord auf der Bühne ist einer der gruseligen Höhepunkte im „Theater des Grauens“, das nun gleich an drei Tagen bühnentauglich inszeniert sein will. Von Mittwoch bis Freitag stehen gut 85 Schülerinnen und Schüler als Musiker, Schauspieler und Sänger auf und vor der Bühne und nehmen ihr Publikum mit in die Welt des Theaters, der Intrigen und der großen Gefühle vor und hinter der Bühne. Dass die Bretter, die die Welt bedeuten, manchmal ein wackeliger Boden ist, ist der Inhalt dieses Stücks aus dem Jahr 1973, das Sebastian Blöcher als Regisseur und Textbuch-Autor für den Musical-Kurs bearbeitet und neu verfasst hat. Und das RSG verspricht dazu nun „Rache eisgekühlt und mit einem guten Schuss Swing“.

Ein mittelmäßiger Shakespeare-Darsteller hat sich das Leben genommen und acht Kritiker müssen nun um ihres bangen. Einer nach dem anderen verliert in dieser köstlich-gruseligen Horror-Komödie nach dem bühnenreifen Vorbild der blutigen Visionen Shakespeares sein Leben. Die Polizei ermittelt glücklos und so lässt die Aufklärung dieser lustvollen Horror-Komödie voller Nervenkitzel, toxischer Männlichkeit und mitreißender Musik noch bis zum Ende auf sich warten. Musiklehrer Matthias Reinold hat dem Bühnenwerk Blöchers einige wunderbar passende Swing-Klassiker unter gemischt, die das reine Bühnenstück erst zum Musiktheater machen. Die Zuschauer dürfen sich auf Solo-Klassiker wie „It don't mean a thing“, „Sing, Sing, Sing“ oder „Puttin` on the ritz“ freuen und auch auf Chorsätze des RSG Show Chors („Don´t leave me this way“), der unter der Leitung von Vera Pethes sogar fünfstimmig a cappella singt.

„Bis zur Generalprobe haben wir ja noch zwei weitere Proben“, versichert Matthias Reinold und nimmt es sehr entspannt. „Gerade bei den Proben kurz vor den Aufführungen wachsen die Schüler über sich hinaus.“ Die Texte sitzen bestens, und auch die Einsätze, die Musik und der Gesang, die alles zu einem spannenden Bühnenerlebnis verschmelzen lassen, sind jetzt schon deutlich sicher.

Das „Theater des Grauens“ wird am Donnerstag, 20. Januar, Freitag, 21., und Samstag, 22.Januar, jeweils um 19 Uhr aufgeführt. Der Eintritt kostet zehn, ermäßigt fünf Euro. Zugangsvoraussetzung ist 2G-plus, die RSG-Aula hat eine zertifizierte Lüftungsanlage und wird nur halb besetzt.