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Sankt Augustin: Asklepios Kinderklinik - noch kein Käufer

Asklepios investiert weiter : Niemand will bislang die Sankt Augustiner Kinderklinik kaufen

Asklepios investiert weiter in sein Kinderkrankenhaus in Sankt Augustin. Aktuell wird etwa die zentrale Notaufnahme modernisiert. Der Konzern sei nach wie vor für Kooperationen oder Zusammenschlüsse offen - einen Kaufinteressenten gebe es aktuell aber noch nicht.

An der Spitze der Asklepios-Kinderklinik in Sankt Augustin gibt es einen Wechsel: Der bisherige Geschäftsführer Uwe Jansen hat zum 1. Juni die Leitung der Asklepios Klinik Seligenstadt übernommen. Zurzeit ist Regionalgeschäftsführer Klaus Schmolling in Sankt Augustin zuständig, der Geschäftsführerposten soll aber neu besetzt werden. „Eine Nachfolge ist bereits gefunden, den Namen können wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch noch nicht nennen“, teilte Rune Hoffmann, Pressesprecher des Asklepios-Konzerns in Hamburg, auf GA-Anfrage mit.

Seit den Schließungsplänen von Asklepios im vergangenen Jahr steht die Kinderklinik besonders im Fokus. Aktuell ist es allerdings ruhig: Weder zu den beim Land NRW beantragten Fördergeldern aus dem Krankenhausstrukturfonds noch zum Rechtsstreit von Asklepios mit Land und Uniklinikum Bonn gibt es einen neuen Sachstand. Wie berichtet, wirft der Konzern beiden vor, mit dem Kinderherzzentrum in Bonn eine parallele Struktur geschaffen zu haben, die den Weiterbetrieb der Kinderklinik unwirtschaftlich mache.

Geschäftsführer Uwe Jansen auf einem Balkon der Asklepios-Klinik Sankt Augustin: Er ist inzwischen nach Seligenstadt gewechselt. Foto: Benjamin Westhoff

Die Betreuung von herzkranken Kindern geht in Sankt Augustin unterdessen weiter. Laut Hoffmann ist die Kinderkardiologie als fachärztliche Sektion dem Zentrum zur pä­diatrischen Versorgung unter Leitung von Professor Gerd Horneff angegliedert. Im Rahmen der generellen Kooperation unter den Krankenhäusern der Region arbeitet die Kinderklinik auch mit dem Kinderherzzentrum an der Uniklinik zusammen, in das die Kinderherzspezialisten und zahlreiche weitere Mitarbeiter aus Sankt Augustin gewechselt sind.

Die ehemaligen Räume des Kinderherzzentrums, die moderner sind als der Klinik-Altbau, werden für stationäre Patienten genutzt. „Die operativen Eingriffe werden in dem hervorragend ausgestatteten OP-Zentrum durchgeführt“, sagte Hoffmann.

Asklepios investiert weiter in Sankt Augustin. „Aktuell modernisieren wir die zentrale Notaufnahme und passen sie an die künftigen Anforderungen an“, berichtete Hoffmann. Außerdem werde die tagesklinische Versorgung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie erweitert.

Asklepios hatte im vergangenen Jahr auch einen Verkauf des Standorts Sankt Augustin in Betracht gezogen. „Aktuell gibt es keine Interessenten. Wir stehen daher weiterhin zur Kinderklinik Sankt Augustin“, sagte Hoffmann auf Anfrage. Im Rahmen der Umsetzung des Krankenhausplans Nordrhein-Westfalen sei der Konzern für Kooperationen beziehungsweise Zusammenschlüsse weiterhin offen.