Kinderbetreuung in Sankt Augustin Mehr als 100 neue Kita-Plätze entstehen an der Kaserne Niederberg

Sankt Augustin · Mit einer bisher einmaligen Kooperation schaffen die Stadt Sankt Augustin und die Bundeswehr mehr als 100 neue Kita-Plätze. Für das Grundstück bekommt die Bundeswehr nicht nur Geld.

 Bürgermeister Max Leitterstorf und Oberst Wilhelm Neißendorfer (Mitte) präsentieren mit weiteren Vertretern von Stadt und Bundeswehr den Entwurf der Kita.

Bürgermeister Max Leitterstorf und Oberst Wilhelm Neißendorfer (Mitte) präsentieren mit weiteren Vertretern von Stadt und Bundeswehr den Entwurf der Kita.

Foto: Tim Werner

Gemeinsam mit der Bundeswehr sorgt die Stadt Sankt Augustin nun für weitere Kita-Plätze. Dafür hat die Stadt von der Bundeswehr ein Grundstück gekauft, das zur Niederberg-Kaserne an der Alten Heerstraße gehört. Auf dem rund 3500 Quadratmeter großen Grundstück soll nun eine Kita mit mindestens vier Gruppen entstehen. Die Stadt plant, dort schließlich mehr als 100 Kinder betreuen zu lassen.

Bereits 2018 fanden die ersten Vorgespräche für die Kooperation statt, der Kaufvertrag wurde bereits im vergangenen Jahr abgeschlossen, nun können Planung und Bau beginnen. „Das ist ein gutes Projekt und ein gutes Zeichen“, zeigt sich Sankt Augustins Bürgermeister Max Leitterstorf erfreut über die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr. Laut Stadt ist diese Kooperation einmalig. Und sie beschränkt sich nicht nur auf den Verkauf des Grundstücks: 15 Plätze in der geplanten Kita sind für Kinder von Angehörigen der Bundeswehr reserviert.

Das freut auch Bernadette Henatsch, die als Rechtsreferentin in der Kaserne arbeitet und eine 15 Monate alte Tochter hat. „Ich bin dankbar, als arbeitende Mutter zu wissen, dass mein Kind in meiner Nähe ist.“ Da in der Niederberg-Kaserne rund 450 zivile Beschäftigte angestellt sind, gehen die Verantwortlichen bei der Bundeswehr von einer starken Nachfrage nach den reservierten Plätzen aus.

Kita soll 2027 eröffnet werden

Für Ende 2027 ist die Eröffnung der Kita vorgesehen. „Die Initiative dafür ging von der Stadt aus“, sagt Rainer Gleß, Technischer Beigeordneter der Stadt, und gibt sich zuversichtlich. „Für uns als Stadt geht es jetzt mit Volldampf weiter, damit der enge Zeitplan für die Baumaßnahme gehalten werden kann.“ Für Leitterstorf spielt die Lage der Niederbergkaserne eine entscheidende Rolle, da „gerade in Sankt Augustin-Ort und Hangelar noch ein Bedarf an wohnortnahen Kitaplätzen besteht“.

Erst im vergangenen Jahr wurde in Mülldorf die bisher größte Kindertageseinrichtung der Stadt fertiggestellt. Die Nachfrage an Betreuungsmöglichkeiten in den Nachbarbezirken ist aber besonders für die älteren Kinder noch nicht gedeckt. In der neuen Kita sollen aber auch Kinder unter drei Jahren betreut werden. „Das ist ein enormer Gewinn“, sagt Sozialdezernent Martin Eßer. Er betont, wie wichtig es sei, Familien mit einer solchen Einrichtung in ihrer Alltagsbewältigung zu unterstützen.

Auch die Bundeswehr sieht die Zusammenarbeit positiv. Auch Wilhelm Neißendorfer, Abteilungsleiter des Bundesamts für Personalmanagement und Standortältester, betont die Einzigartigkeit des Pilotprojekts. Aktuell gebe es 52 Standorte mit Kindertagesstätten in Kasernen. Das lasse sich aber nicht vergleichen, so Neißendorfer, denn hier seien zwei unabhängige Institutionen involviert. „Der Synergieeffekt ist hier viel höher“, so Wilhelm Neißendorfer. Die Stadt Sankt Augustin wird selbst Träger der Kita an der Alten Heerstraße sein und ist damit für die Bereitstellung von Arbeitsmitteln und Personal sowie für die anfallenden Kosten verantwortlich.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort