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Rathausallee in Sankt Augustin: Ideen für neues Quartier gesucht

Filetgrundstück an der Rathausallee : Ideen für neues Quartier in Sankt Augustin gesucht

Hochwertige Architektur statt Parkfläche: Die Stadt Sankt Augustin plant ein Investorenauswahlverfahren für die Fläche zwischen Technischem Rathaus und Haus des Handwerks. Wir klären die wichtigsten Fragen.

Auto steht an Auto. Und das in bester Zentrumslage. Doch das derzeit als Parkfläche genutzte Areal an der Rathausallee zwischen dem Technischen Rathaus und dem Haus des Handwerks soll sich in absehbarer Zukunft in ein Quartier mit Gewerbe und neuen Wohnformen wandeln. Pläne für die Baufelder mit dem Namen MI1 bis MI3 hat die Stadt Sankt Augustin schon eine ganze Weile. Nun steht ein Investorenauswahlverfahren für die Fläche in den Startlöchern. Über das Verfahren soll der Zentrumsausschuss am Dienstag, 18. August, abstimmen. Der General-Anzeiger gibt einen Überblick über die Pläne:

  • Was ist auf dem Areal geplant? Vor anderthalb Jahren hat die Stadt Sankt Augustin ein Nutzungskonzept für das 13.000 Quadratmeter große Areal vorgelegt. Laut dem Ersten Beigeordneten der Stadt, Rainer Gleß, ist das Gebiet weder ein klassischer Einzelhandels- noch ein klassischer Wohnstandort. Entstehen soll ein gemischtes Quartier, das etwa hochschulaffine Nutzungen, ein Tagungshotel und Büroflächen berücksichtigt. Gastronomie soll ebenfalls möglich sein. Vorstellbar sind auch Angebote wie Wohnen auf Zeit, Studentenwohnungen oder Apartments für Auszubildende.

Grundsätzlich dürfen die Gebäude vier bis fünf Stockwerke hoch werden. Damit sei eine Bruttogeschossfläche von 20 000 Quadratmetern denkbar, so Gleß. „Damit wollen wir jetzt konkret nach vorne gehen.“ Es sei eines der interessantesten Grundstücke der Stadt, ergänzt er. „Wir wollen da ein passgenaues Konzept – auch mit Blick auf die Nachbarschaft und die Identität der Stadt.“

  • Wie soll das Auswahlverfahren aussehen? Die Stadt schlägt vor, die Fläche im Ganzen zu einem Festpreis zu vermarkten. Dabei könnten sich interessierte Investoren auch Kooperationspartner suchen, heißt es in der Ausschussvorlage. Die eingereichten Konzepte sollen unter anderem Informationen zur Gestaltung inklusive einer intensiven Dach- und Fassadenbegrünung sowie Aussagen zu einer CO2-neutralen Energieversorgung und zu nachhaltiger Mobilität beinhalten. „Wir wollen leistungsfähige Investoren ansprechen“, sagt Gleß. Aber es gebe auch so bereits eine starke Nachfrage nach dem Grundstück.
  • Wer wählt den späteren Investor aus? Dazu möchte die Verwaltung einen Projektgruppe ins Leben rufen, in der neben dem Ersten Beigeordneten Vertreter aus verschiedenen Fachbereichen und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft sitzen. Sie soll nach derzeitigem Stand die Bewertungskriterien für das Auswahlverfahren festlegen und mit der Politik abstimmen. Die Projektgruppe soll auch die Vorauswahl der Konzepte übernehmen. Nach Beratung im Zentrumsausschuss entscheidet dann der Stadtrat, welcher Investor das Rennen macht. „Wir wollen nicht im stillen Kämmerlein vorentscheiden“, sagt Gleß. Auch die bei der Kommunalwahl neu gewählten Vertreter müssten einbezogen werden.
  • Wann sollen die Ideen umgesetzt werden? „Am liebsten wäre mir gestern“, sagt Gleß. „Aber wenn man über die Zeitschiene nachdenkt, bis die ersten Spaten in die Erde stechen, dann könnte das noch zwei Jahre dauern.“ Wichtig ist laut dem Ersten Beigeordneten bei einem Projekt dieser Größe und Zentralität, gründlich zu sein. Den Wettbewerb möchte die Verwaltung nun aber rasch angehen, möglichst zum Jahreswechsel. Dafür müssten noch Pläne und ein vernünftiges Gerüst vorbereitet werden, so Gleß.
  • Was passiert bis dahin mit der Fläche? So lange keine Bebauung absehbar ist, soll das Areal weiterhin als Parkfläche mit 390 Stellplätzen dienen. Auch eine Parkbewirtschaftung ist für das Grundstück laut Gleß noch nicht vom Tisch, gleichwohl rät die Verwaltung in einer anderen Vorlage für den Zentrumsausschuss aufgrund der fortgeschrittenen Absichten zur Bebauung davon ab. Wie berichtet, hatte der Hauptausschuss im April 2019 einstimmig beschlossen, dass die Stadt dafür Angebote von Dienstleistern einholen soll.