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Entscheidung fällt am Jahresende: Neugestaltung der Bäderlandschaft in Sankt Augustin

Entscheidung fällt am Jahresende : Neugestaltung der Bäderlandschaft in Sankt Augustin

Die Bäderkommission stellte jetzt verschiedene Varianten zur Neugestaltung der Bäderlandschaft in Sankt Augustin vor. Eine Entscheidung soll Ende des Jahres fallen. Fest steht jedoch: Das Niederpleiser Hallenbad soll so schnell wie möglich saniert werden.

Noch in diesem Jahr soll es soweit sein: Die Entscheidung über die Zukunft der sanierungsbedürftigen Bäderlandschaft in Sankt Augustin soll fallen. Politik und Verwaltung sind sich einig, den Entscheidungsprozess zügig voranzutreiben. Eine Bäderkommission, bestehend aus Vertretern der Politik, Verwaltung, sowie der Schulen und Schwimmvereine und zwei interessierten Bürgern begleitet derzeit diesen Prozess. Am Donnerstag informierte die Verwaltungsspitze, darunter Bürgermeister Max Leitterstorf, die Beigeordneten Ali Dogan und Rainer Gleß sowie die Kultur-und Sportamtsleiterin Eva Stocksiefen bei einer Bürgerinformation per Videokonferenz über den Sachstand sowie über die bisher angedachten Varianten. Das Fazit: Die Mehrheit der Anwesenden sprach sich für eine dezentrale Lösung aus. Diese so genannte „Variante C“ sieht eine richtige Sanierung des Hallenbades in Niederpleis sowie des Freibades und einen Hallenbadneubau neben dem Freibad vor.

Kombibad kommt nicht in Frage

Auch die Variante B, die eine Sanierung des Hallenbades Niederpleis und des Freibades sowie den Bau eines neuen Hallenbades in Menden vorsieht, fand einige Fürsprecher, während die zentrale Lösung „Kombibad“, die neben der Sanierung des Freibades einen Hallenbadneubau neben dem Freibad beinhaltet, keinen Zuspruch fand. Viele Bürger sind der Meinung, das auf beiden Seiten der Straßenbahnlinie 66 jeweils ein Hallenbad vorhanden sein sollte. Egal, für welche dieser Varianten der Rat am Ende des Jahres votiert – die finanziellen Rahmenbedingungen sind aufgrund des Haushaltssicherungskonzeptes schwierig. Zwar gehört das Schulschwimmen zu den Pflichtaufgaben der Stadt, das Vereinsschwimmen und der Badbetrieb für die Öffentlichkeit sind allerdings freiwillige Aufgaben. „Das gehört für uns aber auch zur Grundversorgung“, sagte Stocksiefen.

An den Bädern muss laut Stocksiefen in jedem Fall etwas gemacht werden. Im vergangenen Jahr sorgte ein defekter Sandfilter und Verzögerungen bei der Lieferung wichtiger Ersatzteile für die Schließung des Freibades. Auch 2021 standen etliche Reparaturen an. Seit Donnerstag ist das beliebte Freibad, das laut dem Ersten Beigeordneten Ali Dogan während des heißen Sommers 2018 rund 80 0000 Besucher anlockte, zwar wieder geöffnet, aber der Sanierungsbedarf ist da. „Ziel ist kein großes Spaßbad, sondern ein Bad für Familien, Kinder und Senioren, das finanzierbar ist. Zudem sollten die Eintrittspreise so gestaltet sein, dass sich die Bürger den Besuch auch leisten können“, so Dogan.

Sanierung in Niederpleis dringend notwendig

Zwar steht das Freibad auf einem Grundstück der Steyler Missionare, das von der Stadt gepachtet ist, Probleme gibt es laut dem Technischen Beigeordneten Rainer Gleß aber nicht. „Die erforderliche Sicherheit ist da, da die Stadt zu den Steylern ein traditionell gutes Verhältnis hat“, sagte Gleß. Sanierungsbedürftig sind zudem die beiden Hallenbäder in Menden und Niederpleis, wobei eine Sanierung in Menden nicht weiter verfolgt werden sollte. Bürgermeister Leitterstorf sieht deshalb für das Niederpleiser Hallenbad akuten Handlungsbedarf. „Wir sollten in Niederpleis so schnell wie möglich loslegen“, sagte Leitterstorf und verwies darauf, dass die Sanierung des Bades etwa zwei Jahre dauern wird. Das Mendener Bad müsse aber trotzdem so lange wie möglich am Laufen gehalten werden.

1,1 Millionen Euro städtische Zuschüsse fließen jährlich in den Bäderbetrieb. Die Bau- und Sanierungskosten der vorgestellten Varianten ließen sich laut Stocksiefen derzeit aufgrund der explodierenden Baupreise nicht konkret beziffern. Die Möglichkeit einer kommunalen GmbH-Gründung zur Betreibung der Bäder werde derzeit geprüft. Die Kommission tagt im Juli und im September, um weitere Lösungen zu erarbeiten.