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Auszeichnung von „Aktion Fahrrad“: Niederpleiser Gemeinschaftshauptschule ist besonders fahrradfreundlich

Auszeichnung von „Aktion Fahrrad“ : Niederpleiser Gemeinschaftshauptschule ist besonders fahrradfreundlich

Die Niederpleiser Gemeinschaftshauptschule erhält den Preis der deutschlandweiten „Aktion Fahrrad“. Nun ist zusätzlich die Austragung einer schulinternen Radmeisterschaft geplant. Einen fahrradfreundlichen Schulweg gibt es allerdings bisher nicht.

Mit neugierigen Blicken schauten die Neuntklässler der Niederpleiser Gemeinschaftshauptschule auf die neuen Fahrräder. Auch Trikots und Helme gab es dazu. Einige von ihnen machten Fotos. Die Sachpreise gab es nicht ohne Grund. Ihre Schule wurde von der „Aktion Fahrrad“ als fahrradfreundlich ausgezeichnet. Sie erhielt den Beginner-Preis und setzte sich in der Kategorie gegen zwölf andere Schulen aus Deutschland durch. Für diesen Preis können sich Schulen bewerben, an denen sich das Radfahren noch im Aufbau befindet, aber bereits erste Erfolge festzustellen sind. „Vielen Dank für die Auszeichnung“, sagt Schulleiterin Susanne Schleebaum sichtlich begeistert.

Die Freude teilte auch Bürgermeister Max Leitterstorf (CDU): „Es ist großartig, was an der Hauptschule geleistet wurde.“ Eigentlich wollte er mit dem Fahrrad zur Preisverleihung kommen. „Das habe ich aber leider nicht mehr geschafft“, gibt er zu. Verantwortlich für das Fahrrad-Projekt der Hauptschule ist Andreas Wilhelm. Er betreibt die schuleigene Fahrradwerkstatt und unternimmt regelmäßige Radtouren und Ausflüge mit seinen Schülern.

Für diesen Einsatz überreichte ihm Ulrich Fillies, Beiratsvorsitzender der „Aktion Fahrrad“, den Pokal. „Machen Sie weiter so, machen Sie mehr“, lobte er das Engagement des Lehrers. Bereits seit drei Jahren nehmen die Hauptschüler an der Klima-Tour teil. Nun ist zusätzlich die Austragung einer schulinternen Radmeisterschaft geplant. Anlässlich der Aktion hat Wilhelm gemeinsam mit seinen Schülern eine Karte erstellt, die zeigt, welche Straßen auf dem Weg zur Schule fahrradfreundlich gestaltet sind. „Es existiert kein direkter Schulweg“, stellt der Lehrer fest.

Als nächsten Schritt plant er, die Straßen abzufahren und die Gefahrenstellen zu dokumentieren. Daraus soll dann eine Broschüre entstehen, die an die Schüler ausgegeben wird, damit sie sich auf ihren Schulweg vorbereiten können. Die Karte überreichte Wilhelm auch dem Bürgermeister. „Da kommt eine ganze Menge Arbeit auf uns zu“, sagt Leitterstorf. „Die Aktion zeigt, dass man sich für attraktives Radfahren einsetzen muss“. Ein sicherer Schulweg stehe daher auch auf seiner Agenda. Das unterstützt auch Fillies: „So etwas funktioniert nur, wenn die Stadt und die Schulen kooperieren.“

Im Vorfeld der Preisverleihung gab es für die Schüler der fünften Klasse am Mittwoch und Donnerstag ein Fahrradtraining mit Verkehrserziehung. Natascha Neuholz von der Verkehrsunfallprävention der Polizei achtete aber nicht nur auf ein korrektes Verhalten im Straßenverkehr. Sie prüfte die Räder der Kinder auch auf Verkehrssicherheit. Besonders wichtig sind die Bremsen und die Beleuchtung. Üblicherweise findet das Training für Viertklässler im Frühling statt, es musste aber wegen der Corona-Pandemie verschoben werden. Bereits zum neunten Mal zeichnete die „Aktion Fahrrad“ die fahrradfreundlichsten Schulen in Deutschland aus. Der diesjährige Gewinner in der Hauptkategorie ist das städtische Gymnasium in Stolberg bei Aachen.